Gesamtwertung87 %/10 |
Grafik9 Sound9 |
Lanzeitspaß9 Spieleinstieg8 |
Bedienung7 |
Nachdem Lucas Arts lange, sehr lange nichts von seiner Vorzeige-Adventure-Reihe Monkey Island hören ließ, haben Fans der Franchise nun alle Hände voll zu tun. Ist der neuste Teil, Tales of Monkey Island, gerade einmal durchgespielt und der wunderbare Eindruck noch immer präsent, darf man sich nun schon wieder in die karibische Welt des Guybrush Threepwood' stürzen und dieses Mal sein allererstes, und noch heutzutage von vielen als bestes angesehenes, Abenteuer stürzen.
Samt generalüberholter Technik versteht sich. Nun dürften einige der Älteren unter uns wohl die Stirn runzeln und sich die Frage stellen, ob es wirklich nötig und vor allem ob es überhaupt möglich ist, eine adäquate Wiederbelebung des wohl meist geliebten Adventures aller Zeiten auf die Mattscheibe zu zaubern. Zugeben müssen die meisten unter ihnen aber auch, dass man die Falten in der oberen Gesichtshälfte kaum wahrnehmen kann, bei dem breiten Grinsen, dass sich vor Freude auf ihren Mündern abzeichnet. Denn eins ist klar: The Secret of Monkey Island könnte kultiger nicht sein und jeder der ein wenig Videospiel-Verstand besitzt, freut sich darauf endlich wieder mal so richtig beleidigend werden zu können. Was euch auf eurer nicht ganz ungewissen Reise nach Meele Island™ erwartet, schildern wir auf den folgenden Seiten.
Nicht nur Guybrush muss sich den obligatorischen DREI Herausforderungen stellen, um Pirat zu werden. Auch die Entwickler des Remakes hatten eine solche Aufgabe vor sich. Natürlich mussten die Herren und Damen von Lucas Arts keinen Schatz heben oder einen Schwertmeister besiegen, nein, viel mehr war es ihr Ziel die DREI wichtigsten Punkte eines Remakes, technische Aufarbeitung, bessere Steuerungsmöglichkeiten und nicht zuletzt Aufrechterhalten der Originalatmosphäre, möglichst gut einzufangen. Die beschwerliche Reise ins Unbekannte begann zunächst einmal mit dem Aufbohren der grafischen Seite. Denn machen wir uns nichts vor: The Secret of Monkey Island ist alt. Sehr alt.
So alt, dass man es heute eigentlich kaum noch ertragen kann, sobald man die Augen einen Spalt breit öffnet. So ist man in den ersten Sekunden des Spiels zunächst auch ein wenig geschockt. Denn erst einmal breitet sich die altbekannte Welt der 80er Jahre vor dem betrachtenden Auge aus. Wie vor knapp 20 Jahren erstreckt sich Meele Island™ über den Bildschirm, mit all seinen gigantisch großen Pixeln, seinen undetaillierten Gefilden und dem schwarzen, unkenntlichen Meer. Doch wer ein wenig Geduld besitzt, dem werden die Augäpfel schon wenige Sekunden später aus den Augenhöhlen treten.
Denn mit einem Paukenschlag, natürlich angekündigt durch die wunderbare Musik, verwandelt sich dieses veraltete Bild in einer Art und Weise wie man es sich nicht träumen lassen hat. Die Wellen des Wassers nehmen auf einmal Gestalt an und brechen an der nun schönen Küste der Insel. Schiffe erscheinen und beleben den Hafen und die dunklen Flecke auf dem Eiland werden durch liebenswerte Details gefüllt. Der Himmel geizt nun auch nicht mehr mit Reizen und besticht durch die Serien-typischen, geflockten Wolken. Mit einem Mal befindet man sich wirklich in der Karibik. Der Anblick dürfte Liebhaber des Spiels nicht nur in Erstaunen versetzen, sondern auch eine kleine Gänsehaut bescheren.
