Space Colony

Review
Plattform
PC
Vertrieb
-
Entwickler
-
Erscheinungsdatum
-
Genre
Strategie
USK
6
Space Colony [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

80%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Space Colony

'Personen-Shuttle im Anflug', mit diesem Satz aus den Lautsprechern der Brücke, dem wichtigsten Stück aus dem eure Basis besteht, beginnt jede Mission. Mit von der Partie ist in jeder Mission Venus, die fleißige Stationsleiterin. Sie hat keine besonderen Vorlieben, gibt sich mit wenig zufrieden und ist leicht zu motivieren. Sie ist der ruhige Kern der Station und in der Not die Zuverlässigste unter ihren 19 weiteren zur Verfügung stehenden Kollegen.

Schräge Typen überall

Doch diese sucht ihr euch nicht selber aus, sondern bekommt sie von dem Konzern, für den ihr arbeitet, Blackwater Industries, gestellt. Und wie es sich für einen geld- und machtgierigen Konzern gehört, wurde natürlich nur das genommen, was billig ist und seinen Zweck erfüllt. Daher besteht eure Crew aus Freizeit – Abenteurern, Arbeitslosen oder psychisch labilen Persönlichkeiten. Jede dieser 19 Persönlichkeiten zeichnet sich im Gegensatz zur ruhigen Allrounderin Venus durch individuelle Vorlieben und Fähigkeiten aus. Während die ziemlich alte, aus Indien stammende, Bhoomi Sharma nach der kurzen Arbeitszeit viel Ruhe benötigt, steigt die Konzernchefin Barbara nach erledigter Arbeit gerne in den Boxring.

Fast wie bei den Sims!

Und hier beginnt fast schon wieder Sims – Alltag. Denn es gilt alle Personen, die gerade auf ihrer Station arbeiten, in einer glücklichen und zufriedenen Arbeitsgruppe zu vereinen. Das erreicht man, indem man die Laune und Zufriedenheit der Arbeiter möglichst hoch hält. Dazu muss man natürlich Platz und Einrichtungen für ihre Vorlieben schaffen, wie bei Barbara einen Boxring oder beim norwegischen Tagebau – Spezialisten Stig eine Sauna und noch besser eine Kantine, da seine größte Vorliebe das Essen ist. Doch haben alle Arbeiter noch allgemeine Interessen, so solltet ihr immer auf die Sauberkeit achten und dafür sorgen, dass genug Duschen vorhanden sind.

Auch hier zählt nur eines: GELD

Für neue Biosphären, in denen man auf den kargen Planeten die Einrichtung platzieren darf und in denen die Arbeiter ohne Raumanzüge spazieren dürfen, benötigt ihr Geld. Biosphären sind zwar nicht teuer, aber eine leere Biosphäre nützt leider recht wenig. Die Einrichtung kostet dafür umso mehr. Um die Biosphären zu füllen, müsst ihr euren Arbeitern lohnende Projekte zuteilen. Dabei stehen euch gleich eine Menge an Möglichkeiten zur Verfügung, doch hat jeder Arbeiter bestimmte Fähigkeiten. So ist Stig zwar für den Tagebau zu gebrauchen, aber nicht zur Space Hühnerzucht. Notfalls könnt ihr eure Arbeiter in der Bibliothek oder gegen Aufpreis, aber dafür mit einem schnelleren Lernerfolg, in der Trainingssimulation fortbilden.

Ressourcen

Wie bereits angesprochen, verfügt Space Colony über eine ganze Fülle von Betätigungsmöglichkeiten. Im Tagebau stehen ihnen die Ressourcen Titan, Eisen, Silikon, Argon Gas oder Iridium zur Verfügung. Um an die teuren Ressourcen zu gelangen, müsst ihr in der Nähe große Förderanlagen oder Sammelbunker aufstellen, die das gewonnene Material raffinieren und zum Abtransport durch Warenlager - Roboter in das Warenlager vorbereiten.

