Gesamtwertung85%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Zum Empire at War Video-Review (High Quality | 104 MB)
Darauf haben Star Wars-Fans und insbesondere die Strategiespieler unter ihnen gewartet, nach dem mittelmäßigen Age of Empires 2-Klon Galactic Battlegrounds dürfen angehende Weltraumstrategen wieder die Maus schwingen. Star Wars: Empire at War spielt in der Zeit, als Luke Skywalker noch ein nichtsahnender Feuchtfarmerenkel war, Darth Vader keinen Schimmer von seinem Nachwuchs hatte und Yoda noch seelenruhig in seiner Hütte auf Dagobah leckere Wurzelsüppchen gekocht hat, kurz gesagt, vor den Geschehnissen von Episode IV. Ob das Spiel den hohen Erwartungen gerecht werden kann, erfahrt ihr in unserem Review.
Je nach eigener Gesinnung kann man entweder die imperiale oder die Rebellenkampagne in Angriff nehmen. Während die Rebellion in letzterer anfangs versucht die geheimen Pläne für die allseits bekannten X-Wing Raumjäger aus den Händen des Imperiums zu stehlen, bemüht sich Darth Vader in der Imperiumskampagne einen Verräter aus den eigenen Reihen zu entlarven, durch welchen wichtige taktische Informationen zur Rebellion hindurchsickern. Wer sich nicht gleich den Story-Missionen zuwenden will, um sich vielleicht erst einmal mit den Basisfunktionen des Spiels auseinander zu setzten, der kann sich diese in sieben ausführlichen Tutorials erklären lassen.
Star Wars: Empire at War (10 Bilder)
Ähnlich wie Rome: Total War oder andere Strategiespiele verfügt Empire at War über eine strategische Galaxiskarte, auf der die Spielzeit allerdings nicht wie üblich rundenweise, sondern, wie beispielsweise von Hearts of Iron bekannt, in Echtzeit abläuft. Die Galaxiskarte besucht man im Laufe der beiden Kampagnen nach fast jeder Mission, wahlweise darf man das Star Wars-Universum allerdings auch im Spielmodus Galaktische Eroberung unterwerfen, dazu später mehr. Auf die Galaxiskarte haben es nahezu alle jemals in den Filmen, Büchern und Spielen erwähnten Planeten geschafft, insgesamt sind 43 vertreten. Wer einen Planeten erobern will, muss sich meistens zu aller erst auf einen Weltraumkampf mit feindlichen Jägern und Schlachtschiffen einstellen.
Sind alle gegnerischen Einheiten für immer in die ewigen Jagdgründe befördert worden, kann man, sofern man Bodeneinheiten im Orbit stationiert hat, mit der Invasion beginnen. Jeder Planet verfügt auf der Galaxiskarte über drei Slots im Orbit, die als Abstellplätze für Weltraum- oder Bodeneinheiten dienen. Dort kann man z.B. eine kleine Raumflotte positionieren, um später, bei einem eventuellen Angriff nicht völlig unvorbereitet dazustehen.
Auch kann man hier mehrere einzelne Truppenteile zu größeren Gruppen zusammenfügen. Mit einem Klick auf einen ausgewählten Planeten gelangt man in das einfach strukturierte Planetenmanagement-Interface, das ebenfalls über mehrere Slots für auf der Oberfläche stationierten Einheiten und eine Anzeige der bereits errichteten Gebäude verfügt. Auch hier gilt, je mehr Einheiten sich auf der Oberfläche des Planeten befinden, desto größer ist die Chance, einen Bodenangriff erfolgreich abzuwehren. Fast alle Gefechte können übrigens komfortabel per Automatikfunktion entschieden werden, lediglich bei den wichtigen Story-Missionen muss man selbst aktiv an der Schlacht teilnehmen.
Werden eines oder mehrere ausgelöscht, darf weitere Unterstützung anrücken. Das selbe Prinzip gilt auch für Kämpfe im Weltraum, mit dem Unterschied, dass hier maximal 20 Bataillone zugelassen sind. Auch der Basisbau wird in den Weiten des Alls anders gehandhabt als auf den Planetenoberflächen. Ist auf dem Planeten noch der Standpunkt eines jeden Gebäudes wie z.B. der Kaserne oder dem Kommando- bzw. Forschungszentrum vorbestimmt, baut man im All lediglich seine Weltraumstation aus. In ihr werden auch alle Tätigkeiten durchgeführt, von der Forschung bis hin zum Bau von TIE-Fightern und Sternenzerstörern.
