Gesamtwertung71 %/10 |
GrafikMangelhaft SoundMangelhaft |
Lanzeitspaß7 Spieleinstieg8 |
Bedienung7 |
"Vööööllig losgelöööst, von der Erde, schwebt das Raumschiff, völlig schwerelos..." Bei Entwickler Maxis hat sich scheinbar jemand an NDW-Vorzeigestar Peter Schilling erinnert, als es um die Idee ging, wie man denn die Evolutionssimulation Spore aus dem letzten Jahr einigermaßen gescheit erweitern könnte. Gesagt, getan. Galaktische Abenteuer heißt das neue Addon und steht ab sofort in den Läden. Schweine im Weltall oder Galaktischer Blödsinn? Wir verraten es Euch.
Bevor Ihr überhaupt auch nur den Titel startet, dürft Ihr Euch gleich einmal von allen Phasen außer der letzten verabschieden, denn wie der Name der Erweiterung andeutet, entführt Euch "Galaktische Abenteuer" allein ins Weltall - dementsprechend verwundert es nicht, dass Ihr im Evolutionsauswahl-Screen nur auf die Raumfahrtphase Zugriff habt. Der Clou hierbei: Das Addon bietet nicht nur einen reinen Missionspool, sondern erweitert auch das aus Spore bekannte Gameplay, beziehungsweise ändert es ab.
Die Aufträge, die Ihr als Kapitän Eures Raumschiffes erhaltet, führen Euch nicht nur in den Umlauf der zu bereisenden Planeten, sondern auch auf deren Oberfläche. Soll heißen: Es erwarten Euch richtige Missionen auf festem Boden. Ob Ihr nun am Baja-500-Wettrennen teilnehmt, inmitten eines Konflikts das gegnerische Mutterschiff per Sabotage in die Luft jagt, in einer Gladiatorenarena Widersachern strotzt oder Verbündeten bei der Verteidigung einer Basis vor Angreifern helft.
Gut inszeniert ist das Ganze ja, kränkelt aber am viel zu geringen Umfang der Missionen. So benötigten wir für den per pedes vonstatten gehenden Wettlauf nicht einmal fünf Minuten, selbst der groß angelegte und gut gemachte Sabotage-Akt nahm gerade mal knapp 15 bis 20 Minuten in Anspruch. Maxis scheint hier sehr viel Vertrauen in die Schaffenskraft der Spore-Community zu haben und auch wir sind uns sicher, dass es binnen kürzester Zeit zu einer wahren Flut an Fan-Kreationen kommt.
Möglich macht dies der beiliegende Abenteuer-Editor: Aus vorgefertigten Planetenformen mit unterschiedlichen Themen pickt Ihr Euch hierbei einen Galaxiekörper heraus und danach darf es ans Eingemachte gehen. Eurer Vorstellungskraft sind hierbei nahezu keine Grenzen gesetzt: Farbgebung, Planetenoberfläche, Gebirge, Vegetation, Non-Player-Creatures und und und. Dennoch wünscht man sich hier und da etwas mehr Freiheiten, beispielsweise bei der Vegetation, die nur an festgelegten Positionen platziert wird. Mehr Tiefgang erhält der Editor durch missionsrelevante Funktionen wie das Verhalten anderer Kreaturen - verbündet, feindlich, neutral? -, das Timen von bestimmten Grafikeffekten oder dem Platzieren spezieller Objekte. Wer sich also ein bisschen Zeit nimmt, kann damit durchaus vernünftige Missionen basteln - und diese natürlich online zur Verfügung stellen.
In den von Maxis erstellten Adventure-Missionen könnt Ihr Euren Captain aufrüsten - zur Belohnung gibt es einen netten Schwung an frischen Waffen, Gegenständen und Rüstungen. Die habt Ihr aber auch dringend nötig, denn die Aufträge werden mit der Zeit auch fordernder. Wer keine Lust hat, sich die frischen Missionen zu erarbeiten, kann diese übrigens auch über "Schnelles Spiel" anwählen. Über dieses Menü könnt Ihr auch Community-Herausforderungen herunterladen, in Euer Spore integrieren und fortan jederzeit anwählen. In technischer Hinsicht ergibt sich leider ein enttäuschendes Bild: Die neuen Szenarien sind optisch alles andere als schick, zudem schleichen sich immer wieder ein paar Fehler ein. Kreaturen verschwinden hinter unzugänglichen Wänden, Figuren laufen durch Felsen hindurch und überhaupt hat der Titel seit dem Release des Originals optisch stark nachgelassen.
Einen befürchteten, witzlosen Griff ins Klo haben wir bei Spore: Galaktische Abenteuer glücklicherweise nicht erfahren: Interessante, frische Missionen, die sinnvoll in die bekannte Raumfahrt-Evolutionsstufe eingeflochten wurden und zudem noch frische Kniffe am Gameplay mit sich bringen und ein ordentlicher Editor zur Erstellung eigener Abenteuer sind die zwei großen Highlights des Titels. Dass man, wenn man die Missionen über "Schnelles Spiel" direkt anwählt, jedoch alles andere als lange beschäftigt ist, stößt mir sauer auf.
Die Ideen sind nett und inszenatorisch geglückt, wenn ich jedoch mit all dem "Klicke-wie-ein-Wahnsinniger-auf-den-Feind" jeweils nur ein paar Minuten unterhalten werde und dann bereits auf regen - aber sicheren - Community-Nachschub hoffen muss, fehlt mir eindeutig die Essenz und ein Mindestmaß an Umfang, den auch ein Addon vorweisen muss, wenn es denn schon für knapp 30,- Euro Kaufpreis reichen soll. Aktuell ein solider, aber zu kurzer Trip in die Galaxie - dank der kreativen Spore-Community dürfte sich das auf lange Sicht jedoch ändern.
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Spore: Galaktische Abenteuer im Test.
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