The Elder Scrolls: Morrowind - Bloodmoon

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Bethesda
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
12
The Elder Scrolls: Morrowind - Bloodmoon [PC , looki.de]

Gesamtwertung

89%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

The Elder Scrolls: Morrowind - Bloodmoon

Morrowind. Kein Rollenspiel schaffte es bis zum heutigen Tage derart eindrucksvoll, imposante Grafik, bombastischem Sound und eine fast absolute Handlungsfrei mit einer shooter-kompatiblen First-Person-Sicht zu einem gelungenem Ganzen zu verbinden. Jetzt, nach dem schon recht überzeugenden ersten Addon The Elder Scrolls III: Tribunal schickt sich– nach einer fast viermonatiger Übersetzungsdauer – nun endlich das zweite Addon an, die Welt von Morrowind um weitere Nerven zerreißende Abenteuer, grausige Monster und eine neue, riesige Landmasse namens Solstheim zu erweitern. Ob The Elder Scrolls III: Bloodmoon allerdings eine bereichernde Erweiterung oder nur eine lieblose Geldschneiderei ist, erfahrt ihr in unser Review.

„Verdammter Mist“ waren die einzigen Worte, die Singlerius, Held von Vvardenfell und gepriesener Nerevarine, in der jetzigen Situation hervorbringen konnte. Nachdem er der Bedrohung durch Dagoth Ur ein Ende setzte und die Geheimnisse in Gramfeste, dem Hauptsitz des Königs von Morrowind, lüftete, fragte er sich, was nun tun könne und schaute auf seine Landkarte. „Verdammter Mist“ entfuhr es ihm abermals! „Wer hat die große Insel da im Norden von Vvardenfell hingepackt…? Mist, verdammter“.

Schon das erste Gerücht, dass ihm zu Ohren kam, ließ nichts Gutes erahnen. Kalt soll es da sein, sehr kalt sogar. „Verdammter Mist! Hab doch keine Winterkleidung…“ knurrte Singlerius leicht schmollend dann immer. Als er, nach langer Schiff-Fahrt von Khuul aus, das erste Mal seinen Fuß auf diese Insel setzte, wurde ihm schlagartig klar: „Mist, hier gibt’s viel zu tun für mich!“. Oh, wie recht der tapfere Recke doch hatte. Betrug, Verrat, Mord und Verschleppung. Das reichte Singlerius eigentlich schon! Und dabei wusste er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, dass sich auf dieser Insel auch noch Werwölfe herumtreiben. “Verdammter Mist!“

The Elder Scrolls III: Bloodmoon ist das nunmehr zweite Addon zum Rollenspiel-Meisterwerk The Elder Scrolls III: Morrowind und bietet in Gegensatz zum Addon-Vorgänger The Elder Scrolls III: Tribunal erstmals wieder einen Handlungsstrang auf dem Kontinent Vvardenfell. Nun ja, nicht ganz auf dem Kontinenten an sich, sondern vielmehr auf einer komplett neue Insel, die sich im Nordwesten der Landkarte breit macht, aber immerhin! Ein Umständliches Hin- und Herteleportieren wie noch bei The Elder Scrolls III: Tribunalentfällt damit.

Und da eine Insel ohne interessante Orte, Bewohner, Monster und Abenteuer reichlich langweilig ist (siehe beispielsweise England), packten die Jungs und Mädels von Bethesda Softworks von eben diesen vier Zutaten jede Menge auf eben diese Solstheim genannte Insel und das Abenteuer kann beginnen.

Wie schon bei The Elder Scrolls III: Tribunal kann man als Spieler jederzeit und damit unabhängig von momentanen Spielverlauf, nach Solstheim reisen, um sich den Gefahren dort zu stellen.

Doch The Elder Scrolls III: Bloodmoon bietet – und sollte schon frühzeitig betont werden – einfach mehr Spiel und „Drumherum“ als noch der erste Addon.

Das kalte und stark bewaldete Eiland Solstheim ist umkämpft, stark umkämpft sogar. Mehrere Fraktionen ringen um die politisch/traditionelle beziehungsweise ökonomische Vorherrschaft. Die Ost-Kaiserliche-Handelsgesellschaft hat ergiebige Ebenerz-Vorkommen auf Solstheim ausgemacht und schickt sich nun an, im großen Stil die Gewinnung der wertvollen Minerale zu sichern. Auf der anderen Seite stehen die Skaal, die nordischen Ureinwohner, die sich nicht gerade über die Fremden freuen und ihr Treiben mit Argwohn und teilweise sogar offener Ablehnung gegenüberstehen.

Sollte man beispielsweise die Dienste der Handelsgesellschaft treten, bietet The Elder Scrolls III: Bloodmoon, je nachdem, wie erfolgreich man seine Aufträge für die Gesellschaft erledigt, eine Art „Spielerbelohnung“ an. Denn nach und nach siedeln sich immer mehr Bürger an der Ebenerz-Mine an und die nette Ortschaft Rabenfels entsteht. Der Nerevarine platzt regelrecht vor Stolz bei dem Anblick!

Neben neuen Aufgaben und neuen Ansprechpartnern bringt The Elder Scrolls III: Bloodmoon vor allem eine große Anzahl neuer Gegner mit. Ob nun kleine blaue Wichte, die auf einer Art Warzenschwein reiten, Wölfe, skurrile laufende Bäume, fleischfressende Robben oder einfach nur Bären, an kampfeslustiger Flora und Fauna ist gesorgt.

