The Elder Scroll III: Morrowind

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Bethesda
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
12
The Elder Scroll III: Morrowind [PC , looki.de]

Gesamtwertung

95%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

The Elder Scroll III: Morrowind

Als Bethesda vor ein paar Jahren Daggerfall ankündigte ging ein Raunen durch die Presse und die Reihen der Spieler. Ein Rollenspiel, wo der Spieler selbst entscheiden kann was er machen möchte und nicht in einen festen Plot gezwungen werden soll? Sowas kannte man bisher eigentlich nur von Pen&Paper-Spielen, aber auf dem Computer ist so was nicht zu realisieren...

Oder doch? Und es war möglich. Daggerfall wurde einer der grössten Rollenspiel-Hits aller Zeiten und als Bethesda dann The Elder Scroll III: Morrowind herrausbrachte waren die Erwartungen an den Nachfolger natürlich riesig. Wir überprüfen nun einmal, ob das Spiel diesen Anforderungen gerecht wird.

Wer bin ich

Zu Anfang findet man sich ohne große Einleitung im Bauche eines Sklavenschiffes wieder, welches vor der kleinen Stadt Syla Neen, an der Küste des Dunkelelfen Kontinentes Morrowind dümpelt. Hier wird man auf Befehl des großen Imperators persönlich auf freiem Fuß gesetzt, warum will einem jedoch niemand sagen. Die Chance wird natürlich trotzdem genutzt, aber zuerst müssen die bürokratischen Angelegenheiten hinter sich gebracht werden. Name, Geschlecht, Aussehen sind die ersten Sachen für die man sich im Rahmen der Entlassung in die Freiheit, welche auch Gleichzeitig Charaktererschaffung darstellt, entscheiden muss. Anschließend noch das Geburtszeichen ausgewählt und weiter geht es.

Diese Wahl sollte jedoch mit Bedacht getroffen werden, da mit der Rasse und dem Geburtszeichen einige Vor- und Nachteile verbunden sind (Erhöhung/Abzug von Attributspunkten, Magieresistenz, Möglichkeit Zauber zu sprechen), welche den späteren Weg des Charakters stark beeinflussen können. Hiernach ist es nun an der Zeit sich für einen Beruf zu entscheiden.

Hier bietet Bethesda dem Spieler 3 mögliche Wege an. Der erste und wohl auch einfachste ist sich eine der 13 vorgefertigten Klassen auszuwählen, eine zweite wird vielen Ultima-Fans bekannt vorkommen. Man beantwortet 10 Fragen, aus denen dann das Profil erstellt wird.

Und als dritte und wohl reizvollste Möglichkeit, kann man sich die Fertigkeiten auch komplett selbst aussuchen. Warum also nicht einmal einen Magier spielen, der gleichzeitig schwere Rüstungen tragen kann und mit einer Axt um sich schlägt. Was bei den meisten RPG durch Restriktionen verboten war, in Morrowind ist es möglich.

Das ist schon der erste Eindruck, den man von der unglaublichen Freiheit erhält, die der Spieler hier geniesst.

Aber zurück zu unserem Magier mit der Axt. Man bekommt noch eine kleine Summe Geld und den Hinweis, dass man sich mit einem imperialen Offizier in Großstadt Balmora treffen solle. Für das Reisen in Morrowind gibt es zwei Möglichkeiten, entweder man nimmt ein an riesige Käfer erinnerndes Reittier, welches aber Geld kostet, je nachdem wie weit die Reise ist, oder man geht zu Fuß. Die Designer haben sich jedoch alle Mühe gegeben eine wirklichen Kontinent zu erstellen, so kann es schon sein, dass man zu Fuß gut 3-4 Tage im Spiel unterwegs ist, was knapp zwei Stunden Realzeit entspricht.

