Sinking Island

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Micro Applications
Entwickler
White Birds Productions
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
12
Sinking Island [PC , looki.de]

Gesamtwertung

79%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Sinking Island

Der Name Benoît Sokal ist unter Adventure-Kennern sicherlich kein Unbekannter. Kein Wunder – schließlich entwickelte der gelernte Comic-Zeichner Sokal namhafte Titel wie Amerzone oder Syberia. Da das Adventure Paradise, welches Benoît Sokal im letzten Jahr produzierte, unter den hiesigen Kritikern nur wenig Lob gewinnen konnte, will sich die Entwickler-Ikone nun mit seinem neuesten Adventure-Streich Sinking Island – Mord im Paradies auf seine alten Stärken besinnen. Ob dieses Unterfangen wirklich gelungen ist, werdet ihr in unserer folgenden Review erfahren, in welcher wir das neue Abenteuerspiel genauer durchleuchten werden.

Was ist passiert !?

Engagierte Ermittler haben es oft nicht leicht - so hat auch der Protagonist, namentlich Jack Norm, von Sinking Island eine schwierige Aufgabe zu knacken. Auf einer Insel mitten in einer maledivischen Insellandschaft wurde der steinreiche Multi-Millionär Walter Jones, welcher auf einer dieser Inseln ein Hochhaus errichtet hat, tot aufgefunden. Ob ein Unfall, ein Selbstmordversuch oder ein eiskalt geglückter Mordversuch Ursache für den Tod von Walter Jones war, muss nun Jack Norm herausfinden. Nach einer kurzen Einstiegs-Videosequenz landet der geneigte Adventure-Kenner auch schon im Spiel und muss zu aller erst die Leiche von Walter Jones untersuchen. Dort fällt auch gleich die erste interessante Spur auf. Es steckt nämlich in Walter Jones Kinn ein Fingernagel, welcher anscheinend von einem Streit stammt, der kurz vor dem Tod des Millionärs eskaliert sein muss. Wie aus anderen Point-and-Click Adventures bekannt, lassen sich auch in Sinking Island jegliche signifikante Objekte – wie in diesem Falle beispielsweise der Fingernagel - einsammeln. Nach dem Einsammeln befinden sich alle Objekte, welche man nicht mehr aktiv mit der Umgebung benutzen kann, in dem so genannten Personal Police Assistant (kurz: PPA). Dieser PPA bietet dem Spieler viele Optionen – so kann man zum Beispiel bedeutsame Hinweise zu den einzelnen Verdächtigen abrufen oder verschiedene Objekte miteinander vergleichen.

Nachdem der Spieler nun die Leiche von Walter Jones gründlich untersucht hat, befragt man zunächst Hubert de Nolent, welcher laut eigenen Aussagen der engste Vertraute von Walter Jones war. Diese Dialoge verlaufen in Sinking Island immer nach einem festen Schema. Und zwar darf man dem Verdächtigen Fragen über die Beweisstücke, einige Zeugenaussage oder eine direkte Frage wie „wo waren Sie letzte Nacht um 23 Uhr“ stellen. Zudem darf man alle Charaktere im Spiel dazu befragen, wie Sie die anderen Personen einschätzen würden. Durch diese verschiedenen Gesprächsmöglichkeiten sind die Dialoge in Sinking Island allesamt relativ interessant aufgebaut, und der Spieler versucht meistens die verschiedenen Verdächtigten mit geschickt gestellten Fragen aus der Fassung zu bringen. Sofern der Verdächtige essentielle Aussagen trifft, welche noch für den weiteren Verlauf der Ermittlungen interessant sein könnten, werden diese Angaben im PPA gespeichert und können jederzeit wieder abgespielt werden.

