Gesamtwertung73%/10 |
GrafikBefriedigend SoundAusreichend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Sudden Strike war ein Blockbuster seinerzeit, der durch die taktische Tiefe und den Realismus für Aufregung sorgte. Das Addon 'Forever' fügte ergänzend Wüstenlandschaften hinzu. Dementsprechend groß waren die Erwartungen für den 2. Teil.
Um es vorweg zu nehmen. So ganz konnte Sudden Strike 2 meine Erwartungen jedoch nicht erfüllen. Warum? Lest weiter...
Die Kampagne, auf die ich mich am meisten freute, war die der Japaner. Leider wurde diese geradezu stiefmütterlich behandelt. Warum? Sie besteht aus ganzen 4 Missionen, von denen zwei noch auf der selben Karte bestehen und eine wirklich sehr klein ist. Da hätte ich wirklich deutlich mehr erwartet. Hingegen hat mir die Kampagne der Russen besonders gut gefallen. Hier machen die Karten wirklich Spaß, sind abwechslungsreich und machen Gebrauch von den neuen Features, wie das Feuern mit einem Schlachtschiff, das Beladen und Entladen von Landungsboten, das geschickte Nutzen von Tunneln und Erbeuten von Fahrzeugen, Kämpfe gegen Züge und vielem mehr. Traurig ist nur, dass nach jeder Kampagne ein 5 Sekunden Miniabspann kommt. Das verstärkt einfach den Eindruck, als wenn alles ein wenig lieblos zusammengestrickt wurde. Auch die US-Kampagne ist ausreichend umfangreich und beschäftigt sich dabei hauptsächlich mit dem Thema der Überquerung des Rhein.
Hingegen wurden Infantrie in Häuser stark aufgewertet. Zwei Soldaten im 3. Stock eines Hauses können eine ganze Kompanie Soldaten vernichten. Dies liegt auch daran, da fast jeder Schuss eines Soldaten trifft. Es ist sogar teilweise möglich einen Spähpanzer mit Maschinengewehr zu nehmen und mitten in eine besetzte Stadt zu fahren. Dieser erledigt sämtlich Infanterie, auch auf den PAKs. Diesen aufzuhalten ist schwierig, den sowohl Antipanzerinfanterie, als auch PAKs, vermögen es kaum einen schnellen, fahrenen Panzer zu treffen, sondern schießen immer zu weit. Leider ist auch hier ein wenig die mäßige KI schuld, die auch beim Angriff mit Infantrie dafür sorgt, dass feindliche Infantrie in der Regel zu spät reagiert und tot ist, bevor sie zurückschießen kann.
Leider wurden auch die PAks und die Artillerie stark abgewertet. Dadurch, dass der Effektradius wohl verringert wurde, richtet eine Artillerie, die nicht genau trifft, auch bei Infanterie stellenweise nur geringen Schaden an. Lediglich die Luftabwehrkanonen mit 4 gleichzeitigen Schüssen, können beim Stürmen durch Infanterie verheerenden Schaden anrichten. Paks hingegen sind ebenfalls nicht mehr allzu viel wert. Zu schnell können Soldaten aus den Sitzen geschossen werden und die Pak durch einen Panzer zerstört werden. Selbst bei Volltreffern richten diese weniger Schaden an, als man es erwarten würde. Da muß schon eine Reihe Paks, z.B. auf einer verstecken Anhöhe, platziert sein, im wirksam Schaden anzurichten. Dies führt jedoch dazu, dass subjektiv für mich der Eindruck entstand, dass besetzte Städte viel zu einfach zu erobern sind. Anhöhen hingegen, durch die es passiert, dass man andauernd beschossen wird, Einschläge hört und Schaden nimmt, ohne dass man weiß, von wo man beschossen wird, sind wesentlich schwerer einzunehmen. Gleiches gilt für besetzte Häuser, die jedoch einfach von der Ferne beschossen werden können, da die in der Regel dort platzierten MG-Soldaten kaum Schaden an Panzern anrichten. Zu stark, aber auch unbalanciert geworden ist hingegen der Zug. Während eine richtige Bestückung eines Zuges mit Kanone und MG oder auch Raketenwerfer eine ganze Panzerkolonne dezimieren kann, vermögen gut platziere 4-5 Raketenwerferinfanteristen, die viel zu viel Schuss besitzen, mit wenigen Schüssen den Zug zu zerstören.
