Gesamtwertung69%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegMangelhaft |
BedienungGut |
Nicht nur RTL sondern auch Deep Silver sorgte im letzten Winter für Freude unter den Wintersportfans. In Zusammenarbeit mit Ski-Legende Hermann Maier brachte man mit Ski Racing 2005 erstmals ein alpines Ski-Rennspiel auf dem Markt, das sich sofort mit der Konkurrenz von RTL messen lassen musste. Zwar ließ die Qualität des Titels etwas zu wünschen übrig, wie geschnitten Brot verkaufte sich das gute Stück aber dennoch. Grund genug also, um auch diesem Ski-Spiel einen überarbeiteten Nachfolger zu spendieren wieder mit dem Herminator.
Neu ist, dass man auch als digitaler Ski-Star in die Bindung steigen kann. Neben Hermann Maier, der schon im Vorjahr dabei war, hat man die Wahl aus elf weiteren, mehr oder minder bekannten Ski-Sportlern, die dank offizieller Lizenz den Weg ins Spiel geschafft haben darunter Namen wie A.J. King, Daron Rahlves und Kalle Palander. Mit den aufgebohrten Attributen dieser Skifahrern kommt auf den meisten Strecken tatsächlich so etwas wie Fahrspaß auf.
Erst mit den ersten Erfolgen im Weltcup, die sich dank eines recht knackigen Schwierigkeitsgrades recht spät einstellen, kann man den Fahrer trainieren und nach vorne bringen und dann stellt sich auch so langsam ein gewisser Spielspaß ein.
Grafisch ist Ski Racing 2006 eher unteres Mittelmaß. Während die Fahrer noch halbwegs ansprechend gestaltet sind, fällt die übrige Grafik eher durch. Verwaschene Schneetexturen, hässliches Publikum und grobklotzige Häuser und Streckenobjekte sorgen nicht gerade für Freudentränen in den Augen erwartungsvoller Spieler. Auch Effekte wie glitzernder Schnee und aufwirbelnde Flocken wirken unfreiwillig peinlich. Kann man während des Rennens über derartige grafische Ausrutscher noch hinwegsehen, offenbaren die Replays im Anschluss nicht nur sämtliche grafischen Schwächen sondern auch das lausige Geschwindigkeitsgefühl und die eher dürftigen Animationen des Fahrers, die leider allzu hölzern rüberkommen. Am besten fährt man daher die Rennen bei dichtem Nebel oder Schneegestöber. Die Wettereffekte sehen nämlich nicht nur vergleichsweise gut aus, sondern verhindern auch einen genaueren Blick auf die übrige Grafik.
Der Sound geht derweilen in Ordnung, wenn man auch halbwegs ansprechende Musik und einen begleitenden Kommentar schmerzlich vermisst.
Die Steuerung der Skifahrer ist im Gegensatz zum RTL-Mitbewerber recht schwerfällig ausgefallen. Damit mag man zwar für spielerischen Realismus gesorgt haben, nicht aber für echten Spielspaß, da man nicht selten das Gefühl hat, dass man die nächste scharfe Kurve nicht mehr schafft. Dafür wurde der Schwierigkeitsgrad insofern entschärft, dass es nun für einen Torfehler wahlweise auch nur eine Zeitstrafe gibt, anstatt, wie im Vorjahr, die sofortige Disqualifikation. Auch die spektakulären Sturzanimationen sieht man etwas seltener, da die Streckentore nun kleineren Berührungen auch mal nachgeben.