Silent Hill - Der Film

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Konami
Entwickler
Konami
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
-
Silent Hill - Der Film [PC , looki.de]

Silent Hill - Der Film

Informationen:

Originaltitel: Silent Hill

Regisseur: Christophe Gans

Drehbuch: Roger Avary

Altersfreigabe: ab 16

Länge: 125 Minuten

Cast:

Radha Mitchell - Rose Da Silva

Sean Bean - Christopher Da Silva

Jodell Ferland - Sharon Da Silva

Laurie Holden - Cybil Bennett

Deborah Kara Unger - Dahlia Gillespie

Kim Coates - Officer Thomas Gucci

uvm.

Inhalt:

Die kleine Sharon Da Silva (Jodelle Ferland) ist ein echtes Sorgenkind. Ihre Mutter Rose (Radha Mitchell) kann nur zusehen, wie sich der Geisteszustand ihrer Tochter verschlimmert: Sie redet wirres Zeug, hat ständig Albträume und verfällt zunehmend auch körperlich. Die Ärzte haben keine Ahnung, was sie mit Sharons bizarrem Krankheitsbild anfangen sollen; Einweisung in eine psychiatrische Anstalt lautet ihre hilflose Empfehlung. Aber Rose spürt instinktiv, dass man ihrer Tochter dort nicht helfen kann. Was also tun? Es gibt einen einzigen Hinweis, dem Rose noch nicht nachgegangen ist: Im Schlaf wiederholt Sharon immer wieder den Namen Silent Hill. So heißt eine nicht all zu weit entfernte, seit langem verlassene Kleinstadt. Irgendwie hat Rose das Gefühl, dort Antworten zu finden. Rose bespricht ihr Vorhaben, gemeinsam mit Sharon nach Silent Hill zu fahren, mit ihrem Mann Christopher (Sean Bean).

Der ist vehement dagegen. Rose fährt trotzdem. Als ihr Wagen die Stadtgrenze von Silent Hill passiert, steht plötzlich jemand wie aus dem Nichts mitten auf der Straße. Rose kann gerade noch ausweichen, verliert aber die Kontrolle über den Wagen und kracht in den Straßengraben. Als sie wieder zu sich kommt, ist Sharon verschwunden. Rose macht sich auf die Suche, bald unterstützt von einer Polizistin aus einer nahegelegenen Gemeinde (Laurie Holden). Und bald zeigt sich, dass Silent Hill dem Ruf als Geisterstadt mehr als gerecht wird: Dichter Nebel taucht die Straßen in permanentes Zwielicht, finstere, furchterregende Gestalten geistern darin herum, sämtliche Wege aus der Stadt sind verbarrikadiert und eine periodisch einbrechende, widernatürliche Dunkelheit verwandelt die Stadt immer wieder in ein höllengleiches Labyrinth. Während Rose verzweifelt nach ihrer Tochter sucht und dabei zahlreichen gefährlichen Bedrohungen widerstehen muss, bringt sie immer mehr über die brutale, puritanische Vergangenheit von Silent Hill in Erfahrung - und über den Fluch, mit dem eine Frau namens Dahlia Gillespie (Deborah Kara Unger) die Stadt einst belegt hat.

Kritik:

Eins wusste man seit dem ersten Teil der Silent Hill-Reihe: Der Stoff ist definitiv filmreif. Das wurde in den Folgejahren vor allem durch den exzellenten zweiten Teil sowie die guten Teile drei und vier bestätigt. Nun hat sich also der international anerkannte Regisseur Christophe Gans (Pakt der Wölfe, Vidocq) an die Materie herangewagt und präsentiert uns mit Silent Hill - Willkommen in der Hölle die langersehnte Celluloidfassung des Survival-Horrors.

Es ist beachtlich, welche Gemeinsamkeiten Filmfassung und Spielvorlage miteinander verbindet. Ein Aspekt, der leider oft mit Füßen getreten wird. Man denke da zum Beispiel nur an die filmischen Umsetzungen von Alone in the Dark oder Blood Rayne. In Gans' Silent Hill steckt auch wirklich das drin, was viele Zocker seit Jahren an den Bildschirm fesselt: Eine spannende, subtil erzählte und atmosphärisch dichte Gruselgeschichte.

Kommen wir zum Beispiel zur Geschichte des Films im Vergleich zu den Spielen: in allen Fassungen haben wir stets eine Hauptperson, die ein persönliches Schicksal zu bewältigen hat. Auch im Film ist dies der Fall: Rose Da Silva - hervorragend gespielt von Radha Mitchell - lebt ständig in der Angst, ihrer Tochter könnte bei ihren nächtlichen Schlafwandel-Touren etwas passieren. Dass ihr Mann - Sean Bean mit einer leider etwas hölzernen Darstellung - dem Rat der Ärzte mehr vertraut als mit ihr nach Silent Hill zu fahren, macht die Sache noch um einiges komplizierter.