Sofern genügend Ressourcen vorhanden sind, kann man die Erforschung der nächsten Technologiestufe in Auftrag geben, die neue Upgrade-Möglichkeiten und Einheiten mit sich bringt. Mit Ressourcen sind übrigens nicht Gold, Erz, Kristalle oder Kartoffeln gemeint, sondern Credits. Auf den Karten können, an ebenfalls vorbestimmten Stellen, Minen errichtet werden, die fortan den Nachschub an Zahlungsmitteln beschleunigen.
Alle Einheiten im Spiel verfügen über bestimmte Spezialfähigkeiten. Rebellenkreuzer können für kurze Zeit mehr Schubkraft entwickeln, um lästigen Jagdpiloten zu entkommen, Schlachtschiffe können ihr Schild verstärken oder Feuerkraft verdoppeln. Auch die Helden verfügen über solche Fertigkeiten, Kyle Katarn beispielsweise wirft Gegnern einen kleinen Thermaldetonator zu, Darth Vader zerquetscht Fahrzeuge in sekundenschnelle, Obi-Wan heilt sich sowie alle Fußtruppen um sich und der Imperator zieht seine Blitzshow ab oder bekehrt kurzerhand alle Einheiten, egal ob Infanterie oder Fahrzeuge in seinem nahen Umkreis.
Wenn ein Held irgendwann ins Gras beißen sollte, kann man ihn ohne Probleme, gegen Erstattung des anfänglichen Kaufpreises, einfach noch einmal herstellen lassen.
Alle Zwischensequenzen im Spiel laufen in der Spielgrafik ab. Einen Wermutstropfen gibt es aber dennoch: Unverständlicherweise hat es lediglich die deutsche Sprachausgabe auf die Empire at War-DVD geschafft, was auch nicht weiter schlimm wäre, wenn man die Originalsprecher engagiert hätte. Dem ist aber leider nicht so, und so muss man sich als deutscher Star Wars Fan wiedereinmal mit einer zweitklassigen Synchronisation zufrieden geben. Wer schnell genug war und sich zum oder vor dem Release die Collectors Edition von Empire at War besorgt hat, der darf sich über ein 3D-Cover sowie eine Extra-CD freuen, die mit ein paar Bonuskarten, Konzeptzeichnungen, Wallpapern und zwei Bildschirmschonern gefüllt ist.
Im Multiplayermodus darf man neben den gewohnten Skirmish-Modi im Weltraum und auf Planetenoberflächen auch verschiedene Szenarien des Galaktischen Eroberungsmodus spielen. Hier spielen zwei menschliche Spieler wahrhaft um die Wurst, um die Herrschaft über die Galaxis. In jedem Szenario ist eine andere Anzahl an Planeten freigeschaltet, möchte man nicht die ganze Nacht um das Universum ringen, sucht man sich also besser eine Karte mit wenigen einzunehmenden Planeten aus. Es gewinnt letztendlich der Spieler, der entweder alle vom Gegner besetzten Planeten erobert, oder den Anführer der feindlichen Fraktion, also Imperator Palpatine (Imperium) oder Mon Mothma (Rebellenallianz) eliminiert.
Positiv anzumerken ist die Galaxiskarte, die dem Spiel letztendlich doch noch einen Schub taktischer Tiefe verleiht sowie die Möglichkeit, den Galaktischen Eroberungsmodus im Internet oder LAN gegen einen menschlichen Spieler bestreiten zu können eine Partie dieser Art kann es locker auf mehrere Stunden Spielzeit bringen, ohne in der Mitte langweilig zu werden. Letztendlich bleibt zu sagen, dass Star Wars Fans, die etwas für das Genre übrig haben, mit Empire at War trotz einiger Mankos sicherlich viel Spaß haben. Nichtsdestotrotz können sich ruhig auch Normalo-Strategen an diesem Titel versuchen, vor allem wegen des spaßigen Multiplayermodus werden auch sie mehrere Tage, wenn nicht Wochen mit dem Spiel beschäftigt sein.