Gesamtwertung90%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Ein lauter Knall, viel Rauch und grelles Licht einer Mag Lite. Das ist es, was Schwerverbrecher zuletzt sehen, wenn SWAT ihre Bude stürmt. Seit nun schon über zehn Jahren legen wir den Verbrechern das Handwerk und nun gibt es endlich einen Nachfolger zur wohl actionreichsten Polizeisimulation der Neuzeit. Lest jetzt in unserem Review zum Taktikshooter SWAT 4, warum sich Verbrechen nicht lohnt.
Auch SWAT 2 war ein Echtzeit-Strategie Spiel, konnte jedoch mit deutlich besserer Grafik und einigen Gameplay-Änderungen aufwarten und bewies schon damals, mit wie viel Action solche Polizeieinsätze verbunden sind.
Ab SWAT 3 ging es den Verbrechern dann richtig an den Kragen, statt sie mit Handschellen anklicken zu müssen, nahm man selbst den Abzug in die Hand und machte dem Genre-Nachbar Rainbow Six ordentlich Konkurrenz. Zum ersten Mal in einem Shooter ergaben sich die Verbrecher, wenn man sie hinreichend anbrüllte und bedrohte. In SWAT 4 wird dieses sogar noch belohnt, und somit steht uns nun die Perfektion eines simulierten SWAT-Einsatzes bevor.
SWAT 4 hat an sich keine Story, sondern vermittelt euch wie im echten Leben eine Reihe von verschiedenen Einsätzen, die total unabhängig voneinander sind und euch an einige abwechslungsreiche Orte führen. Vom heruntergekommenen Vorstadthäuschen bis hin zum Regierungsgebäude betretet ihr alles, was Schwerverbrecher oder Terroristen enthält. Außerhalb geschlossener Räume wird jedoch nicht gekämpft.
Spielerisch bringt dies zwar nichts, trägt aber zur Atmosphäre bei. Habt ihr dann alle nötigen Informationen gesammelt und euch überall durchgeklickt, kommt ihr irgendwann zum Ausrüstungsbildschirm.
Hier könnt ihr jedem Teammitglied individuell aussuchen, was es in den Einsatz mitschleppen muss. Dabei sollte man erwähnen, dass euer Team nochmals in zwei Teams eingeteilt ist: in ein rotes und ein blaues. Ihr solltet euch also auch die Möglichkeit offen lassen, ein Team alleine in eine andere Richtung schicken zu können, ohne dann gleich auf wichtiges Equipment verzichten zu müssen, denn der Platz ist stark begrenzt.
Stattet also nicht ein Team nur mit Schrotflinten und explosiven Granaten aus und lasst das andere Team dann mit Pfefferspray im Regen stehen. Übrigens gibt es bei der Auswahl der Waffen eine überraschend große Anzahl an Schießprügeln, die das Opfer nicht töten sondern nur Kampfunfähig machen, so habt ihr auch immer die Möglichkeit statt der MP5 einen Pfeffergaskugel, verschießende Paintball Markierer oder eine Schrotflinte mit Gummigeschossen mit zum Einsatz zu nehmen. Außerdem tummeln sich noch Elektroschocker, Blend- und CS Gasgranaten im Sortiment. Selbstverständlich gibt es jedoch auch scharfe Waffen und diese stammen allesamt aus dem realen Leben.
Neben der MP5 mit und ohne Schalldämpfer, tummelt sich der klassische M4A1 Colt und das deutsche Sturmgewehr G36. Außerdem gibt es noch eine kleine Auswahl an Schrotflinten und kleinkalibrigen Waffen. Zudem könnt ihr zu jeder Waffe verschiedene Munition wählen. Entweder entscheidet ihr euch für normale Munition oder für Vollmantelgeschosse, die auch durch die dickste Panzerung durchdringen. Für nicht gepanzerte Ziele, endet jedoch ein Schuss in den Bauch schon meist tödlich.
Doch Waffen sind nicht alles, denn die SWAT würde nur SW heißen, wenn sie nicht ihre kleinen Hilfsmittel hätten. Mit Opti Stab schaut ihr um Ecken oder unter Türen durch und mit einem Türkeil versperrt ihr Terroristen jede Fluchtmöglichkeit. Sollte dagegen euch mal eine verschlossene Tür den Weg versperren, könnt ihr diese mit eurem Werkzeug knacken, oder einfach einen Sprengkörper dranhängen und das Teil in tausend Stücke zerfetzen.
Außerdem lassen sich mit Schrotflinten Türschlösser besonders gut knacken.Habt ihr euch dann für eure Ausrüstung entschieden, könnt ihr Einsatzort-abhängig zwischen verschiedenen Startpunkten wählen. Je nachdem was ihr für besser haltet. Eine detaillierte Einsatzplanung, wie in Rainbow Six gibt es dagegen nicht. Alle eure Taktiken plant ihr direkt vor Ort.
