The Chronicles of Riddick

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Vivendi
Entwickler
Starbreeze Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
-
The Chronicles of Riddick [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

90%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

The Chronicles of Riddick

Ich habe keine Angst vor der Dunkelheit, die Dunkelheit hat Angst vor mir. Nun ja ich glaube zwar nicht, dass die Dunkelheit früher im Bett gelegen hat und sich vor Riddicks in Kleiderschränken oder unter dem Bett gefürchtet hat, aber als übelster Gangster des Universums würde ich auch nichts anderes erzählen. Zumal ich mich gerade im wohl best gesicherten Gefängnis des Universums aufhalte. Wie schön der Ausbruch aus einem fremden Planeten jedoch sein kann, erfahrt ihr in unserer Review.

Wilkommen in Butcher Bay

Wer glaubt Alcatraz wäre ein sicheres Gefängnis gewesen, der irrt, denn Butcher Bay ist nicht irgendein Gefängnis. Nein, es ist das wohl best gesicherte Gefängnis der Welt und das liegt nicht an den Heerscharen von Wachen und dem vollautomatischen Überwachungssystem mit Kameras und Geschützen, die die Gefangenen jede Sekunde überwachen, sondern einfach an der Tatsache, dass Butcher Bay auf einem verlassenen Planeten erbaut wurde auf dem es nichts anderes als Wüste gibt.

Wer es also dennoch schafft aus Butcher Bay zu fliehen und an dem riesigen Minenfeld vorbeizukommen, wird früher oder später schlichtweg verdursten. Unseren üblen Schwerverbrecher Riddick schreckt dies jedoch recht wenig ab. Denn es ist nicht das erste mal, dass er aus einem Gefängnis ausbricht. Dementsprechend hoch ist auch die Summe an Lösegeld für Johns, dem Kopfgeldjäger, dem es gelungen ist, den wohl meist gesuchtesten Verbrecher in der Galaxis zu fangen.

Falls ihr jetzt anhand der Story glaubt im Review verrutscht zu sein, kann ich euch beruhigen. Zwar ist Riddick ganz klar die Hauptrolle im aktuellen Kinostreifen The Chronicles of Riddick oder auch im älteren Pitch Black, chronologisch gesehen spielt das Spiel jedoch vor den beiden Filmen und erfordert daher auch nicht, dass ihr die Filme gesehen habt. Dennoch müsst ihr auf Vin Diesel nicht verzichten, denn der muskulöse Weiberheld hat dem Hauptcharakter großzügigerweise sein Aussehen und seine Stimme geschenkt und vermittelt der ohnehin schon filmreifen Story echtes Kinofeeling. Noch als kleines Schmankerl oben drauf begleitet euch die Stimme von Xzibit immer wieder durchs Spiel. Echtes Starkino eben.

Nächstenliebe

Nachdem euch euer eher weniger charmante Peiniger bei Butcher Bay abgesetzt hat, folgt eine interaktive Kamerafahrt von der Landeplattform aus ins Innere des Gefängnisses. Schon hier bekommt ihr einen sehr guten Eindruck davon, was euch in den nächsten paar Stunden des Spiels erwarten wird.

Denn so kalt und hart wie Butcher Bay von außen aussieht ist es auch von innen. In den schmutzigen und mit Graffiti beschmierten Wänden möchte Riddick allerspätestens nur bis zum Abendessen bleiben. Flucht wird das Ziel, und um das zu erreichen, braucht Riddick, erst einmal ein paar Tipps, wie er aus dem riesigen Betonkomplex wieder fliehen kann.

Rohe Gewalt hilft da erst einmal wenig, denn wenn euch die Wachen nicht niederstrecken, erledigt euch das Überwachungssystem. Denn überall in Butcher Bay sind Überwachungskameras aufgehängt, die selbstständig überprüfen, ob ein Häftling Gewalt anwendet. Sollte dies der Fall sein, wird der Häftling ohne große Diskussion betäubt und zurück in seine Zelle geworfen. Im späteren Spielverlauf werdet ihr euch auch in einem noch besser gesicherten Bereich des Gefängnisses befinden, dort schießen die automatischen Geschütze dann mit scharfer Munitionen und sind zudem noch auf einer Art Gleissystem befestigt. D.h. egal wo ihr eure Füße hinsetzt, es surrt immer eine Kamera mit Geschütz an den Wänden entlang.

Verhaltet ihr euch jedoch ruhig und befolgt einige Tricks, die euch eure Mithäftlinge mit auf den Weg geben, findet ihr schon bald raus wie man die meisten Sicherheitssysteme umgehen kann. Tipps gibt es jedoch nur selten umsonst und deshalb müsst ihr allerlei Gefallen erledigen bevor euch die Mithäftlinge helfen. Manchmal müsst ihr einfach nur eine vermisste Person suchen oder aber auch schon mal den ein oder anderen verhassten Häftling umlegen.

