SWAT 4

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Vivendi
Entwickler
Irrational Games
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
16
SWAT 4 [PC , looki.de]

Gesamtwertung

90%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

SWAT 4

Ein lauter Knall, viel Rauch und grelles Licht einer Mag Lite. Das ist es, was Schwerverbrecher zuletzt sehen, wenn SWAT ihre Bude stürmt. Seit nun schon über zehn Jahren legen wir den Verbrechern das Handwerk und nun gibt es endlich einen Nachfolger zur wohl actionreichsten Polizeisimulation der Neuzeit. Lest jetzt in unserem Review zum Taktikshooter SWAT 4, warum sich Verbrechen nicht lohnt.

Am Anfang waren es viele kleine Punkte auf einem großen Spielfeld. Denn anders als man womöglich denkt, war SWAT 1 alles andere als ein Ego Shooter. In der guten alten Zeit steuerte man sein Einsatzteam noch aus der Vogelperspektive und gab ihnen per einfachem Point and Click ihre Anweisungen.

Auch SWAT 2 war ein Echtzeit-Strategie Spiel, konnte jedoch mit deutlich besserer Grafik und einigen Gameplay-Änderungen aufwarten und bewies schon damals, mit wie viel Action solche Polizeieinsätze verbunden sind.

Ab SWAT 3 ging es den Verbrechern dann richtig an den Kragen, statt sie mit Handschellen anklicken zu müssen, nahm man selbst den Abzug in die Hand und machte dem Genre-Nachbar Rainbow Six ordentlich Konkurrenz. Zum ersten Mal in einem Shooter ergaben sich die Verbrecher, wenn man sie hinreichend anbrüllte und bedrohte. In SWAT 4 wird dieses sogar noch belohnt, und somit steht uns nun die Perfektion eines simulierten SWAT-Einsatzes bevor.

Ihr seid Kommandant einer Special Weapons and Technics Einheit. Euer Team besteht aus vier tapferen Polizisten die allesamt die speziellen Qualifikationen für SWAT erfüllen. Eure Ausrüstung ist die neueste und beste die es gibt und wären da nicht diese bösen Jungs, wäre euer Job wohl der sicherste der Welt.

SWAT 4 hat an sich keine Story, sondern vermittelt euch wie im echten Leben eine Reihe von verschiedenen Einsätzen, die total unabhängig voneinander sind und euch an einige abwechslungsreiche Orte führen. Vom heruntergekommenen Vorstadthäuschen bis hin zum Regierungsgebäude betretet ihr alles, was Schwerverbrecher oder Terroristen enthält. Außerhalb geschlossener Räume wird jedoch nicht gekämpft.

Vor jedem Einsatz gibt es erst einmal eine umfangreiche Besprechung. Ein meistens mehrere Seiten langer Text informiert euch über euer Einsatzziel und macht euch mit möglichen Gefahren vertraut. Doch keine Angst der Text wird euch auch vorgelesen während ihr noch eure Ausrüstung aussucht. Als besonders pfiffige Idee könnt ihr sogar den Original Notruf abspielen lassen.

Spielerisch bringt dies zwar nichts, trägt aber zur Atmosphäre bei. Habt ihr dann alle nötigen Informationen gesammelt und euch überall durchgeklickt, kommt ihr irgendwann zum Ausrüstungsbildschirm.

Hier könnt ihr jedem Teammitglied individuell aussuchen, was es in den Einsatz mitschleppen muss. Dabei sollte man erwähnen, dass euer Team nochmals in zwei Teams eingeteilt ist: in ein rotes und ein blaues. Ihr solltet euch also auch die Möglichkeit offen lassen, ein Team alleine in eine andere Richtung schicken zu können, ohne dann gleich auf wichtiges Equipment verzichten zu müssen, denn der Platz ist stark begrenzt.

Stattet also nicht ein Team nur mit Schrotflinten und explosiven Granaten aus und lasst das andere Team dann mit Pfefferspray im Regen stehen. Übrigens gibt es bei der Auswahl der Waffen eine überraschend große Anzahl an Schießprügeln, die das Opfer nicht töten sondern nur Kampfunfähig machen, so habt ihr auch immer die Möglichkeit statt der MP5 einen Pfeffergaskugel, verschießende Paintball Markierer oder eine Schrotflinte mit Gummigeschossen mit zum Einsatz zu nehmen. Außerdem tummeln sich noch Elektroschocker, Blend- und CS Gasgranaten im Sortiment. Selbstverständlich gibt es jedoch auch scharfe Waffen und diese stammen allesamt aus dem realen Leben.