Aller Anfang ist schwer

In Balmora angekommen übergibt man dem Offizier das Päckchen. Dieser erzählt einem dann auch etwas mehr warum und wieso man entlassen wurde und schickt uns los, die Stadt mit ihren unterschiedlichen Bewohnern ein wenig kennen zulernen. Während man bei anderen Rollenspielen zu diesem Zeitpunkt bereits mit Quests überhäuft worden wäre (obwohl einen ja eigentlich niemand kennt), ist dies in Morrowind nicht so einfach.

Hier kennt einen wirklich niemand und noch schlimmer man ist ein „Outlander“, was den Spieler auf der Beliebtheitsskala der Bewohner irgendwo zwischen akuten Zahnschmerzen und einer Mückenplage ansiedelt. Von vielen Einwohnern erhält man anfangs nicht mehr als patzige Antworten auf seine Fragen. Dies ändert sich jedoch zum Teil, wenn man in eine der 13 Gilden eingetreten ist die überall in Morrowind zu finden sind, manche öffentlich andere wiederum etwas versteckter (wie zB. die Assasinen-Gilde). Diese Gilden bilden den Grundstein der Gesellschaft von Morrowind. Hier erhält der Spieler dann auch seine ersten Quests.

Von Quests und Erfahrung

Während sich diese im Vorgänger Daggerfall noch häufig auf simples „Objekte X aus Dungeon Y holen“ oder „Töte Monster Z“ beschränkten, ist die Bandbreite in Morrowind sehr viel grösser geworden, und reicht nun vom Stehlen bestimmter Gegenstände, über Geleitschutz für andere Gildenmitglieder bis hin zum Spielen des Geldeintreibers. Viele Quests lassen sich sogar auf verschiedenen Wege lösen, je nach Ausrichtung des Charakters. Laut Hersteller sollen über 400 Quests in Morrowind verfügbar sein.

Durch das Ausführen von Quests für die Gilde steigt man in den Rängen und erhält Zugang zu neuen Möglichkeiten, wie dem Erstellen magischer Gegenstände, Teleportation in andere Städte oder einfach nur Rabatt bei den Händlern und Lehrern der Gilde. Neben den Quests der Gilden ist da natürlich auch die Hauptstory, der man weiter folgen kann (aber nicht muss) oder man macht sich selbst auf den Weg und erkundet einen der über 300 Dungeons die auf Morrowind zu finden sind.

In diesen kann man dann auch seine Kampffertigkeiten trainieren. Anders als bei den meisten RPG werden Fähigkeiten hier nicht durch Erfahrungspunkte oder Stufenanstieg erhöht, sondern durch Benutzung. Wenn man also in einem Kampf steckt und mit seiner Axt den Gegner trifft steigt nach einigen Treffern der Axt-Skill um einen Punkt. Ebenso steigt der Athletics-Skill wenn man springt und der Stealth-Skill steigt wenn man, wen wundert es, schleicht

Neben dieser Möglichkeit des learing-by-doing kann man sich auch bei einem der Trainer ausbilden lassen, was natürlich einen nicht gerade kleinen Anteil an Gold kostet, je nach Höhe der Fertigkeit. Weiterhin ist die Steigerung der Fertigkeiten Vorraussetzung um den nächsten Charakterlevel zu erreichen.

Nachdem eine bestimmte Anzahl an Fertigkeiten gesteigert wurde, steigt der Charakter im Rang und erhält, je nachdem welche Fähigkeiten gelernt wurden, Boni auf seine Attribute. Es lohnt sich also auf alle Fälle darüber Gedanken zu machen welche Fähigkeiten man erhöht, um so später den gewünschten Attributsbonus zu bekommen.

Die absolute Freiheit...

... ist wohl das, was dieses Spiel, ebenso wie seinen Vorgänger Daggerfall, von der breiten Masse der RPG abhebt. In keinem anderen Spiel ist man so frei in seiner Wahl der Aktionen und Missionen wie in Morrowind. Man kann einen hinterlistigen Assassinen genauso spielen wie den guten Ritter und trotzdem das Spiel beenden. Selbst als Vampir ist es möglich durch das Spiel zu kommen, wenn auch ungleich schwerer.

