Gesamtwertung82%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Es gab eine Zeit, da schien das Genre der Adventures vom Aussterben bedroht. Doch zum Glück gibt es einen Hersteller namens dtp, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das totgeglaubte Adventure-Genre wiederzubeleben. Bisher gelang das den Herren von dtp sehr gut: The Westerner, Black Mirror und Runaway: A Road Adventure meisterten in den meisten Reviews locker die 80%-Hürde und fanden eine große Spielergemeinde. Der neueste Streich der Adventure-Retter, The Moment Of Silence, brüstete sich vor seiner Veröffentlichung bereits damit, das aufwändigste deutsche Adventureprojekt aller Zeiten zu sein. Ob es auch das Beste aller Zeiten ist, erfahrt Ihr in unserer Review.
Denn seit seine Frau und sein Sohn bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind, lebt er isoliert, zurückgezogen und ohne echtes Ziel in den Tag hinein, arbeitet lustlos, trinkt zuviel und verbringt seine Abende im Chat mit Unbekannten. Sein Leben ändert sich jedoch schlagartig, als eines Tages ein Sondereinsatzkommando der Polizei vor seinem Haus hält, die Wohnung seiner Nachbarfamilie stürmt, und den Familienvater, einen Online-Journalisten, ohne Angabe von Gründen verhaftet.Peter beginnt sich für den Vorfall zu interessieren und macht erstaunliche, zugleich aber beängstigende Entdeckungen. Denn sein Nachbar ist von nun an spurlos verschwunden. Die Polizei gibt an, ihn nicht verhaftet zu haben, und die Gründe für diese Verhaftung bleiben im Dunkeln. Mit einem rätselhaften Foto des Mannes im Gepäck begibt sich Peter auf die Suche und findet heraus, dass der Journalist einer Verschwörung nie dagewesenen Ausmaßes auf der Spur war, deren Geheimhaltung offenbar im Interesse allerhöchster Stellen liegt.
Das Beste am Spiel ist die tolle Atmosphäre. Nach dem spannenden Intro, welches einen guten Einstieg in die Stimmung des Spiels gibt, wird man von der ersten Minute an förmlich gefangen von der urbanen Umgebung des New Yorks im Jahre 2044. Wolkenkratzer ragen schier unendlich in die Höhe, alles wirkt ein wenig trostlos und melancholisch stimmend, die Straßen sind zugemüllt und überall prangern Bildschirme die neuesten Produkte an. Die Umgebung selbst könnte aus der nächstbesten Zukunftsvision des Autors XY stammen. Alles sieht sehr futuristisch aus, hypermoderne Taxis ohne Fahrer, die den Spieler von A nach B bringen sind genauso enthalten wie kleine Andenken an unsere Zeit wie zum Beispiel der Kiosk um die Ecke.
Weib, hol mal meine Lupe!Was in The Moment Of Silence erheblich stört, ist die Tatsache, dass in den oft sehr großen Arealen leider Gottes leicht wichtige Details übersehen werden. Es ist manchmal einfach unerlässlich, nahe an den Bildschirm heranzugehen. Mit etwas Glück erkennt man dann ein essentielles Objekt, was vielleicht gerade mal aus wenigen Pixeln besteht und sich förmlich 'versteckt'.
Auch das mitunter recht extreme Sprachbedürfnis der einzelnen Person nervt mit der Zeit. Vor allem dann wenn es um Sachen geht, die rein gar nichts mit der Story zu tun haben. Ein Beispiel gefällig? In seiner Agentur unterhält sich Peter mit seinem Chef. Neben persönlichen Dingen - die gar nicht mal so uninteressant sind, wie beispielweise den Verlust seiner Familie - spricht Peter jedoch auch über aktuelle Kampagnen die gerade am Laufen sind, oder stellt völlig überflüssige Fragen zum Verhältnis seiner Arbeitskollegen. Solche unnützen Informationen braucht der Spieler nicht, und es bereitet auch keinen Spaß, unüberschaubare Textwüsten nach irgendetwas Wichtigem abzusuchen.
Grafisch reißt sich das Spiel wahrlich kein Bein aus, und kränkelt an den etwas tristen und blassen Umgebungen. Auch wenn die Zukunft vielleicht so aussehen mag, hätten buntere Töne dem Ganzen optisch gut getan. Etwas steif wirken auch die Animationen der Charaktere, Geschmeidigkeit sucht man leider vergebens. Dennoch ist zu sagen, dass die meisten der insgesamt 470 Schauplätze mit sehr viel Liebe zum Detail entworfen wurden. Jede Location strotzt nur vor feinsten Kleinigkeiten, die entdeckt werden wollen.
Wie von dtp gewohnt, gibt es auch bei The Moment Of Silence eine großartige deutsche Synchronisation zu hören. Unsere Hauptperson Peter wird von der deutschen Stimme von Bruce Willis gesprochen, welche perfekt zum seelischen Wrack passt. Auch die 'deutsche' Julia Roberts konnte man verpflichten. Sie spricht Peters Nachbarin, deren Mann scheinbar grundlos verhaftet wurde. Neben diesen zwei Synchronisationsgrößen wurden eine Reihe relativ unbekannter Sprecher verpflichtet, die ihre Rollen aber wirklich klasse sprechen, und jederzeit voll bei der Sache sind. Auch auf einen filmreifen Soundtrack und tolle Soundeffekte muss man nicht verzichten, aber das ist man ja nach Runaway und Black Mirror eigentlich von dtp gewohnt. Daumen hoch!
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
The Moment Of Silence im Test.
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