Gesamtwertung87%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Von der Schulbank in den Krieg
Bevor blutige Anfänger in Silent Hunter 3 auf ihre erste Feindfahrt gehen, sollten sie zuerst einmal die Schulbank drücken. In einem Tutorial lassen sich auf der Marineakademie alle wichtigen Themenbereiche des Spiels erlernen: Navigation, Umgang mit Flak- und Deckgeschützen, Abfeuern von Torpedos und Geleitzugangriff.
Klingt einfach, ist es aber nicht, da sich Torpedoangriffe schnell als Wissenschaft für sich entpuppen. Entweder könnt Ihr die KI alle nötigen Daten ermitteln lassen oder selber aktiv werden. Entscheidet Ihr Euch für letzteres, müssen beispielsweise der Kurs des gegnerischen Schiffes, der Winkel zum Bug und die Entfernung für einen erfolgreichen Angriff berücksichtigt werden.
Im späteren Spielverlauf hat man diese Wahl je nach eingestelltem Schwierigkeitsgrad, der von 0 % Realität mit Hilfen bis 100 % Realität ohne sämtliche Hilfen geht, nicht immer.
Sobald das Tutorial beendet ist und alle nötigen Handgriffe sitzen, könnt Ihr in den Krieg ziehen. Zur Auswahl stehen der Karrieremodus oder zehn Einzelmissionen. Die Einzelmissionen greifen wichtige Kriegsgeschehen wie zum Beispiel das Versenken der Bismarck auf. Die Karriere zieht sich über mehrere Kriegsjahre, wobei neben einigen Großschlachten hauptsächlich per Zufall kleinere Aufträge generiert werden.
Zu Beginn einer Karriere müssen Heimathafen und Periode von 1939 bis 1943 gewählt werden. In den ersten Kriegsjahren war die Gegenwehr der Alliierten noch nicht sehr groß, um im späteren Verlauf durch neue Verteidigungsmaßnahmen und mehr Kriegsschiffe in den Gewässern ihren Gipfel zu erreichen. Dementsprechend sollten Neulinge direkt mit Ausbruch des Krieges ihre Karriere beginnen, um Angriffsstrategien und Manöver zu perfektionieren. Für jeden erfolgreich abgeschlossenen Auftrag gewinnt Euer Charakter an Ansehen, was für neue Ausrüstung oder gar ein komplett neues U-Boot verwendet werden kann.Eine andere Währung des Spiels ist die Motivation, die darüber entscheidet, wie viele und wie erfahrene Crewmitglieder rekrutiert werden dürfen.
Aber wie genau läuft eine Mission ab? Vor und nach jedem Auftrag befindet Ihr Euch im Heimathafen, wo Besatzung, Ausrüstung und Logbuch verwaltbar sind.
Gefallene Soldaten müssen ersetzt werden, um am Schluss nicht alleine durch die Sieben Weltmeere zu schippern. Nehmt Ihr einen neuen Auftrag an, muss zuerst Kurs auf das Zielgebiet gesetzt werden.
Durch einen Zeitraffer lässt sich die Anfahrt deutlich verkürzen, was unter Umständen dennoch einige Minuten beanspruchen kann. Wünschenswert wäre es gewesen, die Entwickler hätten beispielsweise durch Zeitsprünge solche Leerläufe innerhalb des Spielablaufs vermieden. Im Zielgebiet angekommen sollte man der Crew direkt den Befehl zum Tauchen auf Seerohrtiefe geben, um anschließend das Gebiet nach Feinden untersuchen zu können. All diese Schritte lassen sich dank der einfachen Steuerung in Windeseile erledigen.
Das Interface umfasst am unteren Bildschirmrand die Richtungs-, Geschwindigkeits- und Tiefensteuerung des Bootes, wodurch die Navigation mit ein bisschen Übung das geringste Problem darstellt. Problematischer ist der Angriff auf ein feindliches Schiff. Nicht nur der bereits oben beschriebene Abschuss eines Torpedos ist schwierig, sondern auch das Anschleichen und Ausrichten des eigenen Bootes.
Damit der Torpedo nicht am Ziel vorbeizischt, müssen Winkel und Entfernung zum Gegner stimmen. Verhält man sich bei einem Angriff zu ungestüm und fällt durch zu laute Motoren auf, können Wasserbomben oder Geschütze das U-Boot mühelos in ein nasses Grab verwandeln.
Filmreife Atmosphäre
Obwohl oder gerade weil die Entwickler auf einen hohen Realitätsgrad setzten, kommen auch die Effekte in Silent Hunter 3 niemals zu kurz. Der Soundtrack überzeugt nicht nur durch seine Hintergrundmusik, sondern hauptsächlich durch die Hintergrundgeräusche, die Stimmung aufkommen lassen. Beim Tauchgang ächzt die Außenhaut unter der Belastung, mitten in Gefechten hört man kontinuierlich das Ping ping des Sonars, während außerhalb des Bootes Wasserbomben mit einem dumpfen Knall explodieren. Kombiniert mit der eindrucksvollen Grafikengine, die meterhohe Wassersäulen bei Torpedoeinschlägen oder die gesamte Crew in 3D darstellen kann, entsteht eine filmreife Atmosphäre à la Das Boot.
Diese technischen Raffinessen haben aber auch ihren Preis: wer nicht über die empfohlenen 1024 MB Arbeitsspeicher verfügt, muss mit langen Ladezeiten vor den Missionen rechnen.
Einen deutlich unvollständigeren Eindruck macht der Multiplayer-Modus. In bloß zwei verfügbaren Spielmodi können bis zu vier Spieler im Internet und bis zu acht Spieler im Netzwerk entweder gescriptete oder generierte Missionen zusammen erledigen. Einziger Unterschied: generierte Missionen sind bereits vorgefertigt, wohingegen Einsatzziel, Gegneranzahl und Datum bei gescripteten Aufträgen eigenständig ausgewählt werden dürfen. Etwas mehr Abwechslung hätte dem Mehrspielerpart sicherlich gut getan.
Silent Hunter 3 im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Ubisoft?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.