Star Wars: Empire at War

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Activision
Entwickler
LucasArts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
12
Star Wars: Empire at War [PC , looki.de]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Star Wars: Empire at War

Darauf haben Star Wars-Fans und insbesondere die Strategiespieler unter ihnen gewartet, nach dem mittelmäßigen Age of Empires 2-Klon Galactic Battlegrounds dürfen angehende Weltraumstrategen wieder die Maus schwingen. Star Wars: Empire at War spielt in der Zeit, als Luke Skywalker noch ein nichtsahnender Feuchtfarmerenkel war, Darth Vader keinen Schimmer von seinem Nachwuchs hatte und Yoda noch seelenruhig in seiner Hütte auf Dagobah leckere Wurzelsüppchen gekocht hat, kurz gesagt, vor den Geschehnissen von Episode IV. Ob das Spiel den hohen Erwartungen gerecht werden kann, erfahrt ihr in unserem Review.

Je nach eigener Gesinnung kann man entweder die imperiale oder die Rebellenkampagne in Angriff nehmen. Während die Rebellion in letzterer anfangs versucht die geheimen Pläne für die allseits bekannten X-Wing Raumjäger aus den Händen des Imperiums zu stehlen, bemüht sich Darth Vader in der Imperiumskampagne einen Verräter aus den eigenen Reihen zu entlarven, durch welchen wichtige taktische Informationen zur Rebellion hindurchsickern. Wer sich nicht gleich den Story-Missionen zuwenden will, um sich vielleicht erst einmal mit den Basisfunktionen des Spiels auseinander zu setzten, der kann sich diese in sieben ausführlichen Tutorials erklären lassen.

Ähnlich wie Rome: Total War oder andere Strategiespiele verfügt Empire at War über eine strategische Galaxiskarte, auf der die Spielzeit allerdings nicht wie üblich rundenweise, sondern, wie beispielsweise von Hearts of Iron bekannt, in Echtzeit abläuft.

Die Galaxiskarte besucht man im Laufe der beiden Kampagnen nach fast jeder Mission, wahlweise darf man das Star Wars-Universum allerdings auch im Spielmodus Galaktische Eroberung unterwerfen, dazu später mehr. Auf die Galaxiskarte haben es nahezu alle jemals in den Filmen, Büchern und Spielen erwähnten Planeten geschafft, insgesamt sind 43 vertreten. Wer einen Planeten erobern will, muss sich meistens zu aller erst auf einen Weltraumkampf mit feindlichen Jägern und Schlachtschiffen einstellen.

Sind alle gegnerischen Einheiten für immer in die ewigen Jagdgründe befördert worden, kann man, sofern man Bodeneinheiten im Orbit stationiert hat, mit der Invasion beginnen. Jeder Planet verfügt auf der Galaxiskarte über drei Slots im Orbit, die als Abstellplätze für Weltraum- oder Bodeneinheiten dienen. Dort kann man z.B. eine kleine Raumflotte positionieren, um später, bei einem eventuellen Angriff nicht völlig unvorbereitet dazustehen. Auch kann man hier mehrere einzelne Truppenteile zu größeren Gruppen zusammenfügen.

Mit einem Klick auf einen ausgewählten Planeten gelangt man in das einfach strukturierte Planetenmanagement-Interface, das ebenfalls über mehrere Slots für auf der Oberfläche stationierten Einheiten und eine Anzeige der bereits errichteten Gebäude verfügt.

Auch hier gilt, je mehr Einheiten sich auf der Oberfläche des Planeten befinden, desto größer ist die Chance, einen Bodenangriff erfolgreich abzuwehren. Fast alle Gefechte können übrigens komfortabel per Automatikfunktion entschieden werden, lediglich bei den wichtigen Story-Missionen muss man selbst aktiv an der Schlacht teilnehmen.

Do it yourself

Selbstverständlich macht es viel mehr Spaß, selbst die Fäden zu ziehen und seine Einheiten über das Schlachtfeld zu kommandieren. Auf fast jeder Karte sind, egal ob man die Kampagne, den Galaktischen Eroberungsmodus oder eine Skirmish-Partie spielt, ähnlich wie in Star Wars Battlefront 1 und 2, Kommandoposten verteilt. Nimmt man diese ein, so kann man ab sofort in deren Umkreis Verstärkungstruppen landen lassen. Man fängt das Spiel nämlich nicht sofort mit allen verfügbaren Einheiten an, die meisten bleiben erst einmal im Orbit stationiert und warten darauf, gerufen zu werden. Aber auch dann kann man nicht alle auf einmal auf das Schlachtfeld transportieren. Auf allen Karten ist ein Limit gesetzt, maximal neun Bataillone, die aus mehreren Einheiten desselben Typs zusammengesetzt sind, dürfen für eine Fraktion gleichzeitig an der Schlacht teilnehmen.

