The Da Vinci Code - Sakrileg

Review
Plattform
PC
Vertrieb
2K Games
Entwickler
Collective Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
12
The Da Vinci Code - Sakrileg [PC , looki.de]

Gesamtwertung

71%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

The Da Vinci Code - Sakrileg

Quo vadis, Leonardo?

In der Versoftung des Filmes The Da Vinci Code - Sakrileg schlüpft Ihr wahlweise in die Rolle des Professors Robert Langdon oder der Kryptografin Sophie Neveu. Beide Schicksale werden vereint durch den Mord an Sophies Großvater, den Kurator Jacques Saunière. Hinter dem Attentat steckt der Mönch Silas, jedoch wird Robert der Mord angehängt und nun müssen die beiden vor der Polizei, aber auch vor fanatischen Sekten fliehen, die nicht davor zurückschrecken, für die Umsetzung ihrer Pläne über Leichen zu gehen. Bald schon stellt sich heraus, dass hinter dem Mord viel mehr steckt als sich Robert und Sophie vorgestellt haben und eine jahrhundertelange Verschwörung nur auf ihre Entdeckung wartet.

Das Spiel erinnert vom Gameplay her sehr an Action-Adventures wie das exzellente Fahrenheit. Ihr steuert die Figuren stets aus der Verfolgerperspektive, wie man sie zum Beispiel aus Tomb Raider kennt. Nach der gut gemachten Introsequenz kann's auch schon direkt losgehen. Ihr beginnt mit Robert Langdon und müsst die Leiche des Kurators Saunière untersuchen. Nähere Betrachtungen wie eben die der Leiche laufen in einem gesonderten Fenster ab.

In einer leichten Zoom-Ansicht schwenkt Ihr bei interessanten Dingen nach links und rechts und sucht nach Auffälligkeiten. Dass dabei die Steuerung jedoch etwas schwammiger wird - was sich übrigens komischerweise vom restlichen Spiel abgrenzt - verzögert Eure Untersuchungen etwas.

Habt Ihr etwas Interessantes gefunden, kommt dies in der Regel in Euer Inventar, dessen Umfang adventuretypisch ohne jegliche Beschränkung auskommt. Hier könnt Ihr Gegenstände genauer untersuchen, an bestimmten Stellen benutzen und auch miteinander kombinieren. Leider präsentiert sich auch die Inventarführung nicht immer von ihrer steuerungstechnischen Schokoladenseite. Und dies, obwohl Ihr einen nicht zu unterschätzenden Zeitanteil im Inventar verbringen werdet. The Da Vinci Code ist jedoch nicht nur ein reines Adventure. In vielen Passagen des Spiels sind auch Eure Schleichkünste von großer Bedeutung.

Obwohl das Schleichen wegen der strunzdoofen künstlichen Intelligenz grob gesagt als simples Aneinandervorbeigehen bezeichnet werden kann, stellt sie ein überlebenswichtiges Spielelement dar. Zwar müsst Ihr nicht von Neuem beginnen, wenn Eure Tarnung auffliegt, Ihr werdet jedoch in Kämpfe verwickelt, die nicht immer ganz leicht sind.

Was soll das denn!?

Die Kampfsequenzen - so unpassend sie für ein Spiel mit diesem Hintergrund auch sein mögen - werden überzeugend präsentiert und zumindest inszenatorisch gibt's hier nix zu meckern.

Werdet Ihr jedoch mit einer Auseinandersetzung mit gleich zwei Gegnern gleichzeitig konfrontiert, wird es frustrierend schwer.

Das liegt daran, dass der jeweils andere nicht brav daneben wartet, bis Ihr mit einem Feind fertig seid, sondern mittendrin angreift, auch wenn Eure Attacke gerade noch in vollem Gange ist. Ein Gegner allein stellt jedoch keine echte Bedrohung dar. Möglich macht dies die einsteigerfreundliche Gestaltung der Kämpfe. Wie in Fahrenheit werden Euch bei Angriffen oder Blockmanövern bestimmte Muster vorgegeben, wie man eine Aktion ausführen muss. Im offensichtlichen Vorbild waren es Tastenkombinationen, in Sakrileg sind es gar nur bestimmte Maustasten, die man drücken sollte, sofern man den Kampf für sich entscheiden möchte.

Ebenfalls - und das ist jetzt eher negativ zu sehen - simpel gestalten sich die Rätsel. Ein Umstand, den man angesichts der komplexen Hintergrundgeschichte mit den vielen Mythen und historischen Ereignissen zuerst gar nicht vermutet hätte. Leider ist es für Adventurehasen viel zu leicht, bestimmte Buchstaben-, Symbol- oder Kombinationsrätsel zu lösen. Und wenn man vorher den Film gesehen hat, hat man einen weiteren entscheidenden Vorteil.

Einige Knobelaufgaben werden bereits im Film gelöst und somit dürfte es ein Leichtes für Kinogänger sein, auch auf dem PC die fiktive Verschwörung rund um den 'Da Vinci'-Code aufzudecken.

Grafisch macht Sakrileg einen runden Eindruck. Die Charaktere haben zwar optisch nicht sehr viel mit ihren Pendants aus dem Film gemeinsam, wurden aber sehr ansprechend designt und mit vielen überzeugenden Animationen versehen. Und schon alleine die hervorragend umgesetzten Gemälde sind ein wahrer Leckerbissen für Kulturliebhaber. Etwas trist und abwechslungsarm fielen jedoch die unterschiedlichen Locations aus, die an mehreren Stellen ruhig etwas üppiger ausgestattet hätten werden können.

Akustisch teilt sich das Spiel in zwei Lager. Auf der einen Seite stehen die wenig überzeugenden Synchronstimmen der Personen, wobei vor allem die deutsche Stimme von Tom Hanks sehr schnarchig und leise vor sich hin nuschelt, auf der anderen Seite aber die guten Soundeffekte und der tolle Soundtrack des Spiels. Gerade bei einer Filmumsetzung stören gelangweilte Sprecher enorm die Atmosphäre.

Fazit

Kein wirklich schlechtes, aber auch kein gutes Spiel. Für Adventure-Freaks ist das dreidimensionale Abenteuer mit Robert und Sophie eine ganze Ecke zu einfach, aber dank der Kämpfe eine willkommene Abwechslung. Einsteiger werden die leichten Rätsel begrüßen, murren jedoch bei Kämpfen mit mehr als einem Gegner.

Und da die Steuerung zuweilen etwas schwammig ist und Sakrileg auch akustisch nicht ganz überzeugen kann, ist es lediglich ein Lückenfüller für Leute wie mich, die auf Spiele wie Runaway 2 oder Baphomets Fluch 4 warten. Kultivierte Naturen freuen sich jedoch über unzählige historische, religiöse und mythologische Erläuterungen, die sehr verständlich präsentiert werden.

The Da Vinci Code - Sakrileg [PC , looki.de]

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