Simon the Sorcerer 3D

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Vivendi
Entwickler
Headfirst
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
6
Simon the Sorcerer 3D [PC , looki.de]

Gesamtwertung

58%/10

Grafik

Mangelhaft

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Mangelhaft

Simon the Sorcerer 3D

Viele Fans von Adventures dürften sich an die ersten beiden Teile von Simon the Sorcerer erinnern. Adventuresoft hat nach zahlreichen Verspätungen den dritten Teil in 3D veröffentlicht.

Simon the Sorcerer 3D sollte eigentlich schon vor mindestens 2 Jahren erscheinen. Zahlreiche Probleme, u.a. der Aufkauf des einstigen Publishers Hasbro, führten zu immer mehr Verzögerungen und Entwickler Headfirst mußte mit absoluten Low-Budget das Spiel weiterentwickeln. Leider ist dies Simon the Sorcerer 3D stark anzumerken.

Auf Simon auf...

Wieder einmal geht es gegen den bösen Zauberer Sordid. Der dritte Teil setzt eigentlich nahtlos dort an, wo der 2. Teil aufhörte. Nach seiner Niederlage gegen Sordid, verlor Simon seinen Körper und muß nun durch geheimnisvolle Priester wiederbelebt werden. Sordid bekam währenddessen durch seinen Gehilfen Runt einen schönen Superanzug geschmiedet, in den er seine Seele verfrachtet. Noch ist Simon aber nicht vollends verbunden mit seinem Körper. Zuerst muß er einen heiligen Pfirsich essen. Dummerweise geht dies erst, wenn einer reif ist und vom Baum fällt, ansonsten muß ein anderer Mensch sterben? Ob das Simon stört? Findet es selbst heraus. Zuerst einmal müßt ihr euren Freund, den freundlichen Zauberer Calypso, treffen, denn dieser kann euch hoffentlich weiter helfen. Zuviel von der Story wollen wir jedoch nicht erzählen, denn diese und die Kommentare sind die einzigen Pluspunkte am Spiel.

Nun mach doch mal, Simon...

Die Rätsel in Simon 3D sind nämlich auch gut gelungen. Jedenfalls sind sie abwechslungsreich und durchweg gewohnt lustig und extrem abgedreht. Außerdem gibt es massenweise Anspielungen an andere Computerspiele, wie z.B. Lara Croft, Rollenspiele oder auch Filme, wie Indiana Jones. So heißt auch der Untertitel, der nur am Anfang sichtbar ist 'Jäger der verlorenen Südfrucht' und ist im Indiana Jones Look gehalten. Um die zahlreichen Rätsel zu lösen, muß man jedoch auch unkonventionell denken, denn um auf die Idee zu kommen: 'einem Prinz eine Dornröschennadel zu geben, damit die Eigentümerin, eine Hexe mit Anrufbeantworter diesen in einen Frosch verwandelt, Simon diesen Frosch im Ofen zum Schwitzen bringen kann, um mit dem ausgepressten Schweiß magische Bohnen herzustellen' braucht es schon einiges an Humor. Dies führt aber dazu, dass Simon nicht langweilig wird. Auch laufen muß man kaum, denn es gibt überall Teleporterstellen, mit denen man sich über das Auswählen auf einer Karte, überall hin bewegen kann. Hin und wieder gibt es jedoch versteckte Stellen, die man selbt finden muß.

Nun lauf mal, Simon...

Auch Actioneinlagen gibt es. Dinge wie Gnomenwettkampfschießen (die Gnome werden geschossen!) sind ja noch lustig, hingegen sind Süssigkeiteneinsammelrennen schon fast wieder peinlich. Problematisch bei den Actionsequenzen ist die schlechte Grafik und die mißlungene Steuerung (dazu gleich mehr). Sie bieten jedoch gute Abwechslung. Die mangelhafte Steuerung macht sich besonders bemerkbar. Simon wird nicht aus der Ego-Perspektive gesteuert, sondern immer von einer, vorher festgelegten und leider nicht immer optimalen Kameraperspektive. Dadurch passiert es z.B. dass man auf die Kamera zulaufen muß. Dabei geht die Übersicht dann vollkommen verloren. Außerdem haut man laufend gegen Wände oder Gegenstände, da man oft nur schwer einschätzen kann, ob man 'die Kurve bekommt'.

Es ist zwar möglich kurzfristig in die Sicht von Simon umzuschalten, jedoch kann Simon sich dann nicht bewegen. Der Held des Spiels kann noch rennen, schleichen und kriechen. Springen ist nicht möglich. Warum diese Lösung gewählt wurde, wissen wohl nur die Entwickler. So wird die 3D-Grafik-Lösung noch fraglicher, als sie es ohnehin schon ist.

Auch das Inventar ist ein ehlendes Gefummel, um 2 Objekte zu kombinieren und die gesamten Gegenstände zu erkennen. Wenigstens können per Hotkey die Objekte ausgewählt werden, wenn man diese benutzen will, z.B. mit einem Objekt in der Landschaft. Aber auch dort kommt wieder die Unzulänglichkeit der Engine zu tragen. Oft muß man sich in einer genauen Position befinden, damit die Kollisionsabfrage des Spieles erkennt, welches Objekt man in der Landschaft benutzen will. Eine Mousesteuerung gibt es nämlich nicht.

Schau mal, schau, Simon...