Neben der MP5 mit und ohne Schalldämpfer, tummelt sich der klassische M4A1 Colt und das deutsche Sturmgewehr G36. Außerdem gibt es noch eine kleine Auswahl an Schrotflinten und kleinkalibrigen Waffen. Zudem könnt ihr zu jeder Waffe verschiedene Munition wählen. Entweder entscheidet ihr euch für normale Munition oder für Vollmantelgeschosse, die auch durch die dickste Panzerung durchdringen. Für nicht gepanzerte Ziele, endet jedoch ein Schuss in den Bauch schon meist tödlich.

Doch Waffen sind nicht alles, denn die SWAT würde nur SW heißen, wenn sie nicht ihre kleinen Hilfsmittel hätten. Mit Opti Stab schaut ihr um Ecken oder unter Türen durch und mit einem Türkeil versperrt ihr Terroristen jede Fluchtmöglichkeit. Sollte dagegen euch mal eine verschlossene Tür den Weg versperren, könnt ihr diese mit eurem Werkzeug knacken, oder einfach einen Sprengkörper dranhängen und das Teil in tausend Stücke zerfetzen.

Außerdem lassen sich mit Schrotflinten Türschlösser besonders gut knacken.

Habt ihr euch dann für eure Ausrüstung entschieden, könnt ihr Einsatzort-abhängig zwischen verschiedenen Startpunkten wählen. Je nachdem was ihr für besser haltet. Eine detaillierte Einsatzplanung, wie in Rainbow Six gibt es dagegen nicht. Alle eure Taktiken plant ihr direkt vor Ort.

Hat euch der Ladebildschirm dann in die Ego Perspektive verfrachtet, geht es auch schon los. Mit der klassischen Shooter Steuerung lenkt ihr euren Protagonisten durch die Gegend und bemerkt sofort das variable Fadenkreuz. Doch wäre das alles, wäre SWAT 4 nur ein normaler Ego Shooter. Mit der rechten Maustaste und dem objektsensitiven Fadenkreuz könnt ihr ein Drop Down Menü öffnen und per Maus aussuchen, welche Aktion euer Team ausführen soll.

Vom einfachen Sichern bis hin zum „Öffnen, Blendgranate, Sichern“ ist alles vorhanden, was das Taktikerherz begehrt. Die K.I. führt diese Befehle meistens prompt und korrekt aus, nur selten kommt es zu Aussetzern. Dann liegt die Blendgranate schon einmal im falschen Zimmer, da die K.I. sie gegen den Türrahmen geworfen hat. Ansonsten sind eure Kollegen jedoch aufgeweckt und decken euch äußerst effektiv den Rücken.

Ihr werdet es im Spiel ein paar Mal erleben, dass ihr gerade mit eurem Opti Stab eine Tür checkt und hinter euch plötzlich ein Gegner zu Boden fällt. Denn die gegnerische K.I. sind keine stillen Platzhalter. Sie bewegen sich während des Einsatzes durchs Gebäude, bewachen Geiseln oder flüchten vor euch, um Verstärkung zu rufen. Außerdem reagieren feindliche Geiselnehmer auf Geräusche und verschanzen sich sehr effektiv hinter Möbelstücken.

Jeder Einsatz ist dabei anders, denn selbst wenn ihr in einer Mission scheitert, werden beim nächsten Versuch alle Gegner neu platziert und verhalten sich dementsprechend verschieden. Um zu verhindern, dass euch beim Sturm in einen Raum zu viele Terroristen entwischen, könnt ihr euch jedoch aufteilen und einen Raum von zwei Seiten aus betreten.

Hierfür könnt ihr ganz leicht zwischen Team Rot und Blau wechseln und den jeweiligen Truppenführer in einem kleinen Bildschirm im oberen rechten Bild steuern. Die Vergabe von Befehlen funktioniert dann auf die gleiche Weise.

Außerdem positionieren sich je nach Mission ein oder mehrere Scharfschützen auf nahe gelegenen Dächern. Diese könnt ihr zwar nicht bewegen, jedoch in eine Ansicht mit Zielkreuz schalten und die Gegner dann durch Fenster aufs Korn nehmen. Eure Scharfschützen geben euch dabei jederzeit Rückmeldung, wenn sie einen Gegner sichten. Einen automatischen Schießbefehl könnt ihr dagegen nicht vergeben.

Es ist aber auch möglich, die Missionen völlig ohne Hilfe eures Teams zu erledigen, denn ihr habt selbstverständlich genauso die Möglichkeit Geiseln festzunehmen oder Gegner zum Aufgeben zu zwingen, außerdem könnt ihr jeden Ausrüstungsgegenstand genauso einsetzen wie eure CPU Mitstreiter.

