Gesamtwertung74%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
In den insgesamt zwölf großen Levels gilt es eigentlich meistens, irgendwelche Stützpunkte und Befestigungsanlagen der Starship Troopers-Divisionen gegen anstürmende Bugmassen zu verteidigen. Aber dennoch haben die Herren von Strangelite auch an andere Missionsziele gedacht: So müsst Ihr beispielsweise einen riesigen Plasmabug erledigen, vorher jedoch den beschwerlichen und gefährlichen Weg dahin mit einem Squad meistern und auch auf eigene Verluste achten. In einer weiteren Mission gilt es, einen festsitzenden General zu eskortieren. Dass Euch dabei neben der Zeit auch die Bugs im Nacken hängen, dürfte wohl klar sein.
Die meisten Aufträge seid Ihr aber wie bereits erwähnt in der Defensive und vor allem in der Unterzahl: Die wohl spektakulärste Mission, nämlich die Verteidigung eines Außenpostens gegen eine schier unvorstellbare Anzahl von Boden- und Lufteinheiten wurde fast 1:1 aus dem ersten Film übernommen und kommt so wuchtig daher, dass man im Gefecht automatisch selbst ordentlich um das eigene virtuelle Leben zittert.
Relativ zusammenhanglos ist jedoch die Geschichte mit den Elementen aus beiden Starship Troopers-Filmen. Das Spiel gaukelt dem Zocker vor, es würde zirka sechs Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils spielen. Da drängt sich einem jedoch die Frage auf, wieso Strangelite recht grobpixelige Szenen aus den Filmen für die Einleitung und Erklärungen der einzelnen Missionen verwendet, wenn die gezeigten Videos doch ganze sechs Jahre früher spielen als die Story des Games. Hier hätte man sich ruhig etwas eigenes und neues einfallen lassen können. Fragwürdig sind auch die Missionsabsolvierungen der Verteidigungsmissionen: Manchmal wird man nämlich mit beinharten Mitteln immer weiter zurückgedrängt, bis die Anweisung zum allgemeinen Rückzug kommt. Dann gilt die Mission zwar als geschafft, wo der inhaltliche Erfolg dann aber geblieben sein soll, fragt man sich des Öfteren.
Zusätzlich gibt es in einzelnen Levels über die Karte verstreute Geschütze, die man bemannen kann. Ganz so 'gory' wie die ungeschnittene und indizierte Filmvorlage ist die Versoftung beileibe nicht, obwohl selbst in der für Jugendliche erhältlichen Version, die überraschenderweise ungeschnitten veröffentlicht wurde, Soldaten in Einzelteile zerlegt und mit den Bugs Biologie-Unterricht der etwas härteren Art betrieben wird.
Grafisch weiß Starship Troopers leider nur bedingt zu gefallen. Während die Animationen der meisten Bugs klasse aussehen, wurde ausgerechnet bei den Bewegungsabläufen der einfachen Einheiten gespart, die am meisten im Spiel vorkommen. Negativ fallen auch die Charaktermodelle der Troopers auf: Neben hässlichen Gesichtern wirkt auch der Rest der Soldatenmodelle nicht besonders spektakulär. Ein Bereich, in dem die Entwickler aber hingegen bei den Bugs punkten: Die wurden mit viel Liebe zum Detail designt, wobei vor allem der schicke Chitin-Panzer der Insekten gefällt. Viel machen auch die abwechslungsreichen Innenräume her, die im optischen Kontrast zu den recht kargen und öden Außenabschnitten stehen.
Nur schade, dass man für die besonders großen Schlachten, wie zum Beispiel der Außenposten-Level aus dem Film, eine flotte Kiste braucht. Dafür bekommt man aber auch Gegnermassen zu sehen, die es so zuvor noch nicht gegeben hat.
Auch akustisch weist das Spiel Mängel auf, die man hätte vermeiden können. Richtig ärgerlich sind da zum Beispiel die verpatzten deutschen Synchronstimmen der Trooper. Hier bekommt man neben einem überstolzen General der Marke 'Overacting' eine Pilotin mit Sprachproblemen und richtig peinlich Kommentare von den Soldaten in den Gefechten an sich. Lokalisierung gut und schön, aber hier hätten wir doch lieber die Originalstimmen gehört. Die Waffeneffekte reichen von 'passabel' bis 'hervorragend': so klingt das Sturmgewehr der Starship Troopers ein wenig zu brav, während die doppelläufige Schrotflinte echte Atmosphäre aufkommen lässt und sehr wuchtig daherkommt. Der Soundtrack im Spiel und in den Menüs ist an den Film angelehnt und wer den gehört hat, weiß wie gut er ist.
Beim Mehrspielermodus wurden jedoch ordentlich Punkte verschenkt: Es gibt gerade mal die drei Modi Deathmatch, Team-Deathmatch und Cooperative. Selbst das wäre noch nicht so schlimm, wenn wenigstens genug Maps implementiert worden wären. Doch mit insgesamt fünf Karten ist Langzeitspaß leider nicht garantiert, auch wenn die Gefechte über Internet und Netzwerk durchaus für eine bestimmte Zeit für Spaß am Monitor sorgen. Wir plädieren für ein Addon oder ein Mappack!