Aber auch Nahrung könnt ihr selber abbauen, hierzu benötigt ihr wiederum teure Anlagen die natürlich bemannt werden müssen. Als Nahrungsressource für den Abbau durch eure Mitarbeiter und Maschinen dienen leckere Weltraumpflanzen. Um möglichst viel Geld durch seine Rohstoffe zu verdienen, sollte man gleich noch weiterführende Industrieanlagen bauen. So könnt ihr zwar seltene aber gewinnbringende Cylincsus-Pflanzen zu Medikamenten in der Medikamenten – Herstellungseinrichtung verarbeiten oder aus Silikon in der Elektronik-Fabrik teure Hightech Elektronik herstellen.

Der Verkauf

Verkaufen kann man das erwirtschaftete Material über die Brücke. Dort steht einem ein Handelsmenü zur Verfügung, auf dem man unter anderem neben dem Warenverkauf auch Waren hinzu kaufen kann, falls Nahrungsmittel oder dringend benötigte Ressourcen zum Androidenbau (Hightech Elektronik und Silikon) knapp sind. Die Brücke ist zudem der Knotenpunkt eurer Basis, hier bekommt ihr neben dem Handelsbildschirm einen Überblick über die Müllwerte, Sauerstoffvorräte, Energiereserven oder die Zufriedenheit eurer Arbeiter.

Die Touristikbranche

Zudem habt ihr die Möglichkeit ganz auf den Rohstoffabbau zu verzichten. Die Rede ist von der ebenfalls möglichen Touristenbranche. Hier baut ihr wiederum viel und bekommt dafür auch schnell Geld rein – ohne eure Leute auf dem Planeten rumscheuchen zu müssen, um die Ressourcen abzubauen. Doch auch hier gilt es insgesamt vier Faktoren zu beachten. Der erste Faktor wäre die Unterhaltung. Ein Tourist möchte auf seinen Reisen etwas erleben und dafür seid ihr zuständig. Teilweise habt ihr einige dutzend Touristenfamilien samt Kinder auf der Station und musst in etwas größeren Dimensionen denken. Hier reicht nicht mehr die Sauna oder die kleine Disco. Statt dessen baut ihr am besten gleich eine ganze Biosphäre voll mit Discoplatten. Automatisch generiert euch das Programm dazu auch gleich Discokugeln und Androiden DJ’s. Doch möchten Touristen auch mit Ruhigerem unterhalten werden. Hierzu stehen euch Aussichtstürme, Golfplätze die ihr vorher mit dem Bio Labor auf der unfruchtbaren Fauna des Planeten begrünen müsst, hydroponische Gärten oder Kunst Ausstellungen zur Verfügung.

Herr Doktor, ich hab' da so ein Wehwehchen...

Neben der Unterhaltung muss auch die Gesundheit auf eurer Station gewährleistet sein, wofür ihr eine Sanitätsstation auf eurer Basis benötigt, die von der Brücke aus vom Personal mit entsprechenden Fähigkeiten geleitet wird. Bei all den Anstrengungen bekommen die Touristen jedoch schnell Hunger. Doch dank dem schnell verdientem Geld könnt ihr es euch leisten Space - Hühner für die Restaurants einfliegen zu lassen. Oder ihr könnt gleich euren kompletten Bedarf über den Handelsbildschirm auf der Brücke abwickeln, um Iridium Kristalle für leistungsfähigere Kraftwerke neben den Standard Solarzellen leisten zu können oder um die nötigen Bauteile für einen Androiden zu ordern. Diese Androiden nehmen euch gerne die komplette Arbeit ab, halten dafür aber auch nicht ewig und können nicht repariert werden. Umso besser, dass sie durcharbeiten, keine Pausen verlangen und keine Bedürfnisse haben. Immerhin gehen sie zufrieden in das Datennirvana.

