Gesamtwertung81%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Mit Soldiers: Heroes of World War II betritt der englische Publisher Codemasters Neuland. Nun veröffentlichten die Briten nämlich ihr erstes Taktikspiel, welches als Hintergrund den 2. Weltkrieg nutzt. Dabei darf natürlich eine ansprechende und vor allem zeitgemäße Grafik samt fettem Sound nicht fehlen.
Aber Moment? Taktikspiel? Richtig, wie der Name Soldiers: Heroes of World War II schon sagt, konzentriert sich vieles auf den einzelnen Soldaten. Dabei übernehmt ihr das Kommando über Eliteeinheiten der jeweiligen Spielnationen Deutschland, England, Amerika und Russland.
In flüssigen Bewegungen springen die kleinen Pixelsoldaten auf eurem Bildschirm hinter Sandsäcke, verstecken sich hinter Litfasssäulen und schauen hervor, wenn sich gegnerische Soldaten nähern, um sogleich das Feuer zu eröffnen. Hinzu kommt, dass man seine Soldaten individuell ausrüsten kann. Neben einer Hauptwaffe, die der Soldat meist in der Hand hält, kann man ihn auch mit einem Helm zum besseren Schutz ausrüsten. Der Platz für weitere Waffen wie Granaten oder Ausrüstungsgegenständen wie Medi-Packs und ähnlichem ist begrenzt, da ihr nur einen knapp bemessenen Raum habt um die wertvollen Utensilien zu verstauen. So müsst ihr also meist eine Entscheidung bezüglich der Verwendung eines Soldaten treffen. Die Ausrüstung liegt dabei meist in Kisten versteckt auf der Karte oder man durchsucht einfach gefallene Verbündete oder die werten Feinde nach nützlichen Ausrüstungsgegenständen oder Munition. Sogar Waffen kann man vom Schlachtfeld aufheben und fortan für eigene Zwecke nutzen. Beispielsweise Bazookas bzw. Panzerfäuste, die mit einigen Schüssen einen Panzer stark ankratzen können oder ihn einfach mit einem Schuss in die Kette lahm legt.
Und da kommt ein wichtiger Aspekt der Taktik mit ins Spiel: Panzer haben verschiedene Trefferzonen und keinen, wie sonst üblichen, Lebensbalken, der je nach Treffer nach und nach sinkt. Diese Trefferzonen sind z.B. die empfindlichen Ketten, aber auch der besser geschützte Motor oder gar der Turm, der von der Wucht mancher Explosion sogar aus seiner Verankerung gelöst werden kann, wodurch der Panzer unbrauchbar wird. Meist flieht die gegnerische Besatzung aus dem unbrauchbaren Stahlboliden, genau der richtige Zeitpunkt für einen Angriff, um die Besatzung zu eliminieren und den Panzer selber zu besetzen.
Allerdings bringen unbrauchbare Panzer bekanntlich wenig. Deshalb ein kurzer Blick ins Inventar, ob man Werkzeug findet. Hat man Glück, so hat der eroberte Panzer gleich Werkzeug an Bord, womit wir beispielsweise die Kette im Handumdrehen wieder repariert haben. Neben Werkzeug kann man auch die Munition für die Hauptkanone oder dem schweren MG auf andere Panzer übertragen. Allerdings muss man dafür mit den Soldaten immer hin und her laufen, da wie oben schon erwähnt der Platz für Ausrüstung begrenzt ist.
Oft startet man in den verschiedenen Missionen auch gleich mit eigenen Panzern und da beginnt die eigentliche Freude: In Soldiers: Heroes of World War II habt ihr nämlich die Möglichkeit, einzelne Einheiten, also Panzer, Soldaten, LKWs oder Jeeps, selber zu steuern, was sich Direct Control nennt. Ein Knopfdruck und ihr steuert mit der Tastatur und zielt mit der Maus. Hört sich leicht an, ist es aber nicht. Als frischgebackener Panzerfahrer könnt ihr nämlich nicht einfach losbrausen, sondern müsst euch auch um das Terrain kümmern. Häuser oder kleine Hügel behindern die unsere Geschosse, so dass wir dahinter liegende Feinde nicht attackieren können. Allerdings sind Häuser dabei weniger ein Problem: Trefft ihr das Haus an der richtigen Stelle, bricht dieses sogleich zusammen. Oder noch spektakulärer: Ihr fahrt einfach durch das Haus durch. Panzer wie Tiger und Co. haben damit nämlich keine Probleme und sehen auch noch schick aus.
