Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Im Strategie-Genre hat sich eine Art Sub-Genre herausgebildet, dass sich 4X nennt. Die Bezeichnung steht dabei für die englischen Begriffe 'eXplore, eXpand, eXploit, and eXterminate, auf deutsch also für Erkunden, Expandieren, Ausbeuten, Auslöschen. Das sind laut Begriffserfinder Sid Meier die vier Stützpfeiler des Gameplays eines sogenannten Globalstrategiespiels. Bisher war 4X jedoch meistens nur auf rundenbasierende Strategietitel beschränkt Sins of a Solar Empire zeigt nach den Total War-Spielen, dass es auch in Echtzeit geht. Was das Werk von Ironclad sonst noch so auf dem Kasten erfahrt Ihr im Review.
Schweine im Weltall...
Zu Beginn macht sich gleich Ernüchterung breit: Geht man nach dem atmosphärischen Freeze Frame-Intro noch von einer spannenden Kampagne und einer interessanten Geschichte aus, muss man im Menü-Screen feststellen, dass es gar keine richtige Kampagne gibt. Die drei verfügbaren Fraktionen Trader Emergency Coalition (TEC), Vasari und Advent dürfen sich lediglich in Einzelmissionen gegenseitig auf die Weltraum-Kappe geben.
Die Motive für den interstellaren Konflikt um Vorherrschaft und Vergeltung werden im Intro zwar angedeutet, im Spiel jedoch nicht weiter geführt.
Schon zu Beginn ein echter Schock, zumal die zugrunde liegende Hintergrundgeschichte durchaus Potenzial für eine epochale Umsetzung gehabt hätte. Stattdessen dürft Ihr Euch entweder besagten Einzelaufträgen unterteilt nach kleiner, mittlerer und großer Raumgröße - widmen oder Euch selbst ein Szenario nach verschiedenen Kriterien zusammenbasteln gerade letztere Option ist durchaus sinnvoll, ersetzt aber noch längst nicht eine vollwertige Kampagne mit Identifikationsfiguren, Sequenzen und allem, was so dazu gehört. Nachdem man festgelegt hat, welche Anzahl an Slots für CPU-Gegner zur Verfügung stehen sollen, wie hoch das Spieltempo sein und in welchen Ausmaßen Rohstoffe vorhanden sein soll, kann es auch schon losgehen.
Könnte man an dieser Stelle noch meinen, dass eine Runde in Sins of a Solar Empire in etwa so lange andauert wie ein Skirmish-Match eines x-beliebigen anderen Strategietitels, hat man sich geschnitten. Ironclad hat seinen Titel recht behäbig gestaltet, sehr behäbig sogar. Bevor Ihr auch nur irgendeinen Flug aus Eurer Basis ausgenommen: Erkundungsflüge zu anderen Planeten tätigt, habt Ihr lange genug mit dem Aufbau eines planetaren und interstellaren Verteidungswalls sowie der Erforschung neuer Einheiten und Fähigkeiten zu tun. Des Weiteren solltet Ihr für eventuelle Überraschungsangriffe oder spätere Jagdflüge Eure Flotte aufstocken: Von kleinen und großen Cruisern bis zu echten Schlachtschiffen ist eigentlich alles dabei, was sich der SciFi-Fan wünscht.
Cool: Das Design der TEC-, Vasari- und Advent-Einheiten unterscheidet sich je nach Wahl der Partei stark voneinander.
Wie es Sid Meier schon so richtig mit der Grundsteinlegung seiner 4X-Definition festgehalten hat, liegt auch bei Sins of a Solar Empire zu Beginn einer jeden Partie alles am Erkunden und Expandieren. Leichte Erkundungsschiffe sollten vorgeschickt werden, um sich über die Beschaffenheit und den Reichtum anderer Planeten schlau zu machen.
Planetenumgebende Asteroiden können von Constructor-Schiffen dagegen als Rohstofflieferant missbraucht werden die daraus entstehenden Kristall- und Metallvorkommen steckt Ihr entweder in neue Schiffe oder die Erforschung verschiedenster Bereiche. Damit Ihr wisst, was Ihr im grandios umfangreichen Research-Baum der sich noch in mehrere Felder gliedert! - erforschen müsst, um Schiff XY oder Struktur YZ errichten zu können, sind die nötigen Voraussetzungen direkt in der Beschreibung des jeweiligen Shortcuts niedergeschrieben.
Hektik? Nicht mit uns!