Werden eines oder mehrere ausgelöscht, darf weitere Unterstützung anrücken. Das selbe Prinzip gilt auch für Kämpfe im Weltraum, mit dem Unterschied, dass hier maximal 20 Bataillone zugelassen sind. Auch der Basisbau wird in den Weiten des Alls anders gehandhabt als auf den Planetenoberflächen. Ist auf dem Planeten noch der Standpunkt eines jeden Gebäudes wie z.B. der Kaserne oder dem Kommando- bzw. Forschungszentrum vorbestimmt, baut man im All lediglich seine Weltraumstation aus. In ihr werden auch alle Tätigkeiten durchgeführt, von der Forschung bis hin zum Bau von TIE-Fightern und Sternenzerstörern.

Sofern genügend Ressourcen vorhanden sind, kann man die Erforschung der nächsten Technologiestufe in Auftrag geben, die neue Upgrade-Möglichkeiten und Einheiten mit sich bringt. Mit Ressourcen sind übrigens nicht Gold, Erz, Kristalle oder Kartoffeln gemeint, sondern Credits. Auf den Karten können, an ebenfalls vorbestimmten Stellen, Minen errichtet werden, die fortan den Nachschub an Zahlungsmitteln beschleunigen.

Crème de la crème

Was die Einheitenvielfalt angeht, sind so gut wie alle wichtigen und bekannten Raum- und Bodentruppen ins Spiel implementiert worden.

Da man in den Filmen jedoch nur sehr wenige Bodentruppen wie Speederbikes, AT-STs oder AT-ATs zu Gesicht bekommen hat, mussten die Entwickler ihre Fantasie spielen lassen und haben kurzerhand neue Einheiten erfunden. Jetzt verfügen sowohl die Rebellenallianz als auch das Imperium über durchschlagskräftige Panzer verschiedenster Art sowie Artillerieeinheiten. Fußtruppen wurden keine dazu erfunden, das Imperium begnügt sich nach wie vor mit seinen Sturmtruppen und die Rebellen vertrauen auf ihre Standardsoldaten. Wie in so manchem Strategiespiel der letzten Monate und Jahre leidet leider auch die KI von Empire at War an Wegfindungsproblemen und sorgt damit für einige Frustmomente. Beide Fraktionen jedoch, verfügen über Helden. Kann man in der ersten Entwicklungsstufe nur auf C-3PO (Rebellenallianz) und Mara Jade (Imperium) zurückgreifen, wird die Auswahl in den späteren vier Tech-Stufen schon etwas bunter. Neben dem Imperialen Colonel Veers, Grand Moff Tarkin, Mara Jade oder Captain Antilles stehen einem später auch die richtig dicken Fische im Form von Darth Vader, Mon Mothma, Han Solo und Chewbacca, Boba Fett, Luke Skywalker und Imperator Palpatine höchstpersönlich zur Verfügung. Sogar Jedi Knight-Held Kyle Katarn hat es ins Spiel geschafft, allerdings nur mit einem handlichen Blaster bewaffnet.

Alle Einheiten im Spiel verfügen über bestimmte Spezialfähigkeiten. Rebellenkreuzer können für kurze Zeit mehr Schubkraft entwickeln, um lästigen Jagdpiloten zu entkommen, Schlachtschiffe können ihr Schild verstärken oder Feuerkraft verdoppeln. Auch die Helden verfügen über solche Fertigkeiten, Kyle Katarn beispielsweise wirft Gegnern einen kleinen Thermaldetonator zu, Darth Vader zerquetscht Fahrzeuge in sekundenschnelle, Obi-Wan heilt sich sowie alle Fußtruppen um sich und der Imperator zieht seine Blitzshow ab oder bekehrt kurzerhand alle Einheiten, egal ob Infanterie oder Fahrzeuge in seinem nahen Umkreis. Wenn ein Held irgendwann ins Gras beißen sollte, kann man ihn ohne Probleme, gegen Erstattung des anfänglichen Kaufpreises, einfach noch einmal „herstellen“ lassen.