Der Effekt, den Realismus zu steigern, ist wohl erreicht, die gewohnten Sudden Strike Spieler müssen jedoch erhebliche Änderungen in der Spielweise hinnehmen, da selbst auf mittlerem Schwierigkeitsgrad, die Missionen noch leichter sind, als im ersten Teil und lang nicht mehr so bedacht vorgegangen werden muß. Profis sollten daher von Anfang an in den Optionen den Level 'General' auswählen.
Neu hinzugekommen ist auch der Zug, der ebenfalls gesteuert werden kann, jedoch nur auf den vorgegeben Schienen. Dafür kann er aus verschiedenen Wagons zusammengestellt werden. Leider kann auch das steuerbare Schlachtschiff, welches z.b. in einer späteren Russenmission auftaucht, nur vorwärts und rückwärts fahren. Der Grund erschließt sich mir nicht. Schließlich können auch die Kanonen- und Landungsbote sich überall hin auf dem Wasser bewegen. Das Schlachtschiff hat dafür die wohl größte Reichweite.
Gut gefallen hat mir auch, dass wirklich jedes Fahrzeug gekapert werden kann. Nicht nur von Anfang an verlassene Fahrzeuge können durch eigene Fahrer übernommen werden (für Flugzeuge sind Piloten und für Schiffe natürlich Kapitäne notwendig), sondern auch vormals aktive Panzer des Gegners. Dies bringt komplett neue Strategien ins Spiel, auch wenn es mir nie wirklich gelungen ist, eine Fahrzeugbesatzung absichtlich zu töten, um das Fahrzeug zu benutzen. Man sollte sich aber immer Fahrer in der Hinterhand halten und diese nicht zusammen mit anderer Infanterie verheizen.
Neu hinzugekommen sind natürlich auch diverse Einheiten, vorallem ja auch bei den Japanern, die ihre spezifischen Einheiten, sogar eine mit schwingenden Schwertern, benutzen. Es sind aber auch etliche Einheiten weggefallen. Vor allem an Paks und Artillerie, sowie z.B. auch die Spezialinfanterie. Als Ausgleich gibt es in einer deutschen Missionen einen Soldaten der nur dafür da ist, eine Leuchtkugel abzuschießen :D Am meisten geärgert hat mich jedoch, dass bei den Einheiten die umgänglichen Bezeichnungen und vor allem die Kalibergröße nicht mehr angezeigt wird. Dafür werden umständliche Kürzel benutzt, die dem Nichtkenner der historischen Einheiten kaum bekannt sind und dazu führt, dass oft ein Panzer, wie jeder andere, benutzt wird. Ebenfalls nett sind die Tunnelsysteme in einigen Missionen, mit denen man Überraschungsangriffe starten kann, auch wenn dies nur im begrenzten Rahmen wirklich möglich ist. Insgesamt halten sich die Neuerungen jedoch in Grenzen.
Auch ein Editor liegt bei, der natürlich alle neuen Einheiten beinhaltet und auch mit selbstgeschriebenen Skripts umgehen kann. Besonders gute Einzelspielermissionen oder Kampagnen dürften wohl nicht allzu lange auf sich warten lassen.
Der Sound kann ebenfalls kaum überzeugen. Die Musik nervt mit der Zeit und kann zu allem Überdruss nicht abgeschalten werden. Soundeffekte sind außer Schlachtgeräusche kaum vorhanden. Die Sprachausgabe in den Missionsbriefing ist leider ebenfalls sehr schlecht. Die Sprecher wirken lustlos und vollkommen uninspiriert. Hier hätte man wirklich mehr erreichen können und damit auch mehr Atmosphäre kreieren können.