Zweiter Vergleichspunkt: Der Wechsel der Dimensionen und der Zusammenhang mit Silent Hill. Ganz klar, auf dieses Faktum stützen sich alle vier Silent Hill-Teile und auch die Filmfassung setzt dies konsequent um. Da haben wir zum einen die reale Welt, das vernebelte Silent Hill sowie das widerwärtige, verdunkelte und surreale Ebenbild dieser Stadt. Dabei ist die Erweiterung von zwei auf drei unterschiedliche Parallelwelten im Film eine alles andere als störende Abänderung. Ziemlich cool ist hierbei die Idee Gans', den Wechsel der Ebenen mithilfe einer Alarmsirene anzukündigen. Und auch wie der Wechsel stattfindet, wurde einfach klasse umgesetzt. In einer Szene verbarrikadiert sich Rose auf einer Schultoilette. Dann ertönt eine laute Alarmsirene und man merkt bereits nach wenigen Sekunden, dass der Ort beginnt, sich zu verändern. Die Tapete löst sich von den Wänden, der Putz bröckelt ab und hindurch sickert Blut. Zu allem Überfluss wird der Tag noch zur Nacht, da das Sonnenlicht aufhört zu scheinen. Ab diesem Zeitpunkt haben wir eine vermoderte, mit getrocknetem Blut nur so eingekleidete Umgebung wie wir sie nur zu gut aus den Spielen kennen.

Kommen wir zu den Kreaturen: logisch, dass Regisseur Christophe Gans nicht alle Monster der Spielvorlage in einen Film unterkriegen konnte. Insgesamt gibt sich die Anzahl der Filmmonster, die sich vor allem aus Kreationen des zweiten Teils zusammensetzt, aber dennoch recht umfangreich.

So bekommt man unter anderem ein glitschiges säurespuckendes Monster, messerschwingende Krankenschwestern sowie Unmengen an fleischfressenden Käfern zu Gesicht (allesamt aus Silent Hill 2). Einen ziemlich coolen Auftritt bekommt übrigens der Pyramid Head - ebenfalls aus Teil 2 - spendiert, der mit seiner furchteinflößenden Gestalt und seinem riesigen Breitschwert alles andere als freundlich erscheint. Ebenfalls dürfen wir eine filmexklusive Neukreation bewundern: Es handelt sich dabei um eine menschenähnliche Figur, die in Ketten eingewickelt ist und deren Beine nach hinten durchgebrochen wurden. Verdammt gruselig das Ganze, aber eine sinnvolle Ergänzung zum Repertoire ist es ohne Frage.

Neben diesen drei Hauptvergleichspunkten gibt es noch eine ganze Reihe anderer Ähnlich- und Gemeinsamkeiten mit der Spielvorlage. Kenner der Spiele werden Details wie gleiche Kameraperspektiven und -fahrten oder auch den effektiven Einsatz eines Störfilters sofort wiedererkennen. Und auch im Film rauscht es (leider nur einmal), wenn ein Monster nach dem Leben der Protagonistin trachtet. Überhaupt ist das ganze Design von Silent Hill in seinen verschiedenen Seiten sehr überzeugend. Wie im Spiel ist die ganze Stadt in dichten Nebel gehüllt, eine Flucht ist im ersten Moment unmöglich. Auch der Soundtrack orientiert sich sehr stark am zweiten Teil, in einer Sequenz sogar an The Room, also am vierten Teil der Serie.

Noch ein Wort zur Gewaltdarstellung: Wie schon die Spielvorlage, so ist auch der Film alles andere als ein Splatterfest. Das hat er auch wegen seiner Atmosphäre und optischen Umsetzung gar nicht nötig. Dennoch ist Silent Hill alles andere als ein Kinderfilm. Vor allem gegen Ende hin wird es dennoch sehr blutig, dazu kommen diverse horrorhafte Einstellungen von Verbrennungen, in höchstem Maße grausam gestaltete Monster sowie eine eklige Häutung bei lebendigem Leibe. In Verbindung mit den Soundeffekten, die an das Terror-Kino der 70/80er-Jahre erinnern und auch heute noch in Filmen wie Alexandre Aja's Hügel der blutigen Augen oder High Tension erfolgreich Verwendung finden, kommt die Verfilmung von Silent Hill dem Grad an Psycho-Horror der Spiele verdammt nahe.

Alles in allem ist Silent Hill eine der besten Spieleverfilmungen, die es jemals gegeben hat. In Sachen Spannung und subtiler Erzählweise kann es den Spielen zwar nicht ganz das Wasser reichen, übertrifft aber 08/15-Teenieslasher um Längen. Auch mit welcher Konsequenz Christophe Gans Silent Hill gedreht hat, ist beachtlich und viele Stellen hätte man gar nicht erwartet. Zum Schluss gibt es übrigens noch ein Ende zu bestaunen, welches gewiss nicht mit traditionellen Happy-Ends einher geht und über welches man wohl noch eine ganze Weile diskutieren darf. Viel Spaß dabei!

Silent Hill - Der Film [PC , looki.de]

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