Im oberen Abschnitt wurden die zivilen Möglichkeiten in Space Colony beschrieben, doch bietet die Kampagne nach acht etwas leichteren Einführungsmissionen neben einen zivilen auch einen militärischen Zweig. Zwar habt ihr im zivilen Teil die Aufgabe Ressourcen abzubauen oder Touristen anzulocken, doch bekommt ihr öfter mal die Begegnung mit fiesen Aliens, die euch das Leben schwer machen wollen. Aber im zivilen Teil benötigt ihr dafür nur ein paar schwache Laser, um euch das Leben wieder zu erleichtern.

Der militärische Teil

Im militärischen Teil der Kampagne geht es allerdings schwerer zu. Da müsst ihr nämlich für euren Auftraggeber, Blackwater Industries, ganze Planeten von den Plagen befreien oder eure Einrichtungen zumindest vor ihnen schützen. Wie es in der Zukunft üblich sein sollte stehen euch dazu verschiedene Kampfmittel zur Verfügung: der automatische Laser ist schwach, benötigt dafür niemanden der ihn bedient. Der bemannte Laser dagegen benötigt jemanden der die Ziele anvisiert, ist dafür jedoch auch viel leistungsstärker. Wer seinen Arbeitern eine solch undankbare Aufgabe nicht zumuten möchte, der gibt das Geld für teure Kommando- oder Wachroboterposten aus, die sich

automatisch auf die gegnerischen Horden stürzen. Oder wer das ganz Radikale liebt, kauft sich am besten ein Raketensilo, das gleich ganze Gebäudekomplexe einreißt. FireFly sorgte auch bei den Aliens für Abwechslung. Der Space Kobold ist eher ungefährlich, erfreut dadurch euer Herz durch sein fieses Lachen, doch lacht er bereits nach einigen Lasersalven wenn überhaupt noch sehr leise. Gefährlicher wird es dann schon mit den Orox, einem deiner gefährlichsten Erzfeinde im Spiel.Doch dank der drei gut ausbalancierten Schwierigkeitsgrade kommen Anfänger als auch Fortgeschrittene auf ihre Kosten und es wird nie zu leicht oder zu schwer.

Leider sind die Missionen in der Kampagne, trotz gut durchdachter Missionsziele, nicht oder nur sehr wenig untereinander verknüpft. Wer lieber selbst bestimmen möchte, welche Missionen er spielen will, der darf sich im Galaxie Modus versuchen. Dort gibt es die in eurer Galaxie befindlichen Planeten zur Auswahl. Je nachdem welchen Planeten du wählst, bekommst du einen anderen Auftrag zugewiesen.

Wer es jedoch ganz ohne „echtes“ Missionsziel mag in einer Art Endlosspiel, für den hat FireFly ebenfalls das richtige: Den Sandkasten Modus. Hierbei stehen euch wiederum die verschiedenen Planeten zur Verfügung, allerdings nicht im Galaxie Modus mit verschiedenen Aufgaben versehen, sondern mit Beschreibungen. Während sich Orav besser für den Tourismus eignet dank seiner großen kargen Flächen auf denen sich ohne Probleme große Biosphären errichten lassen ohne dauernd von Felsen gestört zu werden, bietet Hunt genug Aliens als Zielscheibe für den militärisch veranlagten Spieler.

Fazit

Nach Stronghold lieferten die Entwickler mit Space Colony wiederum einen interessanten Titel, doch mag das etwas sehr abgedrehte Szenario nicht Jedem zusagen. Dennoch hält das Spiel einige Lacher parat. Besonders negativ fällt dagegen auf, dass man einmal errichtete Gebäude nicht verschieben kann, sondern nur verkaufen und die nicht mehr zeitgemäße Grafik: 2D Ansicht ohne Zoomstufen oder Drehmöglichkeit. Dafür steckten die Entwickler aber viel Zeit in Details.

Space Colony ist damit für jeden Spieler etwas, der mal was anderes spielen will und für den Grafik nur Nebensache ist. Ein solider Titel ist es allemal.

Space Colony [PC , Justgamers]

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