Der Netcode wurde anscheinend deutlich verbessert, jedenfalls konnte bis jetzt keine Syncloss oder andere Abstürze registriert werden. Allerdings steigt die Rechenkraft des eigenen Boliden im Multiplayer rasant an. Stellenweise war schon bei 4 Spielern an ein Spielen in 1024x768 auch nicht mit einem 1 Ghz Rechner mit 256 MB RAM mehr zu denken. Erst auf 800x600, in der die Grafik signifikant schlechter ist, war es wieder spielbar. Leider ist Sudden Strike 2 nicht hinter einem Router spielbar, da kein allgemeingültiger Port benutzt wird. Hier ist auf einen Patch zu warten.
In der 3. US Mission kann man deutsche Königstiger erobern, um damit einen Zug zu zerstören und weiter vorrücken zu können. Leider können diese Panzer nach der Eroberung weder gegnerischen Einheiten Schaden zufügen, noch selber Schaden einstecken, da diese wohl noch das Attribut 'Deutsch' besitzen. Ebenso haben sich in der 5 Russenkampagne bereits eroberte deutsche Panzer plötzlich gegen einen selbst. Auch beenden einige Missionen nicht, obwohl scheinbar alle Missionsziele erfüllt wurden. Sollte dies daran gelegen haben, dass bei einer 'Eroberungsaufgabe' ein einziger Soldat übersehen wurde, der z.B. auf 'Nicht-Feuern' stand, ist dies aber auch nicht besonders gut gelöst. Bei sämtlichen Probleme hoffen wir aber auf baldige Patches von Seiten CDV.
So hat sich z.B. die Grafik kaum verbessert, sieht man z.B. von Einheiten, wie einem Zug, Schiffen oder auch Junglelandschaft ab. Lediglich in Details kommen Neuerung hinzu, wie Wettereffekte. Kommen aber nicht 'Sudden Strike 2'-typische Objekte hinzu, dürfte es den meisten schwer fallen, den ersten vom zweiten Teil zu unterscheiden.
An Missionen in den Kampagnen sind leider nicht allzu viele vorhanden. Auch wenn es am Ende durch die umfangreiche Russen- und US-Kampagne wohl die angegeben 40 sind, ist die Verteilung jedoch sehr ungeleichgewichtig. Gerade aber bei den heißbegeherten Japanern, als neue Nation, besteht die Kampagne aus ganzen 4 Missionen. Auch den Briten wurden nur 5 Missionen gegönnt. Hinzu kommt, dass die Schauplätze alle fiktiv oder zumindestens mir unbekannt sind. Historische Schlachten gibt es nicht einmal in den Einzelmissionen. Die einzige Kampagne, die mir wirklich gut gefallen hat, ist die Russische und als zweitbeste die US-Kampagne. Zufall?
Nun soll das aber nicht bedeuten, dass Sudden Strike 2 schlecht ist. Es gibt viele neue Dinge. Züge, Schiffe, Tunnel, das Kapern von Fahrzeugen, steuerbare Flugzeuge etc. Nur wirken alle Neuerung irgendwie lieblos in das Spiel integriert. Daher macht Sudden Strike 2 auch weniger den Eindruck eines echten Nachfolgers, als vielmehr eines guten Addons.
Fans sollten es sich aber trotzdem zulegen, denn der Multiplayermodus wurde durch einen besseren Netcode verbessert. Auch Anfänger können jetzt unbesorgt zugreifen, denn der Schwierigkeitsgrad wurde stark gesenkt.
Sudden Strike 2 ist trotz der Mängel und leider zahlreichen Bugs trotzdem noch ein soldides Echtzeitstrategiespiel, welches jedoch im Gameplay einige starke Änderungen erfahren mußte und dem bessere Kampagnen im Einzelspielermodus und größere Veränderungen auf der technischen Seite, die Wertungsregion in den 80er eröffnet hätten
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Sudden Strike 2 im Test.
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