Dies mag im ersten Moment alles noch recht konfus wirken im Prinzip arbeiten sich aber selbst Anfänger recht schnell ein. Selbigen sei übrigens auch das gute Tutorial angeraten, dass die Aspekte des oberflächlich wenig komplexen, innerlich aber stark taktischen Titels beleuchtet. Hektik braucht man übrigens nicht zu befürchten: In aller Ruhe errichtet man planetumkreisende Verteidungsmechanismen, beutet dank der flinken Constructur-Einheiten mühsam, aber sicher Kristall-/Metallvorkommen aus und darf gut überlegen, welche Akzente man in diesem Match setzen möchte. Ressourcenarme Weltraumherrscher bekommen übrigens auf dem Schwarzmarkt von Piraten bei Bedarf Nachschub gegen Bares versteht sich.
Andersrum kann man auch viele Ressourcen einsetzen, um im Gegenzug virtuelle Scheine zu erhalten. Habt Ihr Eure Basis irgendwann nach Eurem Gusto aus- und ein hübsches Aufgebot an Fliegern aufgebaut, solltet Ihr mal danach schauen, was außerhalb Eurer weiß schimmernden Silhouette passiert nehmt dabei aber genügend Flieger mit. Und nein, so lahm wie sich die Einheiten selbst auf höchster Spielgeschwindigkeit bewegen, sind sie bis zum weit entfernten Nachbarplaneten nicht. Treten Eure Schiffe aus der Atmosphäre der Basis heraus, geht es per Warp mit einem Riesensatz nach vorne meistens aber leider direkt in die Klauen der Gegner. Nicht selten haben es sich an einigen Punkten bereits eine ganze Armada an feindlichen Fliegern bequem gemacht.
Was dann folgt, ist in den meisten Fällen genau die Geduld und Mühe wert, die man sich für die Entwicklung der Basis und der Verbesserung eigener Stärken gegeben hat. Die stimmige Musikuntermalung fällt in diesen Momenten das erste Mal so wirklich auf und sorgt in Verbindung mit den zahlreichen Einheiten und soliden Effekten für ein überzeugendes Weltall-Schlachtenfeeling. Auch wenn keine Dogfights entbrennen, sondern sich gegnerische Raumschiffe mehr oder weniger nur gegenüberstehen, waren wir durchaus angetan. Tja, man führt halt nicht jeden Tag eine ganze Flotte in den intergalaktischen Kampf. Wer es sich nicht gleich mit all seinen Feinden verscherzen will, sollte zwischendurch diplomatische Wege gehen, anstatt blind Einheiten zu verheizen.
Hier leistet sich Sins of a Solar Empire aber einen groben Patzer: Eure Gaben wollen nämlich so keine rechte Auswirkung auf die verschiedenen Beziehungen haben, stattdessen schließt Ihr einen Standardvertrag nach dem anderen ab.
Das ist arg oberflächlich für einen ansonsten so durchdachten Titel. Neben den Einzelspieler-Szenarien steht noch die Möglichkeit offen, im LAN- oder Online-Modus gegen menschliche Spieler anzutreten. Bei letzterem müsst Ihr Euch erst mit dem CD-Key registrieren und einen Account erstellen. Da Sins of a Solar Empire in Übersee bereits seit einiger Zeit erhältlich und schon sehr beliebt ist, fällt es nicht schwer, das passende Match zu finden.
Auch in Deutschland gibt es bereits eine fleißige Fanbase, die mit selbstentwickelten Mods am Balancing feilt oder Veränderungen am direkten Spiel vornimmt zum Beispiel an der Optik. In der Verkaufsversion erwarten Euch solide Schiffe und Effekte sowie sehr ansprechende Umgebungen, womit wir die Gestaltung des Raumes an sich meinen.
Nur bei der Texturierung der Planeten hätte man noch besser zu Werke gehen können. Dafür gibt sich das Spiel aber auch äußerst gnädig bei den Systemvoraussetzungen: Bereits mit einem 2 Gigahertz-Rechner und 512 MB RAM dürft Ihr loslegen, wenn natürlich auch mit Einschränkungen.
Über die zufriedenstellende Hintergrundmusik hatten wir uns ja bereits geäußert. Die deutschen Sprecher machen indes ihre Sache recht gut, verfügen aber über erschreckend wenig Sprachsamples, was mit der Zeit schon mal nervig sein kann. Auch effektmäßig wäre sicherlich noch mehr drin gewesen, aber schlecht ist was anderes.
In Seafight erforschst Du die abenteuerliche Karibik auf der Suche nach versteckten Schätzen und leicher Beute. 10.000 € auf den besten Spieler! zum Spiel...
Sins of a Solar Empire im Test.
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