Habt ihr dann euer Missionsziel erreicht und beispielsweise alle Geiseln gerettet oder den Koffer mit Dokumenten gefunden, beginnt die Abrechnung. Auf einer übersichtlichen Tabelle wird zusammengerechnet, für was ihr Punkte bekommen habt und für was es Abzüge gab. So gibt es für gefangengenommene Terroristen am meisten Punkte und für unnötige Gewalt am meisten Abzug.

Am Schluss solltet ihr ein gewisses Plus haben, denn ansonsten schafft ihr es nicht in die nächste Mission und müsst das ganze noch mal versuchen. Bevor ihr also auf alles ballert was Beine hat, solltet ihr sicherstellen, dass es sich nicht um eine Geisel oder einen Terroristen handelt, der sich gerade ergeben will.

Außerdem solltet ihr jeden Raum prüfen, bevor ihr ihn mit Sprenggranaten bombadiert. Abzüge gibt es jedoch auch für den Verlust von Teamkameraden.

Der Multiplayer-Modus bietet einige aufregende Spielmodi, von denen der Räuber und Gendarm Modus bislang der beste zu sein scheint. In diesem Spieltyp treten zwei Teams gegeneinander an, wobei sich das erste Team in einem bestimmten Komplex verschanzt und das andere Team versuchen muss, in diesen Komplex einzudringen.

Zwar gibt es keine Missionsziele, außer, das feindliche Team auszuschalten, trotzdem ist das ganze auf Grund des hohen Teamplay-Anteils sehr spannend.

Zudem kann man durch CS Gas oder Gummigeschosse Gegner zum Aufgeben zwingen und somit noch mehr Punkte kassieren, als wenn man diese umlegt.

Außerdem tummeln sich neben diesen Modi noch ein Coop Modus, ein Modus in dem ihr unter Zeitdruck Bomben entschärfen müsst und die bereits aus Counter-Strike## bekannte VIP-Eskorte.

Grafisch kann SWAT 4 durchaus mithalten. Tolle Lichteffekte und jede Menge Action zeigen durchaus die Stärken der Engine. Zudem sind alle Modelle, sowohl der Geiseln, Gegner und des eigenen Teams detailverliebt erstellt worden.

Man findet jedoch des Öfteren Terroristen, die sich im Aussehen stark gleichen. Am Spielspaß rüttelt das jedoch nur wenig, denn der Adrenalinschub bleibt. Gegen die heutige High End Grafik kommt das Ganze jedoch selbstverständlich nicht an. Dafür wirkt SWAT 4 zu einfach aufgebaut und bietet nur sehr wenig von der im Trend liegenden Physik. Gegner fallen jedoch schwerkraftgetreu zu Boden, was manchmal für eindrucksvolle Szenen sorgt. Die deutsche Übersetzung ist den Entwicklern dagegen hervorragend gelungen.

Denn Funksprüche sind toll aus dem Englischen übertragen und passen sich prima der Stimmung an. Zudem geben Terroristen immer wieder wüste Sprüche von sich, und eure Teamkollegen stehen im ständigen Funkkontakt mit euch. d

Fazit

SWAT 4 ist die Nummer 1 der neuesten Generation an Taktik Shooter, und sticht Spiele wie Brothers in Arms oder Star Wars: Republic Commando locker aus. Dafür bieten die beiden anderen Titel einfach nicht die nötige Action oder Atmosphäre. Jedoch hat auch SWAT 4 durchaus seine Schwächen und besitzt zudem einen echt happigen Schwierigkeitsgrad. So kann sich der Multiplayer Part zwar durchaus sehen lassen und könnte als alleiniger Kaufgrund sogar noch durchgehen, für die doch eher schwache K.I. ist dies jedoch keine Entschuldigung. Zudem kommt häufig Frust auf, wenn man wieder mal einen vermeidbaren Tod stirbt, der nur auf das Versagen der K.I. zurückzuführen ist. Wer vorher noch nie mit Taktik Shootern in Berührung gekommen ist sollte sich deshalb genau überlegen ob SWAT 4 zum Einstieg das richtige für ihn ist.

Wer sich jedoch eher für den Multiplayer Modus interessiert, der kann bei SWAT 4 auf jeden Fall zuschlagen und dadurch mehrere Stunden an tollem Teamplay genießen. Fans von SWAT werden nach dem Kauf jedenfalls den besten Titel dieser Reihe erleben und unter Garantie jede Menge Spaß mit dem Spiel haben.

SWAT 4 [PC , looki.de]

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