Gesamtwertung63%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Die S.A.S. (Special Air Service) ist eine der besten Spezialeinheiten der Welt. Ursprünglich in Großbritannien gegründet um gegen die Nazis im 2. Weltkrieg zu agieren, bestehen ihre Aufgaben heute zum größten Teil in der Terrorbekämpfung und Geiselbefreiung. Letzte große Einsatzgebiete waren der Irak und Afghanistan. In Konamis neustem Taktik-Shooter übernehmt ihr die Rolle eines S.A.S.-Teamführers.
Go! Go! Go!...
Der Einstieg ins Spiel wird euch durch ein umfangreiches, wenn auch wirklich kniffliges, Tutorial erleichtert. Anhand zahlreicher Übungen lernt ihr alles, was ihr über Raumeinnahme, Waffenkunde und Einsatztaktik wissen müsst. Bereits in der Übungsphase wird klar, dass das Spiel keinerlei Oberflächlichkeit duldet. Nur wer sein Ziel wirklich zufrieden stellend erfüllt, darf den Gang zur nächsten Übung antreten.
Habt ihr die Übungsphase erfolgreich überstanden, könnt ihr euch den wirklich großen Aufgaben widmen, na ja nicht ganz, denn zunächst steht lediglich eine Mission zur Verfügung. Anders als bei Spielen wie Rainbow Six oder SWAT 4 fällt die Einsatzbesprechung bei The Regiment sehr spärlich aus. So heißt es zum Beispiel sinngemäß:
Waffen gibt es auf Zuteilung
Alles was Ihr an Waffen braucht, befindet sich automatisch zu Beginn jeder Mission im Inventar. Verschiedene Waffenkonfigurationen gibt es also nicht. In der Regel verfügt ihr über ein Kampfmesser, eine Handfeuerwaffe, ein Gewehr und eine Handvoll Granaten. Je nach Mission unterscheiden sich die Waffentypen der einzelnen Kategorien. So stehen als Gewehr zum Beispiel vom MP5 bis zur gemeinen Schrotflinte zahlreiche verschiedene Modelle zur Verfügung. Waffen, die gefallene Terroristen liegengelassen haben, könnt ihr außerdem auch aufheben. Als brauchbar zur unblutigen Geiselbefreiung erweist sich leider nur das Scharfschützengewehr und die MP5, alles andere ist einfach zu unpräzise. Die Steuerung ist für einen Team-Shooter unerwartet simpel, was vor allem daran liegt, dass ihr nur sehr beschränkte Befehlsgewalt über das Team habt. Eure Kampfgenossen hören lediglich auf die Befehle: Angriff und Granatenangriff. Der Befehl Angriff lässt euer Team selbständig einen Raum stürmen, während die Kollegen bei Granatenangriff solange mit der Raumeinnahme warten, bis ihr eine Rauch- Tränengas-, oder Blendgranate geworfen habt. Steht ihr vor einer Tür, wird anhand eines kleinen Symbols eingeblendet, dass ihr an dieser Stelle eine Aktion ausführen könnt. Auf Druck der Aktionstaste erscheint ein Auswahlkreis mit den verschiedenen Befehlen.
Meistens sind das die beiden oben genannten Angriffsarten für die Kollegen und die Aktion Tür öffnen, die ihr selbst ausführt.
Auf diese Weise können die Teamkameraden leider wirklich nur an festgelegten Stellen Befehle entgegennehmen. Ansonsten begleitet euch das Team zum größten Teil selbständig und hält euch den Rücken frei. Hier hätten ein paar mehr Befehle, wie das Abstellen einzelner Einheiten oder das Bewachen einzelner Abschnitte, dem Spiel mehr als gut getan. Zumal besonders in engen Gängen euch die eigenen Kollegen allzu oft auf die Füße treten oder gar an Türen hängen bleiben.
Geiselbefreiung kostet Nerven
Etwas taktischer wird es in Sachen Geiselbefreiung, denn hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Wer wild um sich schießt, gefährdet das Leben der Geiseln und somit den erfolgreichen Ausgang der Mission. Oftmals stellen sich die Geiselnehmer mit gezogener Waffe direkt hinter ihre Opfer, hier müsst ihr Nerven zeigen und zum richtigen Zeitpunkt einen gezielten Schuss abgeben. Aber Vorsicht, nicht jeder Terrorist der am Boden liegt, ist wirklich kampfunfähig. Haben sich die Widersacher erst mal von etwaigen Schussverletzungen erholt, rappeln sie sich auf, um euch das Leben erneut zu erschweren. Abhilfe schafft da das rechtzeitige Anlegen von Handschellen. Was übrigens den Einsatzleiter ganz besonders freut, denn unnötiges Blutvergießen ist nicht gerade dem guten Image der weltberühmten Antiterroreinheit zuträglich. Allerdings dauert das Fesseln der Opfer mitunter ziemlich lange, da sollte man doch von so hochgradig ausgebildetem Personal ein wenig mehr erwarten dürfen.
The Regiment bietet vier Szenarien mit jeweils drei Missionen. Begonnen wird in der Iranischen Botschaft. Nebenbei erwähnt wurde dieses Szenario einem wirklichen Einsatz aus dem Jahr 1980 nachempfunden. Die weiteren Schauplätze, Bauernhof, U-Bahn und Parlament werden erst freigegeben, wenn ihr mindestens eine Mission des vorangegangenen Szenarios erfolgreich absolviert. Das erweist sich allerdings als harter Brocken, doch dazu später mehr.
