Gesamtwertung68%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Als Sim City-Schöpfer Will Wright Anfang dieses Jahres einen weiteren Teil der beliebten Serie ankündigte, waren die Erwartungen an den Titel hoch angesetzt. Nicht zuletzt aufgrund der Komplexität und der Spieltiefe der Vorgänger rechneten viele Fans mit einer durchaus fordernden Wirtschaftssimulation in frischem Gewand, welche in den oberen Bereichen vielleicht sogar neue Maßstäbe setzen könnte. Doch es kam anders. So war die Enttäuschung groß, als bekannt wurde, dass mit Sim City Societies keinen waschechter Nachfolger, sondern vielmehr eine in Aufbau und Spielsystem stark vereinfachte Weiterentwicklung für jüngere Gelegenheitsspieler auf den Markt kommen sollte. Ob die Skepsis der Fans wirklich berechtigt war und wie viel Sim City-Charme dem Titel wirklich erhalten geblieben ist, klären wir in unsrem Review.
Moderner Städtebau
Im Vergleich zu den vorherigen Teilen der Serie liegt der Fokus in Sim City Societies nicht auf einer fluktuierenden Wirtschaft oder einem ausgeklügeltem Straßen-, Strom- und Wasserleitungssystem, sondern ganz auf den Bedürfnissen der einzelnen Sims, die in der Stadt leben.
Diese Bedürfnisse werden dabei in den sechs sozialen Werten Produktivität, Wohlstand, Kreativität, Gläubigkeit, Autorität und Wissen gemessen; so ist in einer Luxusmetropole der Wohlstand von höchster Bedeutung, während in einer spirituellen Stadt die Gläubigkeit im Vordergrund steht. Produziert werden die einzelnen Faktoren durch Häuser, Dekorationen oder Einrichtungen, verbraucht durch Wohnungen und anderen von Sims genutzten Gebäuden. Es liegt also am Spieler stets die Balance zwischen Verbrauch und Produktion zu halten. Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftssimulationen bestimmt weiterhin nicht der Computer in Form der Einwohner die Bedürfnisse und lenkt das Handeln des Spielers, sondern es steht diesem frei welche Art Gebäude er baut. Wohlstandswohnhäuser spenden somit nur Platz für die High Society und die Stadt bekommt durch den Bau dieser eine bestimmte soziale Richtung zugewiesen.
Natürlich steht es ebenfalls im Ermessen des Spielers ob er sich auf ein Bedürfnis spezialisiert oder eine Mischung verschiedener Werte zulässt. Was viele hierbei jedoch als spielerische Freiheit betiteln, erweist sich im Verlauf des Spiels jedoch als wenig fordernd und zumal sehr einseitig.
So genügt es dutzende günstige Dekorationen wie beispielsweise Sträucher zu platzieren, die dann wiederum Kreativität produzieren und gleichzeitig keinen anderen sozialen Wert benötigen. Dadurch lassen sich schnell und kostengünstig Wertpunkte scheffeln und in neue Gebäude investieren; Abwechslung sieht anders aus, wenn man bedenkt, dass auch die Bedürfnisse letzten Endes vom Geld des Spielers abhängen. Besonders deutlich wird dies im freien Modus ohne Regeln, in welchem der Spieler unendlich Simoleons zur Verfügung hat.
Der Alltag eines Bürgermeisters
Selbstverständlich bietet Sim City Societies in vielerlei Hinsicht auch spielerischen Tiefgang. Die drei verschiedenen Modi, die sich darauf beschränken dem Spieler drei unterschiedliche Startbedingungen zu gewähren, außen vorgelassen, finden sich im Spiel spezielle Gebäude, die wiederum andere Bauwerke in ihrer Funktion beeinflussen. So produziert das Polizeirevier beispielsweise nicht nur Autorität, sondern sorgt ebenfalls dafür, dass sich die Bürger in der Umgebung sicherer fühlen und somit glücklicher durch die Straßen wandern. Unglückliche Sims hingegen bleiben der Arbeit fern, oder sorgen für alltägliche Katastrophen wie Brandstiftung und Räubereien. So muss letzten Endes auch darauf geachtet werden wo bestimmte Gebäude platziert werden.
Darüber hinaus sorgen U-Bahn- oder Busstationen für Entlastung von Sims, deren Arbeitsstelle weit von Zuhause entfernt ist, und verschiedene Kraftwerke für Strom. Letztere unterscheiden sich dabei ebenfalls im CO2-Ausstoss, bedingen jedoch im Vergleich zu den Vorgängern keinerlei Verlegung von Strommasten oder Leitungen. Auch auf ein Wasserwerk verzichtete man gänzlich. Abgerundet wird das Gesamtpaket durch einige Features, die bisher nur in der Die Sims-Reihe zum Tragen kamen. So können Häuser ausgestattet und den Sims passende Accessoires verpasst werden.
Dies geschieht durch den Bau von Einkaufszentren oder Möbelhäuser, in denen die Sims Ausstattung und Kleidung kaufen. Mit einem Klick auf die Gebäudeinformationen können hierbei die individuellen Sims- und Wohnungsdetails erfragt werden. Direkten Einfluss auf die Kaufgewohnheiten der Einwohner hat der Spieler jedoch kaum.Als weiterer positiver Aspekt lässt sich die Modifizierbarkeit des Titels nennen. So können XML-Dateien und somit die Statistiken verschiedener Gebäude geändert werden. Weiterhin können erstellte Städte online veröffentlicht und getauscht werden, was zwar keinen wirklichen Multiplayermodus darstellt, jedoch ähnlich wie bei Die Sims eine breite Community ansprechen wird.
Während die Vorstellung in Sachen Spieldynamik und Abwechslung eher schlecht als recht erscheint, können den Entwicklern in Sachen Grafik auf den ersten Blick keinerlei Vorwürfe gemacht werden.
Herrliche Wasserspiegelungen, schöne Tag- und Nachwechsel sowie erstklassige Wetteränderungen wissen so durchaus zu gefallen. Schnell wird dem Spieler jedoch die Kehrseite der Medaille in Form von Rucklern während der Speicherphase sowie Slowdowns während dem Zoomen bewusst. Diese stören zwar nicht den Spielfluss, jedoch wirken sie sich auf Dauer nervig aus. In Sachen Sound greift man indes auf eine passende Hintergrunduntermalung sowie der Sims-Synchronisation zurück. Besprochene Tutorials oder gar einige Ansagen bei Katastrophen und Unstimmigkeiten in der Stadt gibt es nicht.
Die Steuerung geht darüber hinaus leicht von der Hand, die Menüs sind übersichtlich und es werden vor allen Dingen für Einsteiger zahlreiche Hilfen geboten.In technischer Hinsicht leidet der Titel darüber hinaus noch unter zahlreichen Programmabstürzen, die jedoch bereits mit dem ersten Patch teilweise eingedämmt wurden.