Gesamtwertung65%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Es geht auch schöner...
Optisch gibt sich The Chosen nur solide: Obwohl die Szenerien dank unübertriebener Gestaltung recht greifbar wirken, versagt das Spiel bei den eher mittelprächtig gestalteten Charakteren, den etwas steifen Animationen sowie den insgesamt abwechslungsarmen Settings.
Die Deutschen mal wieder!
Grund zur Kritik geben im akustischen Bereich vor allem die überwiegend lahmen deutschen Synchronsprecher. Die Klopp-Effekte sind dagegen recht gut und die Musik gewinnt zwar keinen Bambi, verläuft aber immerhin dynamisch und wirkt passend. Wenigstens werden alle Texte vorgelesen hat man ja auch nicht überall.
Wie ein RPG-Rentner...
Gesteuert wird The Chosen werksseitig mit der Maus/Tastatur-Kombination, obwohl es auch wesentlich einfacher hätte gehen können. Mit der Zeit ist es nämlich etwas nervig, die Kamera ständig mit den Richtungstasten nachjustieren zu müssen. Gegner müssen dabei mit mehreren Klicks ein Klick, ein Hieb - um ihr Leben gebracht werden. Bequem sind hingegen die gut zu meisternden und übersichtlichen Interfaces.
Moment der Wahrheit
Das Spiel serviert Euch drei im Großen und Ganzen - sehr ähnliche Charaktere vor einer 08/15-Geschichte, die selbst Hellgate: London den Angstschweiß auf die Stirn treiben dürfte. Eure Tätigkeiten beschränken sich zudem auf Altbekanntes: Monster kloppen, Items erledigter Feinde sammeln oder selbige bei Händlern kaufen. Sonst wär es ja auch kein Hack'n Slay-Rollenspiel. Nette Idee: Statt wegen finanziellen Nöten bei Händlern leer auszugehen, könnt Ihr Euch den gewünschten Gegenstand reservieren lassen und ihm bei ausreichender Liquidität kaufen. Nicht ganz so nett: Die Gegner-KI ist nur selten das Gelbe vom Ei, manchmal merken Dämonen, Werwölfe und Co. gar nicht, dass Ihr Euch ihnen nähert oder reagieren lethargisch auf Angriffe. Im auf Knopfdruck jederzeit zugänglichen Labor dürft Ihr auf unkomplizierte Art und Weise Eure Waffen verbessern, Händlern einen Besuch abstatten und Euch von hektischen Kämpfen zurückziehen.
Für jeden was dabei!
Im Grunde genommen ist es Geschmackssache, ob man sich ständig ins Labor zurückzieht, nur weil die Heiltränke ausgehen und die Lebensanzeige im kritischen Bereich liegt. Das ständige Teleportieren riecht auf diese Art sogar nach offiziell genehmigtem Betrug. Während sich The Chosen anfänglich noch recht genügsam mit den Kämpfen gibt, zieht die Schwierigkeitsschraube später überraschend stark an und schreit förmlich nach dem Teleport-Feature. Ob dies so beabsichtigt war, steht in den Sternen. Immerhin kann der Härtegrad jederzeit geändert werden, falls man sich doch einmal überschätzt hat.