Manche Aufträge sind dabei optional, so wie es auch immer wieder Alternativen im Level Design gibt. Denn ihr selbst entscheidet, ob ihr euch lieber überall durchkämpfen wollt oder an manchen Stellen geschickt an den Gegnern vorbeischleicht. Ab und zu kann es auch mal vorkommen, dass ihr einfache Schalterrätsel lösen müsst. Diese sind für Rätselfans aber nicht nennenswert und auch nie wirklich schwer zu lösen. Es sind eben jene Rätsel, wie man sie leider aus den meisten Ego Shootern kennt.

Demilitarisierte Zone

Klar, in einem Gefängnis sind Waffen rar gesät. Doch ein wahrer Häftling weiß sich zu helfen und Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Deshalb läuft Riddick auch die meiste Zeit mit eher provisorischen Waffen wie einem Schraubenzieher oder einem selbstgemachten Schlagring durch die Gegend. Auch Glasscheiben lassen sich eindrucksvoll zum Einsatz bringen. Wenn ihr die richtigen Aufträge erledigt, bekommt ihr zudem auch schon mal ein Messer spendiert.

Anfangs müsst ihr euch jedoch erst einmal mit euren Fäusten gegen andere Häftlinge zur Wehr setzen. Hierfür haben sich die Entwickler eine kleine Besonderheit einfallen lassen. Drückt ihr beispielsweise die linke Maustaste und bewegt euch gleichzeitig nach links gibt es von Riddick einen kräftigen Haken von Links. Das Gleiche funktioniert natürlich auch wenn ihr euch nach rechts bewegt. Bewegt ihr euch auf den Gegner zu, gibt es einen ordentlichen Kinnhaken verpasst. Mit der rechten Maustaste könnt ihr zudem feindliche Schläge blocken. Erwischt ihr den richtige Zeitpunkt, führt Riddick eine Art Finishing Move aus und bricht beispielsweise eurem Gegner in einer Action geladenen Animation das Genick.

Das ganze funktioniert übrigens auch wenn der Gegner eine Waffe in der Hand hält. Greift ihr einen feindlichen Wachmann an, der ein Gewehr in der Hand hat, packt sich Riddick den Schießprügel, dreht in kurzerhand um und schießt dem Wachmann mit dem eigenen Gewehr in den Kopf. Was brutal klingt geht im Spiel blitzschnell von statten und man fühlt sich direkt in einen Hollywood Streifen hineinversetzt.

Auch wenn ihr einen Gegner von hinten attackiert, werden solche Animationen abgespielt. Z.B. wenn ihr eine Wache von hinten mit einem Schraubenzieher niederstreckt. Selbstverständlich müsst ihr nicht auf konventionelles Ballern verzichten und dürft Gegner auch mit einem Betäubungsgewehr für kürze Zeit außer Gefecht setzen. Aber auch härtere Geschütze wie Schrotflinten oder MGs stehen zur Verfügung.

Zu guter letzt dürft ihr sogar eine Minigun in euren Händen halten. In manchen Abschnitten des Spiels dürft ihr in einige riesige Kampfanzüge oder Mech Roboter steigen und damit ganze Büroräume auseinander nehmen. Generell lässt sich in den Leveln jedoch nur recht wenig zerstören.

Simple but sexy

Statt eines aufwendig designten HUD, gibt es in Riddick gar nichts. Ja genau, Riddick verzichtet bis auf eine Health Anzeige vollkommen auf irgendwelche Statusbalken oder Healthanzeigen in Prozent. Selbst am Fadenkreuz wurde gespart. So ist auf jede Waffe ein Laserpointer montiert, mit dem das Zielen erstaunlich gut von Statten geht.

Die verbleibende Munition lest ihr über ein Display an der Waffe ab. Alles andere als Simpel sind dafür die hoch aufwendig produzierten Zwischensequenzen, die die Story vorantreiben. Die Animationen sind butterweich, die Sprecher professionell und die Kamerawinkel einfach bestens. Selbst einfache Gespräche werden nicht langweilig aufgrund der fabelhaften Sprachausgabe und den coolen Sprüchen von Riddick. Besonders gelungen sind auf jeden Fall die tollen Schauplätze.

Im riesigen Turm 17 beispielsweise, werden alle Gefangenen in Containern in Regalen gestapelt als einzige Brücke zwischen den Containern dienen dabei die herunterklappbaren Türen der Container selbst. Wer sich diese Architektur im Spiel anschaut ist einfach überwältigt. Aber auch ansonsten hat das Level Design durchaus seine Stärken. So findet ihr immer wieder Lüftungsschächte, durch die ihr bestimmte Wachen umgehen könnt oder sogar noch die einen oder anderen Geheimräume entdeckt. Um auch in der Dunkelheit gut zu Recht zu kommen, helfen euch Riddicks Spezial Augen enorm weiter, denn mit diesen kann er alles in der Dunkelheit sehen, wird aber von jeder kleinsten Lichtquelle extrem geblendet.

