Gesamtwertung41%/10 |
GrafikMangelhaft SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungMangelhaft |
Knapp vier Jahre ist es nun her, dass das renommierte Entwicklerstudio Fireglow, unter anderem verantwortlich für die Sudden Strike-Serie, die Arbeiten an Stranger, einer Mischung aus Rollen- und Strategiespiel bekanntgegeben haben. Verständlich hierbei die Erwartungshaltung zahlreicher Fans, die nach einer solch langen Wartezeit einen innovativen und abwechslungsreichen Titel vermuteten. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus und so präsentiert sich Stranger als schwacher Genrevertreter mit Hang zu schweren technischen Mängeln, die den Spielspaß ins bodenlose versinken lassen.
Ene, mene, meck, und du bist weg!
Dabei beginnt die Geschichte rund um Stranger mehr als vielversprechend und überzeugt sowohl durch gute Zwischensequenzen im Comicstripformat, als auch durch hervorragende Synchronsprecher. So wird in einer Fantasiewelt ein verbotener Zauber gewirkt, dessen Ausführung mit dem Exil bestraft wird.
Wahllos werden die drei in ihren Fähigkeiten unterschiedlichen Protagonisten Kagar, Mordlok und Steiger aus einer Menge herausgepickt und in die Unterwelt verdammt, da sich der wahre Täter nicht zeigen wollte. Vom Wunsch nach Rache und dem Ziel, der Unterwelt zu entkommen getrieben, verbünden sich die Verstoßenen undstreifen so durch verschiedene Ländereien, sammeln Kristalle, heuern Söldner an und erlegen zahlreiche Gegner.
So flexibel wie ein Stück Holz
Im Weiteren stehen den drei Protagonisten dabei neben ihren individuellen Fähigkeiten verschiedene Waffen und Zaubersprüche, die durch ein flexibles Magiesystem überzeugen sollen, zur Verfügung.
Das einzigartige System, die mitunter einzige wahre Innovation, entpuppt sich in der Praxis jedoch als überaus undurchsichtig und kompliziert. So ersetzen in Stranger verschiedenfarbige Kristalle die unterschiedlichen Zauberklassen. Je nach Anzahl der Kristalle, die sich im Besitz des Spielers befinden sowie das Verhältnis derer, werden dann Zaubersprüche freigeschaltet. Verfügt der Spieler beispielsweise über eine hohe Anzahl an blauen Kristallen, wird er Eis- und Frostzauber einsetzen können. Eine Mischung aus roten und blauen Edelsteinen schaltet wiederum Verlangsamungszauber frei. Anfangs noch recht übersichtlich und einfach gehalten, wird das System spätestens in hektischen Kämpfen zur Tortur. Wie soll sich ein Spieler die verschiedenen Zusammensetzungen merken, gleichzeitig Gegner beschäftigen und Zauber wirken?
Eine Tortur ist darüber hinaus ebenfalls das langweilige Leveldesign, die unterdurchschnittliche Gegner-KI, die alles andere als taktisch klug agiert, sowie die Menüführung.
Letztere baut dabei auf Tastaturkürzel, die jedoch das Gedächtnis eines jeden Spielers überfordern. So scheinen sämtliche Tasten auf dem Keyboard mit Funktionen belegt zu sein.
Technisch unterste Schublade
Es ist geradezu unglaublich, dass ein Titel wie Stranger, der eine fast vierjährige Entwicklungszeit auf dem Buckel hat, eine dermaßen unausgereifte technische Präsentation bietet. Abgesehen vom schwachen, aber noch akzeptablen Charakter-, Level- und Gegnerdesign sowie den mauen Effekten, sind es die starken Ruckler, die den Titel an einigen Stellen unspielbar machen. Bei hoher Gegnerdichte, aber auch während Zaubersprüchen und anderen grafischen Effekten geht hierbei die Framerate in die Knie und macht das Spielerlebnis zur Diashow. Respekt somit vor Spielern, die die angegebene Spielzeit von knapp 30 Stunden überstehen konnten.