Gesamtwertung68%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
In Zeiten, in denen Fußball ganz groß geschrieben wird und Spiele wie FIFA oder Pro Evolution Soccer die heimischen Bildschirme mit realistischem Gameplay dominieren, versuchen sich Codemasters daran, mit einer Neuauflage des Fußballklassikers Sensible Soccer im Genre mitzumischen. An dem Gameplay der Konkurrenz will man sich allerdings nicht messen. Sensible Soccer 2006 bietet Arcade-Ballsport der alten Schule.
Erwähnt man in einer geselligen Zockrunde die Worte 'Sensible' und 'Soccer', erstrahlen alle Gesichter im nostalgischen Glanz. Die damaligen Entwickler Sensible Software veröffentlichten zu alten Commodore Amiga-Zeiten ein Spiel, das durch sein simples, dennoch süchtig machendes Gameplay, eine riesige Fangemeinde schuf. Viele Nachfolger und Konvertierungen auf nahezu alle Systeme waren die Folge. Die Neuauflage möchte nun das altbewährte Prinzip in einem neuen Gewand auch Nichtkennern der alten Spiele ans Herz legen. Ob der Versuch glückt, erfahrt ihr in unserem Test.
Das Gameplay besticht heute wie damals durch seine Simplizität und kommt mit lediglich zwei Aktionstasten daher. Bei Spielen wie Pro Evolution Soccer ein Ding der Unmöglichkeit. Trotz allem ist die Spieltiefe von Sensible Soccer 2006 nicht zu verachten. Je besser man sich mit der Steuerung vertraut gemacht hat, desto präziser lassen sich Flanken, Pässe und Schüsse über den Rasen schießen. Ein Knopf dient zum Passen, der zweite zum Schießen und Flanken. Der Clou dabei: Es ist möglich, den Ball nach dem Schuss noch zu steuern. Drückt man nach einer Flanke beispielsweise nach links oder rechts, ändert sich die Flugbahn des Leders in die entsprechende Richtung. Auf diese Weise lassen sich mit ein wenig Übung präzise Bananenflanken spielen oder Schüsse mit Effet in den Knick des gegnerischen Tores platzieren. Realitätsfanatiker dürften sich zwar auf die Füße getreten fühlen, aber sowieso sollte man Sensible Soccer 2006 nicht allzu ernst nehmen und als Fun-Fußball ansehen. Neben der bekannten Spielmechanik haben die Entwickler alles, was den genialen Vorgänger ausmachte, in die neuste Auflage implementiert.
Aber auch neue Features sind eingebracht worden. So es ist es nun möglich, Pässe via Analogstick punktgenau zu spielen. Ein Pfeil unter dem jeweiligen Spieler zeigt dabei die Richtung an, in die der Ball gekickt wird. Dieses Feature erweist sich allerdings als ein wenig unnütz, da der Spielverlauf so ungemein schnell ist, dass man kaum Zeit hat, mit dem Analogstick zu zielen. Meist artet der Versuch, auf diese Weise einen Pass zu spielen, in einem Fehlpass ins Leere aus. Die Standardsteuerung ist um einiges praktischer und leichter zu handhaben. Drückt man in die ungefähre Richtung des Mitspielers und spielt einen Pass, kommt dieser so gut wie immer an.
Grafisch versuchen die Entwickler mit der Zeit zu gehen und so erstrahlt der Rasen von Sensible Soccer erstmals in der dritten Dimension. Passend zu der arcadelastigen Spielmechanik, sind auch die Spielermodelle mit ihren riesigen Köpfen und dem Cel-Shading-Look auf Comic getrimmt.
Auch die Kamera ist näher am Geschehen als damals. Womit wir auch schon beim größten Kritikpunkt angelangt wären, der Kamera. Selten war die Führung bei einem Spiel, sogar Genre übergreifend derart hektisch und chaotisch wie bei Sensible Soccer 2006. Bei so gut wie jeder neuen Ballberührung zentriert sich diese aufs Neue. Dadurch werden die Spiele auf dem virtuellen Grün zur Tortur für die Augen. Dem einen oder anderen mag diese Tatsache vielleicht nicht so negativ auffallen, wir empfanden dies jedoch als extrem störend und spielflusshemmend.
Bleibt zu hoffen, dass Codemasters diesbezüglich einen Patch nachliefern wird. Konsolenbesitzer dürften in dieser Hinsicht allerdings in die Röhre schauen. Auch soundtechnisch konnte der Titel nicht unbedingt überzeugen und die Stadionatmosphäre kommt bei der Konkurrenz besser zu Geltung.