Das Gameplay läuft übrigens die meiste Zeit nicht linear ab. Sprich ihr könnt häufig selbst entscheiden welche Aufgabe ihr als nächstes erledigen wollt, oder aber auch bestimmte Stellen auf mehrere Wege erreichen.

Auf dem Weg durch Butcher Bay trefft ihr meistens auf Wächter, die euch selbstverständlich den Garaus machen wollen. Diese agieren zwar nicht im Team, dafür aber durchaus intelligent. So suchen sie schnell Deckung auf, rollen sich auf den Boden, um Kugeln auszuweichen oder laufen auch schon mal davon, wenn sie merken, dass ihr nur im Nahkampf eine Chance habt. An dunklen Stellen schalten die Wachen übrigens von alleine Taschenlampen an, um euch besser entdecken zu können. Etwas weniger intelligent, dafür aber um einiges brachialer, sind die Monster auf die ihr im Untergrund von Butcher Bay trefft.

Diese eher ungeselligen Wesen versuchen durch Masse statt Klasse zu bestechen und laufen plump auf euch zu. Sehr fies ist jedoch, dass das Blut der Monster fluoreszierend ist, sprich es leuchtet im Dunkeln was bedeutet, dass ihr eure Augen ausschalten müsst, da ihr so extrem davon geblendet werdet. Ein Dilemma, was in den dunklen Minen tödlich enden kann.

Beängstlicher Realismus

Wer sich die Screenshots ansieht, erkennt schon auf dem ersten Blick wie toll die Grafik von Riddick ist. Dank Bump Mapping und neuester Schattentechnik kommt Escape from Butcher Bay schon verdammt nah an die Grafik von Doom 3 ran. Allein der teilweise etwas plastikartige Look stört das anspruchsvolle Auge. Wenn ihr an euch hinunter schaut seht ihr Riddicks Körper in voller Pracht.

Selbstverständlich mit allen Details. Für besonders viel Spieltiefe sorgt die Kamera, die jede Bewegung des Protagonisten mitmacht und nicht nur starr in die Waagrechte zeigt. Besonders durch das Spiel mit Licht und Schatten schafft das Spiel an manchen Stellen eine einzigartige Atmosphäre. Besitzer der neuesten Geforce Grafikkarten dürfen sich dazu sogar noch über schon weichgerenderte Schatten freuen.

Besitzer einer 5.1 Sound Anlage sollten übrigens auf jeden Fall zugreifen, denn nur selten wird die Technik so gut ausgenutzt wie in Escape from Butcher Bay in bester Action Manier fliegen euch die Kugeln um die Ohren oder brüllen euch die Monster von hinten in den Nacken. Und wer wollte Riddicks coole Stimme nicht schon immer mal von allen Seiten hören? Die gibt es übrigens nur in Englisch mit deutschem Untertitel.

Schade nur, dass die ganzen schönen Features eine Menge Ladezeit mit sich bringen. Besonders nervig wird das, wenn ihr immer zwischen mehreren Abschnitten hin und her pendeln müsst. Dann muss der jeweilige Abschnitt immer wieder neu geladen werden. Ein Nachteil, der sich wohl aber leider auch nicht wirkliche vermeiden lässt.

Schade ist übrigens auch, dass Action Fans den Titel an zwei Tagen schon längst durchhaben werden. Dafür hat der Entwickler für die PC-Version noch Kommentare mit ins Spiel gepackt, die ab dem zweiten Mal Durchspielen freigespielt werden und euch an manchen Stellen im Spiel einige interessante Infos zur Entwicklung vermitteln. Gegenüber der X-Box Version gibt es übrigens ein paar neue Level und ihr dürft in einem kleinen Abschnitt auch mal einen Riot Guard in seiner vollen Pracht steuern.

Fazit

Ganz klar, The Chronicles of Riddick hat alles richtig gemacht und besitzt darüber hinaus noch einige Dinge, die Escape from Butcher Bay direkt in die Oberliga der Shooter katapultieren. Spannung ist da, Action ist da und Spaß macht das Ganze auch noch. Schade nur, dass der Wiederspielwert etwas gering ist. Denn allein wegen Kommentaren von Entwicklern, spiele ich das Spiel nicht noch einmal durch auch wenn einige von ihnen durchaus interessant sein mögen. Hinzu kommt die relativ kurze Spielzeit von gerade einmal 8-10 Stunden. Dennoch ist The Chronicles of Riddick ein echt gutes Weihnachtsgeschenk für Action Fans und Vin Diesel Fanatiker. Aber für alle, die die Knubbelnase von Vin Diesel nicht auch noch auf ihrem PC zu Gesicht bekommen möchten, muss ich von Escape from Butcher Bay leider abraten.

The Chronicles of Riddick [PC , Justgamers]

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