Wo wir auch schon bei der Grafik wären. Dieser sieht man mehr als jeder zu hoffen mochte, die lange Entwicklungszeit an. Gesichter sind bemalte Quadrate oder vielleicht bekommt noch die Nase, die Ohren oder der Bart der 60 unterschiedlichen Charaktere ein paar Polygone. Auch Hände und Arme sehen wie Bauklötze aus. Gleiches gilt leider für die Spielumgebung. Das ganze sieht aus wie mit einem 3D-Spielebaukasten zusammengesetzt. Ein Weizenfeld z.B. als 6 eckiger Bauklotz ist nur gelb. Trotz dieser Unzulänglichkeiten sind die Gegenden jedoch extrem abwechslungsreich und auch lustig und niedlich desigend. Vieles ist extrem bunt und man sieht an, dass die Designer versucht haben, das Beste aus den Unzulänglichkeiten der Grafikengine, die wohl nicht mal Doom-I-Niveau erreicht, herauszuholen. Es gibt noch wenige gutgemachte Effekte, wie Wimpernschläge z.B. von Simon, die, vorallem kombiniert mit den diversen fiesen und teils beleidigenden Sprüchen, extrem lustig sind. Hingegen sind auch Wasserlinien einfache Striche in der Landschaft. In seichtes Wasser kann man noch stapfen. Seltsamer Weise bewegt sich dann die Robe unter Wasser genauso hin und her, als wenn Simon über Land läuft. Die schlicht und einfach als häßlich zu bezeichnende Grafik trübt damit das Gameplay und den Gesamteindruck mehr als beträchtlich.

Nun sagt mal was, Simon...

Neben den Rätseln, der Story retten die witzigen und spritzigen Dialoge, die allesamt von professionellen Sprechern eingesprochen wurden, Simon vor einem Totalabsturz. Kombiniert mit lustigen Bewegungen, Gesichtsausdrücken (soweit die Engine das zuläßt) führt die Sprachausgabe dazu, dass man weiter am Spiel gefesselt bleibt. Die Kommentare und Anspielungen sind so gut gemacht, dass man des öfteren einen Lachkrampf bekommen dürfte und sich erst einmal erholen muß. Stellenweise kann man auch zwischen verschiedenen Sprüchen auswählen, zu denen auch diverse Beleidigungen zählen, die allesamt extrem lustig sind. Wenn man einem Zwerg z.B. die Fragen stellen darf, ob dieser auch Long-Drinks mag, dann ist man sicher auf die Antwort gespannt. Zu den frechen Dialogen gehören auch die Rededuelle mit der guten Fee, die Simon begleitet und z.B. bei dem Erlernen der Steuerung hilft. In den Dialogen und Sprüchen, kombiniert mit den abgedrehten Rätseln, stecken derart viele gute Idee und Einfälle, dass man bei den Entwicklern nur warhaftig 'kranke' Gehirne vermuten kann. Auch die Hintergrundmusik und die Soundeffekte sind größtenteils sehr gut gelungen. Wäre dies alles zusammen mit akzeptabler Grafik (wozu auch gutgemachte 2D Grafik gezählt hätte), wäre Simon 3D ein absoluter Spitzenkandidat. So erscheint es als ein weiterer Grabstein des Genre.

Fang den Käfer, fang ihn

Ja leider existieren trotz der langen Entwicklungzeit immer noch Bugs. So gibt es an einigen Stellen Abstürze und das CD-Startmenü erkennt den Mauszeiger nicht richtig. Genauso seltsam ist, dass, trotz der bescheidenen Grafik, die Grafik hin und wieder ruckelt (auf einem 1 Ghz Rechner!) und die Ladezeiten zwischen den Level noch relativ lang sind.

Fazit

Warum nur? Warum nur? Warum nur? Das kann man sich eigentlich gar nicht oft genug fragen. Warum nur sind die Entwickler des dritten Simon the Sorcerer Teiles nicht beim guten alten 2D geblieben? Dann wäre wahrscheinlich alles geworden und das Spiel hätte auch einer 80er Wertung bekommen. So aber legt Simon the Sorcerer 3D trotz, oder gerade wegen, der langen Entwicklungszeit eine kräftige Bauchlandung hin.

Zum Schreien komisch sind die Dialoge, die Kommentare von Simon und auch die zahlreichen und auch gelungenen Rätsel des Spieles. Nur leider ist Simon eines der Spiele, welches aufgrund der total veralteten Technik und die komplett verkorksten Steuerung auch das Gameplay in Mitleidenschaft zieht. Die Grafik ist, gelinde gesagt, für heutige Verhältnisse potthässlich und die Steuerung führt zum Haareausreißen. Wenigstens ist der Sound und die Sprachausgabe gelungen.

Wen sämtliche Mängel nicht stören, findet im dritten Teil von Simon jedoch viel Witz, viel schwarzen Humor, eine gelunge Story und auch einiges an Abwechslung. Des öfteren liegt man vor Lachen auf dem Boden. Leider schlottert es danach wieder, wenn man eine Hand sieht, die nur 'ein' einziger Würfel ist oder wenn man Simon wieder einmal auf die Kamera zusteuern muß und deswegen gegen eine Wand rennt. Es treibt einem dann schon einmal die Tränen ins Gesicht, wenn man bedenkt, wieviel Potential, durch die genialen Kommentare und Geschichte generiert, durch die technischen Unzulänglichkeiten verschenkt werden. Einfach Schade, dass ich das Spiel somit nur wirklichen Fans von Simon empfehlen kann.

Simon the Sorcerer 3D [PC , looki.de]

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