Stronghold

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Take 2
Entwickler
Firefly Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
12
Stronghold [PC , looki.de]

Gesamtwertung

83%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Stronghold

Noch immer eines der beliebtesten Spiele ist Age of Empires. Auch dort muß man seine Basis aufbauen, Verteidigungsanlagen errichten und sich gegen den Feind verteidigen. Stronghold ist in dieser Beziehung durchaus mit Age of Empires vergleichbar, konzentriert sich jedoch ausschließlich auf den Bau und Verteidigung bzw. die Eroberung einer Burg. Dementsprechend kleiner sind in der Regel auch die Karten während der 21 Missionen umfassenden Militärkampagne.

Während dieser Mission müßt ihr als kleiner Lord versuchen die deutschen Länderein von den vier Gegner: Der Schlange, der Ratte, dem Schwein und dem Wolf, zurückzuerobern. Ist es am Anfang noch ein leichtes und greifen die Gegener nur mit schwach gepanzerten Einheiten an, die mit strategisch auf Türmen platzierten Bogenschützen in Schach gehalten werden können, greifen doch schon bald Ritter mit schwerem Belagerungsmachinen an. Dazu gehören neben Belagerungstürmen auch Rammböcke, Katapulte und Balisten.

Die Geschichte wird jeweils durch ein Einleitungsvideo, dass sich jedoch auf animierte Gesichter beschränkt, weitererzählt und schafft es dabei eine großartige Stimmung und einen steigenden Suchtfaktor aufzubauen. Besonders gut gelungen, ist dabei die Sprachausgabe. Wenn auch nicht ganz lippensynchron, so sind die Sprecher doch sehr motiviert und klingen sehr überzeugend. Allein das 'Willkommen Sire. Eure Feste erwartet euch' am Anfang jedes Spieles, macht Lust, Stronghold immer wieder zu spielen.

Es reicht aber nicht, seine Burg erst mit Palisaden und dann mit immer besseren Steinwällen zu befestigen. Um eine Mission zu bestehen, muß die recht komplexe Wirtschaft zum Laufen gebracht werden.

So müssen Steine gehauen werden und mit Eseln zum Lager gebracht werden und Pech tief aus dem Moor geholt werden. Die einzelne Produktionszweige arbeiten dabei zusammen. Um z.B. einen Ritter in der Kaserne herstellen zu können, muß zuerst einen Kaserne und ein Waffenlager vorhanden sein, was natürlich Holz braucht. Zusätzlich muß Eisen abgebaut werden und in der Schmiede verarbeitet werden. Will man nur Lederharnische z.B. für Armbrustschützen herstellen, bedarf es einer Kuhfarm. Der Gerber schlachtet die Kühe und verarbeitet das Leder zu Harnischen. Mit Holz muß jedoch zusätzlich in der Pfeilmacherei Armbrüste produziert werden.

Alle Menschen wollen natürlich ernährt werden. Um z.B. Brote zu backen, muß zunächst eine Getreidefarm gebaut werden. Das produziert Getreide wird in der Mühle zu Mehl verarbeitet und in der Bäckerei zu Brot gebacken. Seltsamerweise bedarf es ca. 10 Bäckerein, um die Waren von zwei Getreidefarmen und einer Mühle zu verarbeiten, was ich etwas zu viel finde.

Leider fehlen übersichtliche Statistiken, was und wieviel etwas produziert wird. Nicht einmal die Zahl der bereits vorhandenen Gebäude einer Art, kann man erfahren. Dies fällt besonders in der 6 Missionen umfassenden Wirtschaftskampagne auf.Alle Gebäude brauchen natürlich Holz und teilweise auch Gold. Gold ist jedoch nur durch das Verkaufen von Waren oder durch Steuern zu erlangen. Erhöht man jedoch die Steuern, muß man der Bevölkerung auf andere Weise glücklich machen, damit diese nicht auswandern. Dies kann z.B. durch größere Nahrungsrationen, durch Kirchen, durch Kneipen, die das Bier aus der Brauerei, verkaufen und durch Vergnügungsstätten, wie z.B. Maibäume geschehen.

Es braucht eine Zeit bis man den Ablauf aller Produktionsreihen verinnerlicht hat. Einmal geschafft, muß man aber immer noch auf Besonderheiten der Mission achten. Manchmal sind z.B. keine Steine vorhanden, bricht leicht Feuer aus oder ähnliches. Hinzukommen diverse Plagen, wie z.B. Käferbefall, sich stark vermehrende Hasen (die wirklich süss animiert sind), Wolfangriffe und anderes. Außerdem kann der Wirtschaftskreislauf schnell zusammenbrechen, wenn einige Gebäude durch den Feind zerstört werden. Dies kann z.B. schnell passieren, wenn man die Verteidigung nicht lückenlos aufbaut. Die KI findet jedes Schlupfloch!

Insgesamt ist die KI jedoch nicht gerade herausragend. So greift diese immer aus der gleichen Richtung an, was die Verteidigung natürlich sehr planbar macht. Achtet man darauf, dass die Mauern lückenlos sind (dann und nur dann greift die KI auch andere Stellen an) kann man der KI sehr leicht fallen stellen. Eine größere Ansammlung von Bogenschützen und Armbrustschützen reichen in der Regel aus.