Der interaktive Krimi

Der wohl wichtigste Aspekt ist bei einem Point-and-Click Adventure – neben den einzelnen Rätseln – sicherlich die hoffentlich spannende Story. Schließlich kann der Entwickler aufgrund der besonderen Spielstruktur eines Adventures eine fesselnde Stimmung durch eine exzellente Handlung aufbauen. Hervorragende Abenteuer-Spiele wie Black Mirror, The Moment of Silence oder das 2006 erschienene Geheimakte: Tunguska beweisen schließlich immer wieder, welches Potential das Genre noch besitzt. Glücklicherweise ist die Story auch in Sinking Island laut unserer Meinung alles in allem absolut stimmig. Der Spieler kann sich schnell in die Rolle des leitenden Ermittlers Jack Norm, welcher eher unfreiwillig in diese Rolle reinschlüpfen musste, einfinden und auch die nicht spielbaren Charaktere besitzen allesamt eine ausgeklügelte Persönlichkeit. Der einzige Kritikpunkt, welchen wir bei der Geschichte entdeckt haben, ist, dass die Handlung ein bisschen zu linear verläuft. Bis auf ein paar Ausnahmen verläuft jene nämlich meistens so, dass große Überraschungen oder Aha-Momente ausbleiben, wodurch Sinking Island demzufolge ein bestimmtes Potential nicht voll ausschöpfen kann.

Neben dem normalen Spielmodus besitzt Sinking Island übrigens noch einen so genannten „Zeitdruck-Modus“, in welchem die Spieler bestimmte Ermittlungen in einer vorgegebenen Zeit schaffen müssen. Obwohl diese Zeitdifferenzen im Titel zwar relativ human ausgelegt wurden, fanden wir diesen Modus eher überflüssig, da die meisten Adventure-Fans doch lieber in Ruhe rätseln möchten und somit den Zeitdruck eher als nervig empfinden werden. Die einzelnen Rätsel sind in Sinking Island ebenfalls nicht allzu schwer. Jedenfalls sind die allermeisten Rätsel logisch aufgebaut und können nach einer gewissen Zeit des Überlegens ohne größere Frustrationen durchschaut werden.

Die technische Seite des Spieles

Wie bei allen Point-and-Click Adventures normalerweise üblich besteht die optische Untermalung stets aus statischen Hintergrundbildern, auf welchen sich dann die in Echtzeit berechneten Charaktere interaktiv bewegen können. Diese Hintergrundbilder sind in Sinking Island allesamt sehr stimmig und stärken die Atmosphäre im Spiel rundum. Allerdings muss man sich schon auf diesen speziellen Grafikstil einlassen können, da zum Beispiel Größen wie CrySis oder BioShock eine ganz andere optische Qualität bieten. Erfreulicherweise passen in Sinking Island alle deutschen Synchronisationssprecher zu ihren Charakteren und man hat nicht das Gefühl, dass bei der akustischen Untermalung gespart wurde. Auch die düstere Hintergrundmusik ist absolut stimmig und untermalt die geheimnisvolle Atmosphäre des Adventures.

Fazit

Auf dem Papier schaut es wirklich so aus, als wenn Sinking Island mal wieder ein richtig erstklassiges Adventure geworden ist. Eine gute Grafik, eine überzeugende Atmosphäre und ausgeklügelte Charaktere sind beispielsweise die Grundlagen für eine packende Abenteuer-Stimmung. An der Story hätten die Entwickler allerdings noch etwas arbeiten sollen – diese wirkt schlicht zu linear und bereits nach wenigen Spielstunden hat der Spieler eine Ahnung davon, wie das Ende aussehen könnte. Durch diese Tatsache wird Sinking Island leider eine Menge Spannung entzogen, was Genre-Größen wie Black Mirror oder The Moment of Silence eindeutig besser lösen. Jene Titel wirken nämlich durch den weniger starren Aufbau deutlich unvorhersehbarer und die Atmosphäre ist überdies bei diesen Titeln noch intensiver.

Nichtsdestotrotz sollten alle Fans von Point-and-Click Adventures einen Blick auf Sinking Island werfen. Sofern ihr die kleinen Defizite bei der Handlung ignorieren könnt und zudem Adventures mit einer düsteren Stimmung präferiert, könnte Sinking Island das passende Spiel für euch sein.

Sinking Island [PC , looki.de]

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