Gesamtwertung85%/10 |
GrafikSehr gut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Seid Ihr erst einmal im schicken Hauptmenü angekommen, habt Ihr die Möglichkeit, ob Ihr eine neue Karriere oder den Sandkasten-Modus zocken wollt. Da der Sandkasten-Modus sowieso nur als eine Art gekürzte Karrieremodus zu verstehen ist, lassen wir den mal außen vor und widmen uns dem Kern von The Movies. Eine freundliche Sprecherin vermittelt Euch in den ersten Spielminuten, die quasi als Tutorial dienen und in denen Ihr nicht mehr als ein in der Filmindustrie unbedeutendes Kapital, eine handvoll Arbeitsuchender, ein gähnend leeres Studiogelände sowie eine Castingschule besitzt, wie Ihr aus einem unbekannten Filmstudiobesitzer zu einem der Meistverdienenden werdet. Die Möglichkeiten und Optionen mögen den Einen oder Anderen im ersten Moment überfordern, doch keine Angst: mit der Zeit spielt sich The Movies sehr intuitiv.
Doch wo waren wir? Ah ja, am Anfang! Wie gesagt seid Ihr noch ein kleiner Stern am Hollywoodhimmel und für erste Projekte müsst Ihr halt auf Laiendarsteller zurückgreifen, die vielleicht nach den ersten Filmen noch recht vernichtende Schauspielerkritiken kassieren, mit zunehmendem Alter und Erfahrung sowie einer regelmäßigen Probe aber zu geliebten Top-Stars avancieren können. Doch Schauspieler sind eben nicht alles an einem Filmprojekt und jetzt wird's zunehmend umfangreicher und komplexer.
Wichtig ist aber auch die 'Pflege' Eurer Stars: die haben ähnlich wie in Will Wright's Sims eigene Charakterzüge und -eigenschaften und eben auch spezielle Bedürfnisse. Und wenn die nicht befriedigt werden, dann können sie auch schon mal ganz schön bockig werden. Abhilfe könnt Ihr hier für die Vielesser und Säufer mit Imbissbuden oder Restaurants bzw. Bars schaffen, während Imagesüchtige mit neuen Outfits und Accessoires ruhig gestellt werden können. Und wenn mal jemand bei seinen Gewohnheiten über die Stränge schlägt, kommt er halt ganz einfach in die selbst erbaute Entzugsklinik. Doch The Movies würde nicht seinen Namen tragen, wenn Ihr nicht auch mal irgendwann selbst Hand an kommende Kassenkracher legen könntet.
Und so soll es auch sein: befehligt Ihr am Anfang nur ganz allgemein einen Filmauftrag und habt noch keinen richtigen Einfluss darauf, bekommt Ihr mit zunehmender Spieldauer immer mehr Möglichkeiten, Requisiten und Sets auf Eure Liste. Eine einfache Drehbuchschreibe muss her und dann noch eine komplexe, sowie ein Post Production-Studio. Während Ihr in den einfachen Drehbuchstübchen nur das Genre der kommenden Filme festlegen dürft, könnt Ihr in der erweiterten Variante selbst ein Drehbuch 'schreiben'. Soll heissen: die Auswahl und Gestaltung der Szenen, Kameraeinstellungen, Sprachausgabe, Requisiten, Locations usw. liegen in Euren Händen und das ist im ersten Moment wirklich keine leichte Aufgabe, da es halt so viele erdrückende Optionen gibt, das man durchaus einige Zeit in diesen Studios verbringt.
Seid Ihr dann endlich fertig mit Eurem Wälzer, geht's an die Proben, in denen Ihr Eure unter Vertrag stehenden Schauspieler, Regisseure und auch Statisten zuweisen könnt. Die gehen dann das ganze Drehbuch durch und danach kann auch der Dreh beginnen. Diese erfolgen auf den unterschiedlichen und genreabhängigen Sets wie einem düsteren Keller (Horror), einem Schlachtfeld (Action) oder einer Raumstation (Sci-Fi), um nur einen kleinen Teil zu nennen. Habt Ihr alles abgedreht, ist es durchaus hilfreich das gedrehte Stück nochmal einer Wartung des Post Production-Studios zu unterziehen. Hier könnt Ihr zum Beispiel Untertitel verfassen, die Filmtechnik ändern oder auch die Länge der einzelnen Szenen bearbeiten, um den Film noch massentauglicher zu machen und ihn dann schließlich ins Releasebüro zu bringen, wo er veröffentlicht wird und Geld einspielt.
Grafisch ist das Spiel ein echter Hingucker: nicht nur dank der liebevoll designten und herrlich animierten Charaktere, sondern auch durch die realistisch wirkenden Gebäude scheint das Geschehen auf dem und um das Studiogelände recht lebhaft. Ganz im Gegensatz dazu steht der Grafikstil: dieser ist weniger realistisch anmutend, sondern vielmehr comichaft wie zum Beispiel in Sims 2. Das ist jedoch alles andere als schlimm, da The Movies sowieso zuweilen mehr als eine Parodie auf die Filmindustrie wirkt als eine beinharte Simulation.
Akustisch ergeben sich leider zwei unterschiedliche Lager: die deutsche Synchronisation geht vollkommen in Ordnung, obwohl die Sprecher hier und da noch etwas überzeugender arbeiten hätten müssen, während der DJ im Radio mit seinem überflüssigen Genuschel wenig überzeugend die aktuellsten Nachrichten verkündet. Die Hintergrundmusik passt jedoch sehr gut und verleiht dem Geschehen eine heitere und lockere Stimmung.
The Movies (10 Bilder)
Dadurch geht man auch schon mal in stressigen Situationen ruhiger an die Probleme heran. Die einzelnen Effekte in den Filmen an sich enttäuschen jedoch, da es zum einen nicht wirklich viele davon gibt und die Qualität der vorhandenen auch nicht wirklich vom Hocker reissen.