Gesamtwertung84%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Die Tennissaison wurde auch im Jahre 2002 mit dem Turnier der acht Besten, das in Shanghai stattfindet, beendet. Mit dem Ergebnis, dass sich der australische Tennisprofi Lleyton Hewitt einmal mehr gegen die Konkurrenten um Agassi, Safin und Co durchsetzen konnte. In wenigen Wochen wird die Tennissaison 2003 mit den Australian Open beginnen: wer bis dahin eine Durststrecke zu überwinden hat, sollte sich unser Review zur passenden Sportsimulation Tennis Masters Series 2003 einmal genauer anschauen.
Eine Tenniskarriere starten
Mit Tennissimulationen konnte das Entwicklerteam der Softwareschmiede Microids ja schon im Jahre 2002 Erfahrung sammeln, denn damals veröffentlichten sie den ersten Sprössling der mittlerweile in Serie gegangenen Sportsimulation und gemäß nach den Geschäftsaxiomen von EA Sports erscheint nun jährlich eine neue und verbesserte Version der Software. Wie auch bereits in der 2002er Version kann der Spieler bei den insgesamt neun Turnieren der Tennis Masters Series teilnehmen, die in folgenden Städten ausgetragen werden: Indian Wells, Miami, Toronto, Cincinnati, Monte Carlo, Roma, Hamburg, Madrid und Paris.
Wen es anöden sollte, sich einen der 67 vorgefertigten Spieler mit fiktiven Namen auszusuchen, der kann auch einen eigenen Tennisprofi erstellen und ihn mit einem Bild seiner selbst versehen, denn der beigelegte Editor macht all dies möglich. Ein wirklich interessantes Feature, denn es wird wahrscheinlich nicht lange dauern, bis sich ambitionierte Tennisfans mit der Steuerung des Gmax-Editors zurechtfinden werden, um ein paar Modelle nach ihren Tennisidolen kreieren zu können.
Im Karrieremodus von Tennis Masters Series 2003 ist es sowohl möglich, sich einen von insgesamt 67 vorgefertigten Spielern auszusuchen, als auch, sich einen Eigenen zu erstellen. Der Kreation aus verschiedenen Attributen, wie zum Beispiel Geschwindigkeit oder Ausdauer, wird dann noch ein Name wie auch eine Nationalität aufgestempelt. Damit man sich als unbekannter Tennisneuling in einem Turnier profilieren kann, muss man sich vorerst durch eine Qualifikation im KO-System spielen.
Nach erfolgreichem absolvieren der Qualifikationsduelle steht der Spieler in der ersten Runde des offiziellen Turniers und kämpft fortan um Weltcuppunkte und Bares. Im Finale warten auf den Spieler ganze 75 Weltcuppunkte, für einen Sieg gibt es sogar 100 Punkte; Wer hingegen nicht einmal aus der ersten Runde als Sieger hervorgeht, bekommt nur einen mickriges Pünktchen.
Die Addition aller Weltcuppunkte und die Summe aller Spieler ergeben eine Weltrangliste, die zu jeder Zeit abrufbar ist und zu den jeweiligen Spielern auch die gewonnene Summe Geld in Dollarscheinchen anzeigt. Wer nach allen Turnieren unter den besten Acht der Welt weilen sollte, kann beim Masterscup in Shanghai teilnehmen und weitere Gewinne einstreichen.
Nach dem Sieg bei dieser Veranstaltung kann man sich freilich als inoffizieller Weltmeister des Tennis bezeichnen, denn die Weltcuprangliste der Tennis Masters Series 2003 umfasst natürlich nicht alle Turniere und insbesondere nicht die großen Grand Slams, wie zum Beispiel das Turnier in Wimbledon und die French Open in Paris. Um zu solch großen Erfolgen zu gelangen, muss man erst einmal die vier Tennisgrundschläge in ihrer Anwendung beherrschen: flacher Ball, Topspin, Lob und Slice. Da die virtuellen Helden aber göttliches Zielwasser genossen haben müssen, wird es Euch nicht sehr schwer fallen Herr der Steuerung zu werden.
Zum Beispiel ein kraftvoll gespielter flacher Ball, der nur sehr knapp über die Netzkante fliegt, ist in der Realität deutlich schwieriger zu spielen. Aber solche leichten Patzer kennt man ja bereits aus anderen Sportsimulationen und um auf die Interessen der PC-Spieler abzuzielen wenn der virtuelle Tennisspieler den Ball dauerhaft ins Netz pfeffern würde, verliert man dabei doch auch den Spaß an der Sache.