Doch halt, das wichtigste kommt ja noch: Die Werwölfe. Diese Lykantrophen, die sich bei Einbruch der Nacht in Wesen halb Mensch und halb Wolf verwandeln, runden das monströse Gegnerangebot von The Elder Scrolls III: Bloodmoon entscheidend ab.

Denn wie schon bei den Vampiren in The Elder Scrolls III: Morrowind kann ein einzelner Biss des Gegners dazu führen, dass man mehr oder weniger freiwillig selber ein Wesen der Nacht wird, sofern nicht gegen diese Krankheit – in diesem Falle Sanies Lunpinus genannt - entsprechend vorgegangen wird, beispielsweise durch einen Heiler.

Wollte das Schicksal es nicht anders und man wird zum Werwolf, hat man von nun an ein kleines, aber rollenspieltechnisch höchst interessantes Problem. Denn ein Werwolf braucht JEDE Nacht Nahrung, was im Grunde bedeutet, jede Nacht einen NPC zu killen. Ferner sind Zauber oder das Benutzen von Waffen und Gegenständen während der Verwandlung unmöglich. Und sollte man bei der Verwandlung zu einem Werwolf beobachtet werden, wird man von allen (!) im Spiel befindlichen Charakteren angegriffen, egal, ob man als Werwolf unterwegs ist oder nicht. Anderseits ist es einfach cool, nächtens Wälder, Dörfer oder gleich ganze Städte und Landstriche unsicher zu machen. Harharhar.

Leider gibt es mit der Werwolf-Sache ein klitzekleines Problem! Wer die Haupthandlung von The Elder Scrolls III: Morrowind bereits durchgespielt hat, sprich, gegen jegliche Krankheiten immun sind, werden nicht zu Werwölfen werden können.

Wer aber unbedingt ein Werwolf werden möchte und überlegt, The Elder Scrolls III: Morrowind inklusive seiner Addons neu beginnen zu wollen, sollte bedenken, dass The Elder Scrolls III: Bloodmoon , ebenso wie The Elder Scrolls III: Tribunal ein Addon für wirklich hochstufige Charaktere ist.

Neben neuen Monstern und Fraktionen bietet Bloodmoon freilich auch greifbare Dinge, wie neue Waffen, Rüstungsteilen, Büchern uns so weiter uns so fort. Und damit es die lieben Nord beziehungsweise die Skaal auch schön heimelig haben, wurde ihnen gleich noch eine eigene Architektur spendiert.

Grafisch machen sich langsam Ermüdungs- bzw. Alterserscheinungen deutlich. Die Grafik ist zwar immer noch top, allerdings ist die grafische Entwicklung in den knapp 1.5 Jahren seit dem Release von The Elders Scrolls: Morrowind nicht stehen geblieben. Wer Grafik-Reißer wie Max Payne 2 spielt, wird jetzt der leicht verwaschenen Texturen gewahr.

Anderseits bringt The Elder Scrolls III: Bloodmoon jetzt ein neues grafisches Setting mit. Endlich steht man in mehr oder weniger dichten Wäldern und dann Schneefall beobachten. Auch Stürme, von der leichten Schneewehe bis hin zum Blizzard darf man nun bestaunen beziehungsweise überleben. Darüber hinaus wird die gesamte Insel in eine Decke aus Schnee gebettet. An den Animationen hat sich übrigens in keinster Weise etwas geändert. Noch immer wirken Bewegungsabläufe etwas hölzern.

Anfänger enden bei Kämpfen meist innerhalb von Sekundenbruchteilen ziemlich tot im Staub. Soundtechnisch gibt es nichts Neues zu berichten. Noch immer werden die gleichen Soundtracks wie schon ehedem bei Morrowind:The Elder Scrolls III abgespielt, die zwar immer noch Ohrwurmgarantie bieten, aber leider halt nichts Neues.

Die Übersetzung von Ubi Soft ist übrigens mal wieder über sämtliche Zweifel erhaben. Für die Synchronisation der Stimmen in The Elder Scrolls III: Bloodmoon zog man wieder Sprecher und Sprecherinnen mit markantem Bass beziehungsweise Ausdrucksstärke heran. Besitzer der englischsprachigen Morrowind:The Elder Scrolls und The Elder Scrolls III: Tribunal brauchen übrigens nicht verzweifeln, da sich in der Verpackung von The Elder Scrolls III: Bloodmoon zwei CDs befinden. Eine für die deutsche und eine für die europäisch-englischsprachige Version von The Elder Scrolls III: Bloodmoon .

Fazit

Wow, mein Lieblingsrollenspiel erfährt ein weiteres Addon. Zwar bietet es technisch wenig bis gar nichts neues, dafür schöpft Bethesda Softworks mit der großen Kelle eine gehörige Portion Aufträge, Monster und Spielbarkeit heran. Die Sache mit den Werwölfen ist zwar ein nettes Gimmick für alle Experimentierfreudigen, für diejenigen, die die Haupthandlung von Morrowind:The Elder Scrolls III aber bereits durchgespielt haben, ein unerreichbares Feature. In Großen und Ganzen aber kann man sagen, dass man als Morrowind-Fan bei The Elder Scrolls III: Bloodmoon keinen Fehler machen kann. Kaufen, spielen, in eine fantastische Welt abtauchen.

The Elder Scrolls: Morrowind - Bloodmoon [PC , looki.de]

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