Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Die Hintergrundgeschichte von Singles: Flirt up your Life ist schnell erzählt: ein Single sucht eine Wohnung und bewirbt sich auf eine Zeitungsannonce hin bei einem anderen Single. Da anscheinend keine negativen Spannungen zwischen den beiden herrschen, fassen sie den Entschluss, sich die Wohnung für die nächste Zeit zu teilen.
Noch schneller als die Story ist das Spielprinzip erklärt: beide Singles müssen verkuppelt und vor den Traualter gebracht werden. Da sich der Spieler zu Beginn des Spiels für zwei Singles entscheiden muss, ist es unterschiedlich, wie schnell dieses Ziel erreicht wird. So funkt es zwischen einem Goth und einer schüchternen Frau erst nach mehreren netten Gesprächen, wohingegen zwei Partylöwen schon nach den ersten Sätzen im Bett landen. Wer will, kann auch gerne gleichgeschlechtliche Paare zusammenstellen, um dem heiß geliebtem Lesbenporno mal eine Auszeit zu gönnen.
Der Einstieg ins Spiel wird durch ein Tutorial erleichtert. Nicht, dass die wenigen Mausklicks, die für den Spielablauf benötigt werden, ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Aber für Neulinge, die zum ersten Mal die Shotgun gegen einen Kochlöffel eintauschen ist das sicherlich sehr hilfreich.
Der Freigegeben ab 16 Jahren-Aufkleber auf der Verpackung dürfte höchstens bis zur ersten Bekanntschaft mit dem Kleiderschrank verwundern. Was bei Die Sims ein Tabuthema war, ist für Singles nur rechtens! Statt mit Markenklamotten durch die Wohnung zu stolzieren, kann jeder Single auch splitterfasernackt auf Erkundungstour geschickt werden. Dies stört nicht nur die BPjS, sondern auch die Hauptfiguren, die ihrem Gegenüber nur für ein paar Sekunden ihren Astralkörper präsentieren, bevor sie mit rotem Gesicht in ihre Zimmer flüchten. Auch Schlafzimmerszenen werden unzensiert gezeigt, sobald allerdings ein Charakter seine Notdurft verrichten muss, wird zum Glück ein Icon drübergeblendet.
Apropos Erotik: damit die erste heiße Nacht genauer unter die Lupe genommen werden kann, muss es zwischen beiden Partnern erst geknistert haben. Immerhin leben sie in einer WG und nicht in einem Puff. Beziehungspunkte, die sich in Erotik und Romantik aufteilen, lassen nur bei ausreichender Anzahl bestimmte Aktionen zu beispielsweise funktioniert eine Umarmung mit deutlich weniger Beziehungspunkten, als zum Beispiel Petting.
Neben Erotik und Romantik müssen noch sechs weitere Bedürfnisse gestillt werden, damit unsere Singles glücklich sind. So muss für ausreichende Hygiene und genug Nahrung im Kühlschrank gesorgt werden, falls verhindert werden soll, dass die Stimmung in den Keller sinkt. Bei schlechter Stimmung geht die romantische Veranlagung schnell flöten und das Ziel: ein erfolgreicher Heiratsantrag, kann nicht mehr erfüllt werden!
Ebenfalls Einfluss auf die Stimmung, hat die Wohnungseinrichtung. Über 200 Gegenstände, vom einfachen Mülleimer bis hin zum Designer-Sessel, warten auf kauflustige Spieler. Klar, dass ein Plasma-Fernseher besser ankommt als ein zehn Jahre alter TV, der jeden zweiten Abend in Flammen aufgeht. Sollte dies einmal der Fall sein und das wird bei billiger Ausstattung schnell geschehen muss der entsprechende Gegenstand nicht sofort auf dem Sperrmüll landen.
Jede Spielfigur erhält für erfolgreiche Aktionen Erfahrungspunkte, die man dann auf unterschiedliche Fähigkeiten verteilen kann, darunter unter anderem Reparieren, Putzen, Kochen oder Witze erzählen. Allerdings solltet Ihr erst gar nicht auf die Idee kommen, nur der Frau die Haushaltsarbeit aufzudrücken, denn das wird sich mit Sicherheit rächen. Jeder Single, der sich ungerecht behandelt fühlt, teilt dies dem Partner mit, was letztendlich sogar zum Rausschmiss aus der WG führen kann!
Da Geld nicht an Bäumen wächst, muss das Traumpaar arbeiten gehen. Ausschließlich Luft und Liebe hat noch keinen am Leben gehalten. Falls die Arbeitstätigen mehr Geld nach Hause bringen sollen, kann jeder dazu gewonnene Fähigkeitspunkt dazu verwendet werden, die nächste Sprosse auf der Karriereleiter zu erklimmen.
Neben der unterschiedlichen Charakterauswahl und den vielen Einrichtungsgegenständen sorgen auch die Spielmodi für etwas Abwechslung. Wer erfolgreich zwei Paare verkuppelt hat, darf ab sofort sein Dreamteam in einer luxuriösen Villa hausen lassen. Besonders nett ist der Loft-Modus, bei dem das Spiel in einem großen und ebenso leeren Raum startet. Mit 15.000 bewaffnet, hängt Ihr Euren Job als Amor an den Nagel und werdet stattdessen Innenarchitekt und richtet die Wohnung komplett neu ein.
Aber Illusionen über den Langzeitspielspaß darf man sich nicht machen. Die Wahl der Charaktere oder des Spielmodus macht nur zu Beginn Unterschiede sichtbar, verliert aber schnell an Spannung.
In der Tat abwechslungsreich ist die Grafik zumindest für eingefleischte Die Sims-Spieler. Dynamische Schatten und detaillierte Highpoly-Modelle lassen die Konkurrenz alt aussehen. Die Änderung der Lichtverhältnisse im Tag-Nacht-Zyklus können sich ebenfalls sehen lassen, sorgen aber konstant für Aussetzer, wenn die Abenddämmerung eintritt.
Den Grafikeffekten ebenbürtig ist der Sound. Die Hintergrundmusik ist vielleicht nicht chartverdächtig, erfüllt aber dennoch ihren Zweck. Anzumerken bleibt nur, dass die Soundausgabe der Gespräche auf reines Gemurmel beschränkt ist, vielleicht um die Lokalisierungskosten zu senken. Ein Stimmungskiller ist das aber noch lange nicht.
Singles: Flirt up your Life im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Rotobee?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.