Ja richtig als Vampir. Denn ein nicht rechtzeitig behandelter Biss dieser recht seltenen Kreatur bringt dem Charakter mehr Probleme als eine Schwellung und etwas Jucken. Nach einiger Zeit verwandelt man sich selbst in einen Vampir, was zur Folge hat, dass die Attribute Strength und Dexterity um einige Punkte nach oben schnellen, sowie die Fähigkeiten Stealth und Destruction Magic in nie geahnte Höhen wandern. Außerdem erhält man permanten den Vampiric Bite, mit dem man den Opfer die Lebensenergie entzieht und sich selbst zuführt.

Weiterhin bekommt man nun zutritt zu den geheimen Vampirgesellschaften und so auch neuen Quests. Jedoch hat dieser Zustand auch seine Nachteile. Wie nicht anders zu erwarten hat der Charakter in der Sonne nun dieselbe Überlebenschance wie ein Schneeball in der Hölle, und die meisten Stadtbewohner reagieren gelinde gesagt auch nicht gerade positiv auf seine Anwesenheit. Somit wird die Erfüllung der Storyline zu einem echten Problem. Aber niemand hat gesagt, dass man es als Vampir einfach hat...

Grafik

Um es kurz zu machen, die Grafik gehört mit zu dem besten was ich bis heute auf einem PC gesehen habe. Selten hat man in einem Spiel soviel Wert auf Details gelegt. Wunderschöne Wasserfälle wechseln sich ab mit grünen Wiesen. Das innere der Häuser ist vollgestopft mit bunten Teppichen auf den Böden und Gemälden an den Wänden. Silberne Kerzenleuchter stehen auf den Tischen (lassen sich übrigens gut verkaufen) und Bücher und Krüge zieren die Regale an den Wänden.

An den Küsten lassen sich Muscheln mit Perlen finden oder man taucht zu Schiffwracks auf dem grund der Meere auf der Suche nach Schätzen. Jeder Gegenstand in Morrowind vom riesigem Pils bis hin zur kleinsten Gabel ist ein eigenes 3D-Objekt. Dies macht sich jedoch auch ein wenig in den Hardwareanforderungen sichtbar, selbst wenn man im mittleren Bereich der Anforderungen liegt, ohne eine schnelle 3D-Grafikkarte läuft das Spiel teilweise ziemlich ruckelig.

Etwas Kritik

Nach all dieser Lobhudelei sei auch ein wenig Kritik angesagt. Viel gibt es bei diesem Spiel nicht zu bemängeln, aber einen Punkt auf alle Fälle: die NPC in Morrowind scheinen mehr oder minder festgewachsen zu sein. Schmiede oder Lehrer sind immer am selben Platz, sei es man betritt ihr Geschäft mittags um eins oder nachts um drei. Da waren die Öffnungszeiten aus Daggerfall doch etwas schöner. Ein weiterer Punkt wäre, dass es leider nicht möglich ist zu sehen wie viel Schaden man einem Gegner bereits zugefügt hat, hier wäre es schön gewesen, wenn die Verwundungen irgendwie auf den Modellen sichtbar wären, oder wenigstens eine Lebensleiste für den Gegner angezeigt würde.

Fazit

Morrowind ist eines der packensten Spiele, die ich in letzter Zeit gespielt habe und ein absolutes Muss für jeden Rollenspiel-Fan. Aber auch andere Spieler werden sich in der Welt von Morrowind schnell zu Hause fühlen. Wer jedoch nicht ganz so gefestigt in seinen englisch Kenntnissen ist, der sollte vielleicht noch etwas warten. Im August wird die komplett lokalisierte Version des Spiels in den Läden stehen. Ein absoluter Muss-Kauf

The Elder Scroll III: Morrowind [PC , looki.de]

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