Von unfairen Mittel, wie Wassergräben gleich am Kartenstartpunkt der KI platzieren und dann mit Bogenschützen die KI ohne Probleme aufhalten, will ich gar nicht erst anfangen. Was jedoch an der KI gut ist, ist dass diese auch konsequent versucht, Gebäude des Spielers (insbesondere natürlich die, die außerhalb der Burg sind) zu zerstören, um den Wirtschaftskreislauf lahm zu legen. Paßt man hier nicht auf, kann die Wirtschaft schnell zusammenbrechen und die Mission verloren sein. Man sollte den Schwierigkeitsgrad von Anfang der Kampagne an auf mindestens 'Schwer' einstellen, um etwas Herausforderung zu erleben.

Die Steuerung ist ingesamt recht gut gelungen, besitzt jedoch auch ihre Tücken. So ist es z.B. Ärgerlich, dass Gebäude nicht gebaut werden können, wenn darunter sich Einheiten befinden. Bei regem Betrieb in der Burg fällt es dadurch schwer, im späteren Verlauf des Spieles, Gebäude zu platzieren.

Gleiches gilt für das setzen von Mauern (für das sehr viele Steine im Steinbruch produziert werden müssen). Kann an nur einer Stelle eine Mauer nicht gebaut werden, wird das ganz Teilstück der Mauer nicht gebaut. Hinzukommt, dass nur da Mauern gesetzt werden, wo man sehen kann, ob etwas platziert ist. Das führt dazu, dass manchmal ein Verbindungstück nicht gesetzt wird (man sollte immer die Karte nach dem Bauen drehen, um sich zu vergewissern) und man sich beim nächsten Angriff wieder wundert, durch welches Loch in der Wand der Feind in die Burg konnte.

Was mir gut gefallen hat ist, dass Stronghold mit echten Höhenstufen arbeitet. So schießen Bogenschützen von Bergen bzw. Türmen weiter, als ihre Kollegen auf der Wiese. Dabei ist es jedoch verwunderlich, dass die KI beim Stürmen einer Burg trotzdem derart verwunbar ist. So kann man mit behutsamen Vorangehen der eigenen Bogenschützen, fast jede Einheit auf den Türmen ausradieren, ohne dass die KI einem angreift. Eigentlich müssten die Einheiten auf den Burgmauern eine erhöhte Reichweite haben.

Das Stein-Papier-Schere Prinzip funktioniert gut. Während z.B. die Bogenschützen eine größere Reichweite haben, können nur die Armbrustschützen wirklich etwas ausrichten gegen Einheiten mit Metallrüstungen. Pikeniere sind zum Zuschütten von Burggräben geeignet, da diese sehr billig zu produzieren sind, und Lanzenträger sind Top gegen berittene Einheiten.

Die Grafik ist gut gelungen. Die Animationen sind flüssig und vielfältig. Auch die Landschaft sieht sehr gut aus. Die schönen Animationen sieht man insbesondere an der schönen Darstellung der Pfeilfluganimationen. Wenn 40 Bogenschützen eine Gegnerschar abwehren, sieht das einfach phantastisch aus, genauso wenn Jäger auf die Jagd gehen. Zwar stellt sich nicht unbedingt der Wuseleffekt der Siedler Reihe ein: Das liegt aber weniger an der Grafik, als daran, dass Stronghold ein viel schnelleres Gameplay aufweist.

Auch in der höchsten Auflösung von 1024x768 dürfte Stronghold auf einem durchschnittlichen Rechner keine Probleme machen. Leider existiert nur eine Zoomstufe. Da jedoch auch die Soundeffekte gut gelungen sind, stellt sich eine sehr gute Atmosphäre ein! Der Multiplayer Modus, der auch Gamespy unterstützt, funktioniert leider so gut wie überhaupt nicht. Es gibt regelmäßig Abstürze bzw. es ist elend langsam. Take 2 hat aber Abhilfe durch Patches versprochen. Hat man die Kampagne herum, bleiben einem noch der Karteneditor bzw. die Erstürmung oder Verteidigung von historischen Burgen (hier wurde im fertigen Spiel weniger Integriert, als auf der Verpackung angegeben. Die fehlenden folgen per kostenlosem Addon). Leider ist es im Editor nach meinem Kenntnisstand nicht möglich eine Mission zu bauen, in der der Computer eine Burg allein aufbaut. Dies kann die KI nicht leisten. Man muß daher immer eine fertige Burg vorgeben und die Mission zum Erobern oder Verteidigen einrichten.

Zu erwähnen bleibt, dass Stronghold sehr komplex ist und ich trotz des Umfangs des Review viele Aspekte nicht erwähnt habe! Am besten, man probiert es selber aus.

Fazit

Für ein Erstlingswerk spielt sich Stronghold phantastisch. Die Grafik kann überzeugen, die taktischen Vorgehensweisen sind vielfältig und Stronghold hat vor allem eines: Einen hohen Suchtfaktor. Einmal angefangen, fällt es extrem schwer, Nachts wieder ins Bett zu gehen. Bei allen Lobeshymnen, gibt es aber auch negative Seiten. So ist die KI auf einem sehr niedrigen Level angesetzt, was daher zum Ausnutzen der immer gleichen Schwächen der KI durch die Spieler führt. Auch ist der Multiplayer Modus kaum spielbar.

Wer diese Punkte, die eventuell auch noch durch Patches verbessert werden, verschmerzen kann, findet in Stronghold ein rundum gelungenes PC-Spiel

Stronghold [PC , looki.de]

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