Auf den Aufschlag ist dieser Aspekt jedoch nicht übertragbar, denn der Erfolg beim Aufschlagen hängt von der Reaktionsschnelligkeit des Spielers ab: Desto mehr Kraft Ihr einem Aufschlag zufügt, desto schwieriger ist es, den Ball ins gegenüberliegende Feld zu schlagen.
Diese Reaktionsschnelligkeit braucht man leider gänzlich bei den Duellen am Netz nicht, denn diese spielen sich so langsam, weil der Ball jeglichen Gravitationsgesetzen von Newton derart trotzt, dass man sich an Achilles´ Versenleiden erinnert fühlt.
Nichts destotrotz macht der übrige Schlagabtausch an der Grundlinie riesigen Spaß, weil der Computergegner immer den passenden Schlag zur jeweiligen Situation anwendet und die Partie dadurch deutlich an Spannung und Dramatik gewinnt.
Die Grafik von Tennis Masters Series 2003 hat sich im Vergleich zum Vorjahr klar verbessert. Zum Beispiel sind die Texturen der Spieler und des Hintergrunds deutlich detaillierter ausgefallen und beweisen nun mehr Schärfe dank höherer Auflösung. Die unterschiedliche Kleidung der Zuschauer, die leider immer noch aus unanimierten Bitmaps bestehen, erzeugt eine erfreuliche Abwechslung. Weiterhin kann man die Abdrücke der Schuhe auf Sandplätzen erkennen, was für grafische Abwechslung sorgt und dem Simulationscharakter gerecht wird. Die Entwickler von Microids sind sich nicht zu schade auch bei Kleinigkeiten genauer ins Detail zu gehen: So zeigt die Geschwindigkeitstafel für den Aufschlag immer die korrekte Maaseinheit an; In Europa wäre das Kilometer pro Stunde und in Amerika, Meilen per Stunde.
Die vier Grundschläge lassen sich schon allein an ihrer Akustik gut voneinander unterscheiden. Der flache Ball erklingt sehr laut in den Ohren, hingegen klingt ein Slice sehr kraftdosiert also leiser. Die Zuschauer jubeln leider nur in einer Tonstärke, dass kommt nämlich genau dann ein bisschen flau, wenn man gerade einen unglaublich spannenden Ballwechsel absolviert hat und dieser nur mit einer normalen Lautstärke des Jubels belohnt wird.
Man verfällt dann doch dem in die Tastatur Beißer Virus, wenn man Probleme mit der schwachen Controllerunterstützung des Spiels bekommt. Mein Saitek Controller, der im übrigen ziemlich neu ist, funktioniert zwar, verwechselt aber die Y- mit der X-Achse und macht die Bedienung mit (speziell diesem) Controller somit unmöglich. Auch der kürzlich veröffentlichte Patch brachte dem Problem leider keine Abhilfe, sondern verschlimmerte die Situation, denn nach Update funktionierte die Software nicht mehr und musste neu installiert werden. Ein wirkliches Ärgernis ist auch die fehlende Lizenz der Spielernamen, diese hat nämlich Konkurrenz Sega gekauft, womit die Simulation für einen wirklichen Tennisfan deutlich an Realismus verliert Neulingen im Tennisbereich wird dieser Aspekt jedoch gänzlich egal sein.
Es gibt aber noch einige Details, die TMS 2003 eine höhere Wertung und somit den Justgamers-Award verwähren. Zumal sind die Netzduelle leider sehr schlecht umgesetzt - das kann Konkurrent Virtua Tennis deutlich besser. Weiterhin ist der Patch nicht auf allen Systemen lauffähig und behebt daher nicht die fehlerbehaftete Steuerung wie zum Beispiel bei meinem Saitek-Controller. Jedoch ist Tennis Masters Series 2003 trotz dieser marginalen Mängel die beste Tennissimulation auf dem Markt und kann sowohl von begeisterten Tennisfans als auch von Neulingen gespielt werden. Wenn unsere Prognose richtig ist, können wir im nächsten Jahr die 2004er Version einem Test unterziehen, bis dahin sind hoffentlich alle Fehler beseitigt.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
Tennis Masters Series 2003 im Test.
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