Doch habt ihr nicht nur die Möglichkeit, Panzer zu steuern. Generell kann man jedes Fahrzeug in Soldiers: Heroes of World War II besetzen, sofern es nicht mehr besetzt ist, und für eigene Zwecke nutzen. So könnt ihr beispielsweise mit einem schweren MG die Crew eines feindlichen LKWs gezielt durch die Frontscheibe erledigen, oder ihr erledigt den Fahrer eines Motorrads, um schneller mit dem heißen Ofen zum Ziel zu gelangen. Um das gezielte Erledigen feindlicher Infanteristen in Fahrzeugen oder auf dem Feld zu erleichtern, könnt ihr natürlich auch einzelne Infanteristen manuell steuern. Das erhöht die Erfolgsrate, da ihr selber in der Regel immer besser zielt als die vom Computer gesteuerten Einheiten. Zudem macht das natürlich mehr Spaß.
Zu Beginn startet ihr mit einem einzelnen Soldaten, der vor der Küste per Schlauchboot ausgesetzt wird. Nun gehts ab zum Leuchtturm. Allerdings ist das nicht allzu leicht: Am Pier vor dem Leuchtturm steht ein Torpedoboot in Lauerstellung, allerdings ist es noch nicht besetzt. Bemerken uns die gegnerischen Soldaten an den Scheinwerfern wirds brenzlig. Um es jedoch nicht so weit kommen zu lassen, machen wir einen weiten Bogen um die Scheinwerfer.
Sind wir erstmal auf der kleinen Insel mit dem Leuchtturm gilt es die Besatzungstruppen dort auszuschalten, das Torpedoboot schafft es dabei meist, sich aus dem Staub zu machen und uns vom Meer aus mit den Bord MGs einzuheizen. Doch steht vor dem Leuchtturm eine Flak, mit der wir ruck zuck die Torpedoboot-Besatzung ausschalten und entweder das Boot versenken oder es für unsere eigenen Zwecke benutzen können. Nun können wir nämlich entweder die Flak am Leuchtturm benutzen um die Scheinwerfer der Plattform vor der Küste zu zerstören oder wir nehmen gleich das Torpedoboot und schicken die Plattform ins Datennirvana begleitet von einer gewaltigen Explosion. Wie es weitergeht, müsst ihr selber herausfinden.
Allerdings gibt es noch viele weitere, spannende Missionen. Teilweise hat man auch einfache Missionsziele, wie die Stellung zu halten bis die Verwundeten abtransportiert wurden. Natürlich versuchen euch die Gegner daran zu hindern, Spannung ist in diesen Schlachten dafür immer garantiert. Besonders das Gefühl, mit einem einzigen Mann viel erreichen zu können, erzeugt im Spiel eine ungeheure Atmosphäre, alà Last Man Standing.
Dafür haben alle großen Kampagnen einen entscheidenden Nachteil: Es gibt keine Story. Alle Missionen spielen sich praktisch so, wie einzelne Bonusmissionen ohne Zusammenhang. Dafür besteht ein hoher Suchtfaktor bei den meisten Missionen, was durch eine spannende Story natürlich noch mehr verstärkt werden würde. Zudem existieren die Mission-Briefings lediglich in Textform und werden vorgelesen. Intros oder Zwischensequenzen sucht man in Soldiers vergebens.
Natürlich darf zum Sound die passend realistische Grafik nicht fehlen, so steht euch dank der leistungsstarken Grafik-Engine eine fast vollkommen zerstörbare Karte zur Verfügung. Ob es Häuser sind, die unter den Ketten eurer Stahlboliden zusammenkrachen oder Bäume, die wie Streichhölzer umknicken.
Von der Animation und den Bewegungen der Einheiten sowie der Objekte könnten sich einige Spiele noch eine Scheibe bei Soldiers abschneiden.
Besonders interessant sind dabei auch die Panzergefechte. Shermans und Co. könnten eigentlich unserem Tiger nichts anhaben, jedoch ist es fatal, wenn ein Schuss der Hauptkanone des Gegners unseren Turm trifft oder die Kette erledigt. Ist der Panzer unbeweglich, ist er ein leichtes Ziel für Infanterie und weitere Panzer, die versuchen uns den Rest zu geben. Daher kann man auch mit eigentlich übermächtigen Gefährten nicht einfach blind losstürmen, da ein falscher Treffer alles verderben kann. Natürlich gilt dasselbe für euch, begegnet euch einmal ein Panzer und ihr habt kaum noch Munition und seid auf der Flucht, sollte man einfach versuchen die Kette zu treffen um sich so weitere Zeit zu verschaffen.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Soldiers - Heroes of World War 2 im Test.
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