Sniper: Path of Vengeance
Die Story
Ihr seid der Sniper ein Auftragskiller, dessen Namen und Herkunft niemand kennt. Bei einem eurer Aufträge kommt es zu einer wilden Verfolgungsjagd zwischen euch und der Polizei. Ihr zieht den Kürzeren und findet euch bewusstlos im Gefängnis wieder. Dort werden unheimliche Experimente mit den Gefangenen durchgeführt. Leider auch an euch. Ein tödliches Serum wird euch injiziert und nur einer besitzt das Gegenmittel : einer der einflussreichsten Mafiabosse der Stadt. Nun liegt es an euch, euer Leben zu retten und den verfluchten Bastard ins Jenseits zu befördern.
Die Grafik
Die Grafikengine basiert auf der Jupiter-Engine, die z.B. in
No One Lives Forever 2 sehr schön zur Geltung kam. Jedoch kann
Sniper, was die Grafik angeht, überhaupt nicht überzeugen. Die Levels sind optisch viel zu trist und leer geraten. Innenräume und Außenwelten verkommen zum öden Erlebnis, weil praktisch keinerlei Details vorhanden sind.
Die Charaktere sind eckig und geizen mit abwechslungsreichen Animationen. Von den Waffeneffekten wollen wir lieber nicht sprechen, denn die sind unter aller Sau. Hinzu kommt, dass Sniper viel zu viele Clipping-Fehler enthält. Z.B. laufen manche Gegner einfach durch Türen hindurch.
Ist der Sound auch so schlimm ?
Diese Frage kann man zu einhundert Prozent mit Ja beantworten. Die Sprachausgabe, die übrigens auch in der deutschen Version englisch ist, ist zwar in Ordnung, aber die Waffensounds sind nur unterer Durchschnitt. Hinzu kommt, dass sich die Waffengeräusche wegen weniger Soundkanäle oft überspielen, so dass es manchmal vorkommt, dass man gar nichts hört.
Langzeitmotivation adé
Der Einzelspielerpart von
Sniper ist echt ein Witz. Zwar beinhaltet das Spiel insgesamt mehr als 25 Levels, die sind jedoch besonders gegen Ende viel zu kurz. Anfänger haben das Spiel im leichtesten Schwierigkeitsgrad in gerade einmal 7 Stunden durch. Fortgeschrittene Spieler und Profis werden schon nach 5 Stunden bedient sein. Danach ist Ende. Kein Multiplayermodus oder andere Sachen, die einen dazu verleiten könnten, das Spiel noch einmal zu spielen.
Deutsche Version Was wurde geändert ?
Die deutsche Version von
Sniper unterscheidet sich nicht besonders vom englischen Original, dass übrigens schon einige Zeit in den deutschen Händlerregalen zu finden ist.
Die Sprachausgabe und die Dialoge im Spiel blieben englisch. Nur die Verpackung und das Handbuch wurden vollständig ins Deutsche übersetzt. Ebenso wurden die (hässlichen) Splattereffekte des Originals gestrichen. Man kann also sagen, es wurde nur eine deutsche Version herausgebracht, weil Publisher Xicat Interactive Angst hatte, dass Sniper hierzulande indiziert wird.
Das Gameplay
Ihr steuert euren (Anti-)Helden in mehr als 25 Levels mit einer verkorksten Steuerung durch Gefängnisse, Kanalisationen, Parkhäusern, u.a. und erledigt dabei die herankommenden Schergen. Im Gegnerrepoitoire enthalten sind z.B. korrupte Polizisten, unheimliche Wissenschaftler oder chinesische Mafiabosse. Durchaus innovativ in
Sniper ist das rollenspielähnliche Erfahrungssystem, das einem für eine bestimmte Anzahl erledigter Gegner Punkte zuspricht, die man auf die unterschiedlichen Fertigkeiten der Spielerfigur verteilen kann. Jedoch ist dieses System nicht ausgeklügelt genug, denn wenn man z.B. alle Fertigkeitspunkte der Shotgun zuteilt, schiesst diese mit der Zeit ähnlich genau wie ein Scharfschützengewehr. Apropos Waffen: Insgesamt dürft ihr auf 10 Schießprügel, wie z.B. Shotguns , Sturmgewehre oder ein Scharfschützengwehr zugreifen
Die Ausstattung
Sniper kommt in der üblichen DVD-Box daher. Neben der Spiel-CD findet ihr dort auch ein deutschsprachiges 28-seitiges Handbuch in schwarz-weiß. Alle Waffen und Gegenstände sind dort sehr ausführlich erklärt
Fazit
Sniper kann in keiner Hinsicht überzeugen. Sei es die altbackene Grafik (trotz moderner Engine !), der unterdurchschnittliche Sound oder die lieblos dahingeschluderten Levels.
Nichts gibt es, was kritischen Spielern nicht sofort im ersten Moment positiv auffällt.
Zwar kann man der Story einen gewissen Spannungsaufbau nicht absprechen, jedoch wird
jedem Ego-Shooter-erprobten Spieler beim Spielen von
Sniper ein kalter Schauer über den Rücken laufen
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