Gesamtwertung82%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Ein neuer Winter kommt und schon ist es Zeit, dass die Entwickler für das Weihnachtsgeschäft das passende Produkt auf den Markt bringen. Ein Garant für gute Wintersportkost war bisher eigentlich immer der Hamburger Entwickler 49 Games. Mit der Ski Alpin-Serie konnte sich das Unternehmen ein Standbein auf dem hart umkämpften Games-Markt sichern. In Ski Alpin Racing 2007: Bode Miller vs. Hermann Maier geben sich die absoluten Giganten des Skisports die Ehre und wir sind gespannt wer sich in unserem neuesten Review besser schlägt.
Ski heil!
Sobald man das Spiel gestartet hat, fällt einem eine Sache gleich auf: das etwas schmucklose Menü. Hier wurde die Funktionalität der Schönheit vorgezogen, einzig die Berge im Hintergrund lassen einen erahnen, dass das Spiel noch etwas mehr drauf hat. Aber der Zweck ist dennoch erfüllt, das Menü ist übersichtlich und einem schnellen Einstieg steht somit nichts im Weg.
Eine umfassende Auswahl an Spielmodi bietet einem die Möglichkeit, ob man schnell drauf los fahren will oder in der Karriere von klein auf zum Pistenstar avancieren möchte. Egal was man wählt, die Vielfalt der insgesamt 16 individuellen Strecken lässt jedes Rennfahrer Herz höher schlagen. Es wurde vor allem auf eine hohe Identifikation mit den realen Strecken Rücksicht genommen. Obwohl das Spiel mehr auf den Arcarde-Modus setzt, erkennt man gelegentlich leichte Simulationsmerkmale. In der Karriere muss man sich zum Beispiel um Werbeverträge kümmern, Training organisieren oder auch das Wachsen übernehmen. Für einen Managermodus ist die Karriere allerdings zu oberflächlich. Dennoch, wem sportliche Wirtschaftssimulationen zu langweilig sind, der hat in diesem Modus ein bisschen was von beidem. Dabei ist dieser Modus eine wahre Herausforderung; bei den insgesamt drei Ligen geht es ziemlich hart zu Sache. Wer die erste Juniorliga erfolgreich beendet hat und denkt, dass er sich jetzt zurücklehnen kann, der irrt. Spielt man sich am Anfang noch recht zügig und ohne Probleme durch die Abfahrten, bekommt man spätestens ab der Profiliga einen harten Dämpfer verpasst. Manche Strecken muss man auch öfter fahren, da einige Tore oder Kurven fast schon etwas unfair gesetzt wurden. So gesehen sollten Anfänger lieber mit mehr Übungsstunden vorlieb nehmen, für erfahrene Spieler dürfte Ski Alpin Racing 2007 eine interessante Aufgabe werden. Eine ganz besondere und tolle Idee sind die Strecken der Schwarzen Piste und die des Speed-Downhill. In der ersten Kategorie fährt man quasi nach Lust und Laune. Bäume oder Strommasten stehen dann plötzlich im Weg und man darf fast ohne Begrenzung oder Vorgaben den Berg hinunter düsen.
Das macht natürlich eine Menge Spaß, um so enttäuschter ist man dann, dass es nur drei Strecken davon gibt. Beim Speed-Downhill hingegen ist es mehr das Gefühl der Abwechslung als das Vergnügen das man dabei empfindet. Man muss einen Abhang so schnell wie möglich hinunter fahren, jedoch geht es dabei steil geradeaus, bergab. Dabei erreicht der Fahrer eine Geschwindigkeit von über 230 km/h. Dieser Modus wird allerdings schon schnell ein wenig öde. Das Ganze resultiert daraus, dass es immer die selbe Strecke ist, man immer den gleichen Anzug an hat und einfach die Herausforderung schnell verflogen ist. Sehr gut umgesetzt wurde das Geschwindigkeitsgefühl, natürlich braucht man dafür auch den passenden Rechner, doch die Animationen und das Fahrverhalten hinterlassen einen guten Eindruck. Generell kann man sagen, dass die Steuerung schnell erlernt ist und die Umsetzung auf den eigenen Fahrer auch reibungslos über geht.
Grafisch wurde deutlich am Spiel geschraubt, die Abfahrten sehen noch ein Stück besser aus als im Vorjahr. Wunderschöne Berglandschaften zeigen sich im Hintergrund der Strecken und manchmal ist die Abfahrt so schön, dass man sich mehr darauf konzentriert. Einzig die Zuschauer und das, was um die Strecke herum passiert, ist etwas mau, das Verhalten wirkte streckenweise ziemlich teilnahmslos um nicht zu sagen lethargisch. Hier hätten ein Paar mehr Bewegungen und Fahnen oder sonstiges Fanspielzeug mehr Atmosphäre gebracht.
Da legs di nieder
Bei jeder Art von Sportspielen ist die Vertonung eine Herausforderung für Entwickler und Spieler. Berti Greiflinger werden die einen lieben und die anderen hassen. Der Co-Kommentator vom Fach philosophiert wirklich göttlich über den Skisport und seinen Lieblingsfahrer Hermann Maier. Obwohl man sich fragt, ob es ein Sender wirklich zulassen würde, dass die beiden Kommentatoren mehr über andere Dinge reden als über das was gerade am Bildschirm passiert. Allerdings wirkten die Kommentare sehr überzeugend gesprochen und passten sich gut der Situation an. Soundtechnisch holt das Spiel alles heraus, was machbar war. Ein Paar mehr Samples für die insgesamt 36 Läufe hätten jedoch gut getan. Dynamische und schnelle Abfahrten erfordern halt auch eine passende Musik und die traf manchmal nicht ganz ins Schwarze.