Vom einfachen Sichern bis hin zum Öffnen, Blendgranate, Sichern ist alles vorhanden, was das Taktikerherz begehrt. Die K.I. führt diese Befehle meistens prompt und korrekt aus, nur selten kommt es zu Aussetzern. Dann liegt die Blendgranate schon einmal im falschen Zimmer, da die K.I. sie gegen den Türrahmen geworfen hat. Ansonsten sind eure Kollegen jedoch aufgeweckt und decken euch äußerst effektiv den Rücken.
Ihr werdet es im Spiel ein paar Mal erleben, dass ihr gerade mit eurem Opti Stab eine Tür checkt und hinter euch plötzlich ein Gegner zu Boden fällt. Denn die gegnerische K.I. sind keine stillen Platzhalter. Sie bewegen sich während des Einsatzes durchs Gebäude, bewachen Geiseln oder flüchten vor euch, um Verstärkung zu rufen. Außerdem reagieren feindliche Geiselnehmer auf Geräusche und verschanzen sich sehr effektiv hinter Möbelstücken.
Jeder Einsatz ist dabei anders, denn selbst wenn ihr in einer Mission scheitert, werden beim nächsten Versuch alle Gegner neu platziert und verhalten sich dementsprechend verschieden. Um zu verhindern, dass euch beim Sturm in einen Raum zu viele Terroristen entwischen, könnt ihr euch jedoch aufteilen und einen Raum von zwei Seiten aus betreten.
Hierfür könnt ihr ganz leicht zwischen Team Rot und Blau wechseln und den jeweiligen Truppenführer in einem kleinen Bildschirm im oberen rechten Bild steuern. Die Vergabe von Befehlen funktioniert dann auf die gleiche Weise.
Außerdem positionieren sich je nach Mission ein oder mehrere Scharfschützen auf nahe gelegenen Dächern. Diese könnt ihr zwar nicht bewegen, jedoch in eine Ansicht mit Zielkreuz schalten und die Gegner dann durch Fenster aufs Korn nehmen. Eure Scharfschützen geben euch dabei jederzeit Rückmeldung, wenn sie einen Gegner sichten. Einen automatischen Schießbefehl könnt ihr dagegen nicht vergeben.
Es ist aber auch möglich, die Missionen völlig ohne Hilfe eures Teams zu erledigen, denn ihr habt selbstverständlich genauso die Möglichkeit Geiseln festzunehmen oder Gegner zum Aufgeben zu zwingen, außerdem könnt ihr jeden Ausrüstungsgegenstand genauso einsetzen wie eure CPU Mitstreiter.
SWAT 4 (10 Bilder)
Am Schluss solltet ihr ein gewisses Plus haben, denn ansonsten schafft ihr es nicht in die nächste Mission und müsst das ganze noch mal versuchen. Bevor ihr also auf alles ballert was Beine hat, solltet ihr sicherstellen, dass es sich nicht um eine Geisel oder einen Terroristen handelt, der sich gerade ergeben will.
Außerdem solltet ihr jeden Raum prüfen, bevor ihr ihn mit Sprenggranaten bombadiert. Abzüge gibt es jedoch auch für den Verlust von Teamkameraden.
Zwar gibt es keine Missionsziele, außer, das feindliche Team auszuschalten, trotzdem ist das ganze auf Grund des hohen Teamplay-Anteils sehr spannend.
Zudem kann man durch CS Gas oder Gummigeschosse Gegner zum Aufgeben zwingen und somit noch mehr Punkte kassieren, als wenn man diese umlegt.Außerdem tummeln sich neben diesen Modi noch ein Coop Modus, ein Modus in dem ihr unter Zeitdruck Bomben entschärfen müsst und die bereits aus Counter-Strike bekannte VIP-Eskorte.
Man findet jedoch des Öfteren Terroristen, die sich im Aussehen stark gleichen. Am Spielspaß rüttelt das jedoch nur wenig, denn der Adrenalinschub bleibt. Gegen die heutige High End Grafik kommt das Ganze jedoch selbstverständlich nicht an. Dafür wirkt SWAT 4 zu einfach aufgebaut und bietet nur sehr wenig von der im Trend liegenden Physik. Gegner fallen jedoch schwerkraftgetreu zu Boden, was manchmal für eindrucksvolle Szenen sorgt. Die deutsche Übersetzung ist den Entwicklern dagegen hervorragend gelungen.
Denn Funksprüche sind toll aus dem Englischen übertragen und passen sich prima der Stimmung an. Zudem geben Terroristen immer wieder wüste Sprüche von sich, und eure Teamkollegen stehen im ständigen Funkkontakt mit euch. d