Gesamtwertung72%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Wer hat sich schon nicht einmal gewünscht, so richtig die Sau rauszulassen und sich in ein Monster zu verwandeln? Beim Action-Adventure Shade: Zorn der Engel darf man dies zeitweise auch. Warum die Schnetzel- und Balleraction jedoch nur bedingt Spaß macht, erfahrt Ihr in unserem dämonischen Review zum Spiel, muahaha...
In Shade schlüpft Ihr in die Rolle eines namenlosen Helden, der eines Tages einen besorgniserregenden Brief seines Bruders erhält, dessen archäologischer Hintern seit einer bedeutsamen Ausgrabung wohl in mächtig großen Schwierigkeiten steckt. Also beschließt unser Alter Ego dem Brief nachzukommen, und nach dem ersten Kontakt mit Zombies in einer Kirche trifft Mr. Unbekannt auf einen Geist, der Ihm erzählt, dass das Leben seines Bruders und das der Menschheit auf dem Spiel stehe, wenn wir uns nicht kooperativ zeigen und wichtige Artefakte in unsere Gewalt bringen. Und weil wir gerade nichts anderes zu tun haben, nehmen wir das Angebot natürlich an.
Dem gesamten Gegnerrepertoire bestehend aus flinken Skeletten, verwesenden Zombies, Riesenspinnen, bösen Magiern und vielem mehr gebt Ihr mithilfe von Pistolen, Schwertern, Äxten, Morgensternen und Armbrüsten ordentlich eins auf den Deckel. Dabei wird auch mit einer gewissen Portion Blut nicht gegeizt. In Shade rollen zwar nicht massenweise Gliedmaßen und Köpfe wie zum Beispiel im indizierten Severance oder im neuesten Prince of Persia-Ableger Warrior Within, dennoch ist die ab 12er-USK-Freigabe fragwürdig, zumal auch Kraftausdrücke des Helden nicht gerade selten vorkommen.
Eigentlich sind die Kämpfe in Shade ja recht leicht zu knacken, aber nur wenn man von einer Maximalgegneranzahl von zwei ausgeht, denn wenn drei oder mehr Widersacher Euren Helden entgegenstürmen wirds schnell frustrierend schwer.
Das liegt ganz einfach daran, dass die meisten Attacken nicht darauf ausgelegt sind, einen Pulp von Gegnern schnell und effizient zu töten. So bleibt einem meist nichts anderes übrig, als mindestens einem Monster im Kampf den Rücken zuzukehren, nur weil man gerade mit einem anderen garstigen Vieh beschäftigt ist. Heilen könnt Ihr Euch übrigens nur an vorgesehenen Stellen, genau wie beim Speichern.
Wenn alle Stricke reißen, verwandelt sich unser Held auf Knopfdruck in einen Dämon. Ja, Schizophrenie ist schon was feines! Dieses furchtbare Wesen ist nahezu unverwundbar, kann alle möglichen Zaubertricks und verschiebt auch Kisten, die für die menschliche Hälfte unseres Alter Egos zu schwer sind. Jedoch ist der Dämon der Rentner unter den Monstern, er kann nicht springen, sich nicht ducken und bewegt sich nur in einem sehr lahmen Tempo. Glücklicherweise liegt es am Spieler, wann er seine Haut wechseln möchte.
Lasst Euch nicht verarschen...vor allem nicht bei Shade!Die Bezeichnung Action-Adventure trifft bei Shade nur sehr wage zu: nimmt man es genau, ist gut 80% des gesamten Spiels reine Action und der Rest nur Adventure. Meistens gilt es, lediglich irgendwelche Schalter zu finden und zu betätigen, oder aufgesammelte Gegenstände am richtigen Ort zu platzieren. Letzteres ist sogar so einfach geraten, dass man beim Durchblättern des Inventars direkt darauf hingewiesen wird, ob ein Gegenstand funktioniert oder nicht. Warum lässt man den Spieler nicht einfach mal im Dunkeln tappen und macht ihm die Lösung eines Rätsels so einfach?
Wie beschrieb die PC Zone das Spiel doch so schön: Silent Hill meets Indiana Jones Nun ja, Shade könnte man im Höchstfalle als eine Art Silent Hill Light mit viel Jump´n´Run-Einlagen beschreiben. Natürlich ist das Spiel auf eine subtile Art gruselig, aber widerliche und gänsehauterregende Schockeffekte wie beim erfolgreichen Horror-Adventure Silent Hill hat das Spiel nicht im Ansatz zu bieten.
Grafisch ist Shade recht ansehnlich, auch wenn es nicht ganz mit aktuellen Spielen mithalten kann: die Spielfiguren sind detailliert, jedoch etwas polygonarm und die Texturen akzeptabel, aber ein wenig verwaschen. Effekttechnisch ist das Spiel jedoch erste Sahne, was sich vor allem bei den dank des Schwierigkeitsgrades - stark benötigten Zauberkräften bemerkbar macht. Diese wurden abwechslungsreich und ansprechend gestaltet und vermitteln echtes Fantasy-Flair. Auch bei den Levels gibts nichts zu mosern: mit viel Liebe zum Detail schicken Euch die Entwickler hier in die entlegensten Gebiete.
Akustisch bietet das Spiel in der deutschen Version einen durchaus soliden Hauptsprecher, dessen Stimme so gut zum Helden passt, wie das Schwert in die Wänste Eurer Gegner. Schade nur, dass der liebe Herr es mit seiner Markigkeit ab und zu übertreibt, so dass es manchmal etwas lächerlich wirkt. Die Waffeneffekte sind ebenfalls nichts Halbes und nichts Ganzes, klingen also nicht schlecht, gewinnen jedoch auch keinen Award.
Shade: Zorn der Engel im Test.
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