Interessant ist, dass die Missionen der einzelnen Einsatzgebiete parallel verlaufen. Nehmt ihr zum Beispiel im ersten Level der Botschaft mit Team Blau-Eins, Erdgeschoss und Keller des Gebäudes ein, kümmern sich die Teams Blau-Zwei und Rot-Eins, deren momentane Mission ihr in den nächsten Einsätzen spielen werdet, um die anderen Stockwerke. Hin und wieder laufen sich die Teams sogar über den Weg.
Schwer, schwerer, The Regiment
Am Ende eines jeden Einsatzes wird gnadenlos Bilanz gezogen. Habt ihr auch nur eine Geisel oder einen vorher gefangengenommenen Terrorist getötet, wird euch ein Weiterkommen verwehrt. Gleiches gilt für kampfunfähige oder gar gefallene S.A.S-Mitglieder. Selbst wenn ihr alle Missionsziele erfüllt habt und sich alle Geiseln in Sicherheit befinden, erhaltet ihr vom Einsatzleiter ein frustrierendes »Sehr gut, aber wir haben Fehler gemacht«. Grund dafür ist das Zeitlimit, welches nur bis zu einem bestimmten Punkt überschritten werden darf.
Habt ihr übrigens, zu viele Todesopfer auf der Liste und kaum Gefangene gemacht, müsst ihr ebenfalls mit dem Scheitern der Mission rechnen. In der uns vorliegenden Testversion waren die Zeitlimits sogar so hoch, dass ein Weiterkommen nahezu utopisch war.
Zum Glück lieferte Konami für das Testexemplar einen Patch nach, der die Zeitvorgaben und den Schwierigkeitsgrad etwas gelockert hat. Die Verkaufsversion soll dieses Update bereits beinhalten. Aber selbst mit Patch ist The Regiment immer noch fordernd, ja stellenweise sogar frustrierend. Speicherpunkte gibt es keine, wer fehlschlägt, muss den ganzen Einsatz wiederholen. Selbst geübte Spieler werden die eine oder andere Mission mehrfach spielen müssen, um am Ende vom halbwegs zufriedenen Einsatzleiter ein grünes Licht für den nächsten Level zu bekommen.
Zum hohen Schwierigkeitsgrad gesellt sich eine KI, die euch hin und wieder die Tränen in die Augen treiben wird. Angefangen damit, dass eure S.A.S.-Einheit rückwärts in den Raum latscht, um sich genüsslich vom Kugelhagel des Feindes den Rücken massieren zu lassen, bis hin zu Aussetzern, bei denen ein Kamerad durchdreht und Magazin für Magazin in einen bereits gefesselten Terroristen verballert. In diesem Fall ist ein Weiterkommen nicht mehr möglich, weil man keine Gefangenen auf dem Gewissen haben darf. Hinzu kommt, dass das S.A.S-Team manchmal derart ungünstig positioniert ist, dass man an ihm hängen bleibt. Das ist besonders nervig, wenn die Zeit knapp wird. Bleibt zu hoffen, dass derartige Patzer mit einem Patch behoben werden. Seid ihr trotzdem der Meinung, das Spiel wäre euch zu leicht, könnt ihr euch auch im Simulationsmodus probieren.
Hier fehlen Fadenkreuz, Munitions- und Lebensanzeige. Zudem steckt euer Kämpfer hier deutlich weniger Treffer weg.
Chaos ist das halbe Leben
Grafisch muss man The Regiment von zwei Seiten sehen. Zum einen bietet die auf der Unreal-Engine basierende Grafik nur durchschnittliche Optik. Vor allem bei den Texturen hätte ich mir oftmals mehr Schärfe gewünscht. Zum anderen werden diese Defizite durch eine gelungene Spielphysik und nicht zuletzt durch die extreme Detailverliebtheit der Grafiker nahezu wettgemacht. Die Schauplätze sehen, dank kleinster Details, allesamt authentisch aus. Besonders auffallend sind die chaotischen Zimmer der Botschaft, die glaubhaft machen, dass sich dort Übeltäter eingenistet haben. Aber auch die U-Bahn Station am Trafalgar Square mit ihren Leuchtreklamen und den kalten Fliesen wirkt sehr realistisch.
In Sachen Akustik kann der Shooter leider nur bedingt überzeugen. Zwar klingen die Rufe der Teammitglieder und Geiseln relativ glaubwürdig, doch wiederholen sie sich zu oft. Auch der Sprecher des Einsatzleiters klingt etwas unmotiviert. Waffen- und Umgebungsgeräusche hingegen sind tadellos.
Der Multiplayermodus bietet vier bis zwanzig Leuten via LAN oder Internet gemeinschaftlichen Spielspaß. Alle Missionen des Einzelspiels können zu viert im Koop-Modus absolviert werden. Finden sich mehr als vier Leute zusammen, kann die Einstellung Sabre Quad gewählt werden, eine Deathmatchvariante.
So bleibt The Regiment nicht mehr als ein Team-Shooter mit beschränkt taktischen Elementen. Gelegenheitsspieler sollten aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrads die Finger von diesem Spiel lassen. All diejenigen, die fordernde Action ohne viel Drumherum suchen, könnten an The Regiment ihre Freude haben.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
The Regiment im Test.
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