Gesamtwertung81%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Bereits der erste Teil fesselte eine große Zahl Fans am Bildschirm. Trotz Mängel in der KI und Grafik konnte das süchtigmachende Spielprinzip viele überzeugen.Mit Stronghold: Crusader bringt Take 2 den Nachfolger als Standalone Produkt auf den Markt. Wir verraten euch, ob der Kauf sich lohnt.
Die Kreuzzüge haben begonnen
Wie der Name Crusader schon hergibt, hat Entwickler Firefly sich entschlossen nicht mehr auf ein fiktives Szenario zu vertrauen, sondern das Spiel in der Zeit der Kreuzzüge anzusiedeln. Demnach stammen auch die Hintergrundgeschichten der 4 Kampagnen aus dieser Zeit und versetzen Euch u.a in die Rolle von Saladin. Die Kampagnen sind leider sehr kurz geraten und beinhalten jeweils nur 5 Missionen, die auch verhältnismäßig schnell durchgespielt sind. Im Gegensatz zum ersten Teil gibt es in Crusader, nach dem Durchspielen der Kampagnen, aber noch genug zu tun: Neben dem Skirmisch-Modus, in dem auf 35 verschiedenen Karten mit oder gegen unterschiedlich viele Gegner gespielt werden kann, wartet vor allem der neue Kreuzugsmodus.
Im Skirmischmodus können die Bedingungen immer wieder unterschiedlich eingestellt werden. Wer danach immer noch nicht genug hat, kann mit dem Editor auch eigene Karten basteln. Im Kreuzzugsmodus müssen ingesamt 50 verschiedene Level gemeistert werden. Dazu gehören auch alte Bekannte, wie das Schwein oder der Wolf.
Wundern sollte man sich aber nicht, dass einige Gegner öfters zu besiegen sind, es geht vielmehr darum von Mission zu Mission immer schwierigeres Terrain, mit immer schlechterern Startvoraussetzungen zu absolvieren. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Missionen zu wiederholen oder auch 3 beliebige zu überspringen.
Allein der Kreuzzugsmodus kann 2 Monate fesseln, da die Schlachten teilweise sehr langwierig sind. Problematisch ist dabei, dass irgendwann die Motivation nachläßt. Zwar haben die unterschiedlichen Gegner verschiedene Charakter und Spielweisen und bauen, im Gegensatz zum ersten Teil, endlich auch Burgen selbstständig: insgesamt läßt sich aber fast jede Mission auf die gleiche Weise gewinnen. Schuld daran ist u.a die immer noch miserable KI.
Man baue einige Türme, bestücke diese mit einigen Ballisten und einer großen Anzahl Bogen- und Armbrustschützen und die KI wird munter immer wieder zusehen, wie ihre Einheiten vernichtet werden. Dies gilt übrigens auch für alle anderen Einheiten, denn trotz eigener Verteidigungsanlagen baut die KI flott Farmen in Reichweite der eigenen Bogenschützen und schaut zu, wie die Bauern immer wieder getötet werden.
Zwar erhört sich die Masse der gegnerischen Einheiten im Laufe des Kreuzzuges, mit einer rundum abgesicherten Burg, kann man sich aber gut verteidigen und einen gezielten Gegenangriff planen. Bleibt das Gefühl, dass die KI nur eine Chance hat, wenn man selber stark zahlenmäßig unterlegen ist oder Fehler bei der Planung der Burg macht.
Auch kann die KI mit einigen Tricks immer wieder überlistet werden. Eine davon sei hier exemplarisch genannt. Zu den neuen Einheiten der Sarazenen gehören die sehr billig anwerbbaren Sklaven. Mit einer Fackel ausgerüstet, versuchen diese mutigen Kerle feindliche Gebäude in Brand zu setzen. Da die KI nun um ihre errichteten Burgen Pech verteilt, um Angriffe abzuwehren, nehme man sich 100 Sklaven, renne zur feindlichen Burg, schaffe es, aufgrund feindlichen Pfeilregens, gerade noch ein Gebäude anzuzünden und schon steht die gesamte Burg des Gegners in Flammen. Das beeinträchtigt KI natürlich massiv, denn Bauern, Träger oder andere Einheiten marchieren natürlich immer munter durch das Feuer und verbrennen. Irgendwie ist es frustrierend, dass solche Tricks immer wieder funktionieren. Trotz der weiterhin fessendeln Burgenbausucht, nagen solche Dinge doch stark an der Motivation. In der Kampagne wird das Problem der Mängel in der KI umgangen, indem es bei Angriffen des Gegner mehrere Einstiegspunkte gibt, die auch zufällig ausgewählt werden. Ein Verteidigung muss daher rundum und durchdacht erfolgen.
Natürlich gibt es auch Neues mit Crusader, wenn auch dieses nicht weit über den Rahmen eines Addons hinweg geht. Die Grafik ist fast gleich geblieben, hat außer zwei neuen Gebäuden und einigen neuen Einheiten aber ein anderes Grafikset spendiert bekommen. Dies ist naürlich eine Sandregion mit nur wenig Wasser und viel kargem Gestein. Holz stellt auf den Karten immer Mangelware dar, weshalb wohl auch die Holzpalisaden komplett weggefallen sind. Farmen können nur in der Nähe von Oasen gebaut werden und stellen damit im Skirmischmodus und im Kreuzzugsmodus oft hartumkämpfte strategische Positionen dar und sind auch schwer durch eine Burganlage zu schützen. Zu den 7 neuen Einheiten, die als Söldner von den Arabern angeworben werden, gehören neben den Sklaven und berittenen Reitern auch die Meuchelmörder. Letztere sind unsichtbar, bis sie selbst angreifen. Mit Fanghaken können Mauern gestürmt werden und auf diese Weise z.B. effektiv Bogenschützen ausgeschalten werden. Allerdings ist die Einheit sehr stark geraten und die Möglichkeit einen Massenangriff in kurzer Zeit zu Beginn des Spieles vorzubereiten und dabei einzig Meuchelmörder zu verwenden, besteht vor allem in Mehrspielerduellen.
Leider wurde auch vieles beim Alten gelassen. So ist es immer noch ärgerlich, dass Gebäude ohne Bauzeit errichtet werden können. Das führt dazu, dass die KI, genügend Resourcen vorausgesetzt, schneller Türme errichten kann, als man selber mit Katapulten diese niederzureißen vermag. Grafisch hat sich leider nicht viel geändert. Die Grafik wirkt noch etwas altbackener und zudem stellenweise auch etwas pixelig. Trotzdem sind die Animationen noch erträglich, auch wenn gerade beim Ableben oft einige Pixelhaufen bleiben. Die Musik und Soudeffekte sind immer noch gut gelungen und vermitteln ein realistisches Gefühl und Atmosphäre. Wenn man das Surren der Pfeile hört, fühlt man sich gleich wieder in der Welt von Stronghold wohl. Auch die Sprachausgabe ist sehr authentisch und gut gelungen.
Stronghold: Crusader im Test.
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