Bonus-Patzer

Grafisch gesehen haben die Entwickler von Petroglyph hervorragende Arbeit geleistet. Die Story-Levels sind zwar teils recht vorhersehbar modelliert, der echte Blickfang in Star Wars Empire at War sind jedoch die opulenten Schlachten. Egal ob im Weltraum oder am Boden, überall kommt durch Hunderte von Blasterschüssen und effektvolle Explosionen, unterstützt durch die gewohnt passende Star Wars Musik richtige Schlacht-Stimmung und viel Atmosphäre auf. Selbst auf älteren Rechnern knapp unter der 1 GHz Marke und mit einer Grafikkarte der GeForce 4-Generation ist Empire at War mit reduzierten Details gut spielbar.

Alle Zwischensequenzen im Spiel laufen in der Spielgrafik ab. Einen Wermutstropfen gibt es aber dennoch: Unverständlicherweise hat es lediglich die deutsche Sprachausgabe auf die Empire at War-DVD geschafft, was auch nicht weiter schlimm wäre, wenn man die Originalsprecher engagiert hätte. Dem ist aber leider nicht so, und so muss man sich als deutscher Star Wars Fan wiedereinmal mit einer zweitklassigen Synchronisation zufrieden geben. Wer schnell genug war und sich zum oder vor dem Release die Collector’s Edition von Empire at War besorgt hat, der darf sich über ein 3D-Cover sowie eine Extra-CD freuen, die mit ein paar Bonuskarten, Konzeptzeichnungen, Wallpapern und zwei Bildschirmschonern gefüllt ist.

Im Multiplayermodus darf man neben den gewohnten Skirmish-Modi im Weltraum und auf Planetenoberflächen auch verschiedene Szenarien des Galaktischen Eroberungsmodus spielen. Hier spielen zwei menschliche Spieler wahrhaft um die Wurst, um die Herrschaft über die Galaxis. In jedem Szenario ist eine andere Anzahl an Planeten freigeschaltet, möchte man nicht die ganze Nacht um das Universum ringen, sucht man sich also besser eine Karte mit wenigen einzunehmenden Planeten aus. Es gewinnt letztendlich der Spieler, der entweder alle vom Gegner besetzten Planeten erobert, oder den Anführer der feindlichen Fraktion, also Imperator Palpatine (Imperium) oder Mon Mothma (Rebellenallianz) eliminiert.

Fazit

Im Großen und Ganzen bin ich als Star Wars Fan mit Empire at War zufrieden, aber wirklich nur im Großen und Ganzen. Die Grafik ist schön, die Musik stimmungsvoll, die großen Schlachten atmosphärisch, Star Wars eben. Andererseits hätte ich mir gewünscht, dass sich die Entwickler etwas mehr Mühe mit dem Leveldesign und der etwas laschen Story geben, die durch die fehlenden deutschen Original-Synchronsprecher auf meiner Qualitätsskala noch mal eine Stufe runterrutscht. Hat die englische Sprachversion nicht mehr auf die DVD gepasst? Wenn ja, hätte man sie nicht zumindest der Collector’s Edition beifügen können, deren Extra-CD alles andere als vollbepackt ist? Was mir ebenfalls fehlt ist ein Karteneditor, bis dato eigentlich Standardausstattung bei einem Strategiespiel im Stil von Star Wars: Empire at War. Nach den ersten Spielstunden erkennt man auch sofort, dass das Spiel eindeutig auf Action ausgelegt ist, Taktiker und Tüftler werden nur wenig Spaß an den schnellen und explosionsreichen Kämpfen finden.

Positiv anzumerken ist die Galaxiskarte, die dem Spiel letztendlich doch noch einen Schub taktischer Tiefe verleiht sowie die Möglichkeit, den Galaktischen Eroberungsmodus im Internet oder LAN gegen einen menschlichen Spieler bestreiten zu können – eine Partie dieser Art kann es locker auf mehrere Stunden Spielzeit bringen, ohne in der Mitte langweilig zu werden. Letztendlich bleibt zu sagen, dass Star Wars Fans, die etwas für das Genre übrig haben, mit Empire at War trotz einiger Mankos sicherlich viel Spaß haben. Nichtsdestotrotz können sich ruhig auch Normalo-Strategen an diesem Titel versuchen, vor allem wegen des spaßigen Multiplayermodus werden auch sie mehrere Tage, wenn nicht Wochen mit dem Spiel beschäftigt sein.

Star Wars: Empire at War [PC , looki.de]

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