Gesamtwertung45%/10 |
GrafikMangelhaft SoundAusreichend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungMangelhaft |
Die Adler fliegen wieder! Während Hannawald und Co. sich langsam aber sicher auf die Vier-Schanzen-Tournee der Skispringer vorbereiten, können PC-Spieler ihr Geschick auf den Brettern am hauseigenen Computer testen. Wie gut Skispringen 2003/2004 in unserem vorweihnachtlichen Test abgeschnitten hat, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.
Jedes Jahr in der Zeit zwischen den Jahren hocken Millionen Menschen an den TV-Geräten und verfolgen Überadler Sven die sich ständig wiederholenden Kommentare der ausgewiesenen Experten anhören muss: Ein übler Sturz, für erste Hilfe ist gesorgt!.
Der Ablauf des Springens, das im Vordergrund von Skispringen 2003/2004 steht, läuft in allen Modi gleich ab. Hannawald, wie er sich auf den Skisprungschanzen dieser Welt schlägt. Setzt er den Telemark? oder Wird der Wind ihm ein Schnippchen schlagen? fragt man sich da des öfteren. Nicht selten wünscht man sich gar selbst einmal dort hoch oben zu stehen, mit über 90 km/h die Spur entlang zugleiten um sich am Schanzentisch schwungvoll auf Weiten jenseits des Kalkulationspunktes zu katapultieren.
Zumindest auf dem PC ist das seit einigen Jahren möglich. Dieses Jahr gleich mit zwei Titeln: RTL Skispringen 2004 und eben Skispringen 2003/2004. Letzteres wird in diesem Test unter die Lupe genommen.
Nach der Installation und einem kuren Introfilmchen gelangt der Spieler ins quietschbunte Hauptmenü. Dort kann gewählt werden, welcher der zahlreichen Modi gespielt werden möchte. Zur Auswahl stehen Einzelspringen, Skifliegen, Weltmeisterschaft, Team-Springen und Training. Wem dies noch nicht genügt, der kann sich sogar seinen eigenen Springer erstellen, mit dem er eine Karriere beginnt.
Falls ein menschlicher Widersacher in der Nähe ist, kann dieser für ein Multiplayer-Spiel belästigt werden.Hat man sich nun für einen Modus entschieden, fallen die vielen Parameter und Informationskästen auf. Dort erfährt der unkundige Spieler alles über Windverhältnisse, Konsistenz des Schnees, Witterungsbedingungen ohne zu wissen, wofür diese eigentlich relevant sind.
Hat man diesen Informationsdschungel zur Kenntnis genommen und durchquert, kann es losgehen. Man betrachtet seinen Springer aus der Third-Person Perspektive und gibt ihm mit einem Mausklick das Startzeichen zur Anfahrt.
Dabei sollte man auf die schon erwähnten Anzeigen achten, besonders wichtig ist hierbei die Windanzeige. Sobald der Wind von unten kommt, spricht man von Aufwind oder auch Thermik- und der Springer wird im wahrsten Sinne des Wortes beflügelt. Während der Anfahrt sollte man die Gleichgewichtsanzeige am rechten Bildschirmrand stets im Auge behalten.
Wenn diese nach oben oder unten ausschweift, gilt es mit der Maus gegenzusteuern, um eine ideale, aerodynamische Anfahrtsposition zu gewährleisten. Das nächste Hindernis kommt am Schanzentisch.
Es gilt den optimalen Absprungsmoment zu erwischen. Wann dieser genau vorliegt, kann noch nicht einmal das Tutorial erklären und so muss man sich eben auf sein Gefühl verlassen. Die Maus muss nach hinten gezogen werden, die linke Maustaste gedrückt werden.
Bei der Landung können zwei unterschiedliche Möglichkeiten angewendet werden: Der klassische Telemark oder eine Landung, bei der beide Beine parallel zueinander stehen. Der Telemark gibt bessere Haltungsnoten und so ist es empfehlenswert diesen anzuwenden. Doch leichter gesagt als getan die Steuerung ist derart feinfühlig, dass der Großteil der Sprünge mit einem Sturz enden. Frustration pur. Vor allem wenn man sich anschließend die sich ständig wiederholenden Kommentare der ausgewiesenen Experten anhören muss: Ein übler Sturz, für erste Hilfe ist gesorgt!. Der Ablauf des Springens, das im Vordergrund von Skispringen 2003/2004 steht, läuft in allen Modi gleich ab.
Im Karriere-Modus kommt zum Skispringen noch ein wenig ausbalancierter Managerpart hinzu. Sponsoren gilt es anzuwerben, Trainer unter Vertrag zu stellen und Ausrüstung zu ordern. Was sich nach Spielspaß anhört ist staubtrocken und zäh wie Gummi. Die Sponsorenverträge unterscheiden sich in ihrer Laufzeit und dem Budget.
Doch vorangegangene (Nicht-)Platzierungen scheinen überhaupt keine Auswirkungen auf die Spendierfreudigkeit der Sponsoren zu haben. Auch das Training ist so eine Sache. Zwar stehen zu jedem Trainer ein paar Zeilen über seinen Werdegang, doch seine Attribute und Fähigkeiten werden nicht angezeigt und so kauft der Spieler die Katze im Sack. Auch ist es nirgends einsehbar, welche Verbesserungen das Training mit sich führt. Weder beim Springen selbst kann dies ausgemacht werden, noch anhand eines separaten Fertigkeitenbaums kann der Spieler die Leistung des Coaches beurteilen.
Zusätzlich zum Privattrainer können auch Trainingssprünge auf den Schanzen dieser Welt gekauft werden. Dies ist zwar eine nette Übung für den Spieler, doch bringt das seinem virtuellen Ego nichts ein. Ach doch, verletzten kann sich der Springer dabei schon. Also schnell weiter zum nächsten Punkt dem Equipment. Hier kann man Skier, Anzüge, Stiefel, Helme und Skibrillen erwerben, wobei der einzigste Gradmesser deren Zustand ist. Zu beachten wäre, dass sich dieser nach nur wenigen Springen so stark verschlechtert hat, dass schon wieder neues Material erworben werden muss.
Neben der unausgegorenen Steuerung und dem scheinheiligen Management-Part sollte auch die Grafik von Skispringen 2003/2004 angerissen werden. Die Vielzahl an Schanzen ist zwar schön und gut, doch sehen diese zum Weglaufen aus. Angesichts der kantigen Anlaufspur ist es schon ein physikalisches Wunder, wie die Skispringer genügend Fahrt aufnehmen können, um nicht auf den nahen Schanzenbauch zu klatschen.
Das Publikum ist ein schlechter Witz. Simple Bitmaps, die zweidimensional und verschwommen dargestellt sind, winken und wackeln um die Wette. Einzig die gut animierten Springer verhindern, dass die Grafik mit ungenügend bewertet wird.
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