Und das Beste an dem Spektakel ist, dass sich fortan alle Hintergründe des Spiels dieser Liebe zum Detail erfreuen. Ein geniales Features, dass einen immer wieder in Erstaunen zu versetzen weis ist dabei die Möglichkeit jederzeit vom Remake zum Originalspiel und zurück wechseln zu können. Und zwar so flüssig, wie gerade beschrieben. Vor allem dabei wird umso deutlicher, mit welcher Liebe die Entwickler an die Gestaltung der natürlich immer noch zweidimensionalen Hintergründe gegangen sind. So ziemlich alle Details aus der Vorlage wurden übernommen und liebevoll in den neuen Grafikstil implementiert. Der an sich nur runder, besser und perfekter, aber im eigentlichen nicht anders wirkt. Man erkennt jeden Ort, fühlt sich sofort wie zu Hause, erkennt jede Figur und jeden Stein. Die Leistung der Grafiker kann nicht hoch genug angerechnet werden. Zumindest was die Hintergrundausschmückung betrifft. Denn die Figuren, die natürlich wegen ihrem Bekanntheitsgrad trotzdem immer zu erkennen sind, dürften wohl den Wenigsten zu gefallen wissen. Vor allem Guybrush macht schon eine ziemlich arme Figur. Gut mag man sagen, der Typ ist ja auch ein Witz. Aber trotzdem wirkt er fremd und auch ein wenig zu hässlich.
Die riesige Stirn und die unförmigen Haare sind nur ein Teil dessen, was seine Erscheinung zu einem Störfaktor macht. Irgendwie will er nicht so richtig in die ansonsten wunderschön gezeichnete Welt passen. Doch dieser Makel besteht beileibe nicht bei jedem Charakter, nur bei einigen Wenigen. Alles in allem kann man der grafischen Aufarbeitung aber beinahe das Kratzen an der Perfektion bescheinigen. Womit wir direkt eine Brücke zum Sound schlagen können. War es im Originalspiel bisher nämlich nur möglich, entweder Musik oder Soundeffekte zu vernehmen, so hat sich das verantwortliche Team hier nun selbst übertroffen. Die altbekannten Themes wurden nicht nur sowohl qualitativ, wie auch quantitativ auf allen Ebenen verbessert, sondern schon fast perfektioniert. Man erwischt sich immer wieder dabei, wie man unbewusst mitpfeift oder sich unwillkürlich an alte Zeiten erinnert fühlt. Auch die neue Sprachausgabe trägt ihren Teil zur extrem dichten Atmosphäre bei. Die englischen Sprecher sind altbekannt und machen ihre Sache meist sehr gut. Einige kleinere Ausfälle gibt es da schon, die sind aber nur bei Nebencharakteren zu verzeichnen.
Alle Hauptcharaktere wissen mit ihren wohlklingenden Stimmen und den verbalen Gestiken zu gefallen. Hier wurde sehr gute Arbeit geleistet. Das kann man allerdings von den Veränderungen in Sachen Steuerung nicht gerade behaupten. Das bekannte Befehlsmenü existiert in seiner Ursprünglichkeit überhaupt nicht mehr. Zwar kann man noch immer per linken Mausklick den Ort bestimmen, an den sich Guybrush bewegen soll, man wird in seinem Handlungsspielraum allerdings stark eingeschränkt, in dem beim Überfahren eines wichtigen Objekts mit der Maus nur noch lediglich eine mögliche Aktion, wie "Untersuche" oder "Nimm", angezeigt bekommt.
Die Aktionen sind dann mit der rechten Maustaste auszuführen. Auch die Menüführung ist etwas umständlich geraten. Will man beispielsweise etwas kombinieren oder näher betrachten, so muss man den jeweiligen Wunsch erst durch das Drücken von Shortcuts äußern. Nervig und unnötig. In diesem Bereich hätte man sich schon noch etwas mehr Zeit nehmen können, wenn nicht sogar müssen.
Natürlich haben es sich die Entwickler nicht getraut, neue Inhalte in die Special Edition des ersten Monkey Island-Teils einzubauen oder gar etwas an der Geschichte oder dem Spielverlauf zu ändern. Doch das macht nichts, denn das Gameplay funktioniert auch nach 20 Jahren nach wie vor exzellent. Die Änderungen, die das Remake ausmachen, also hauptsächlich die grafischen, sind zum großen Teil so unglaublich gut gelungen, dass man es kaum glauben kann. Die neuen Hintergründe bestechen durch auffallend hohen Detailreichtum und die Nähe zum Original, passen wunderbar in das Ambiente des Titels und verzaubern durch ihre einfache Schönheit. Ebenso sorgen der aufbereitete und verbesserte Sound und die tollen Synchronsprecher für eine Atmosphäre, die die von vor 20 Jahren noch zu übertreffen scheint. Da darf man die unglaubwürdige und fehlplazierte Erscheinung von Guybrush und einiger seiner Kollegen und die etwas fummelige Steuerung gerne mal ignorieren. Zumal der Spielfluss dadurch nur minimal ins Stocken gerät. Es gibt deshalb eigentlich keinen Grund, warum ein erfahrener Monkey Island-Fan sich dieses günstige Juwel nicht zu legen sollte und schon überhaupt keine Ausrede für all diejenigen unter uns, die das beste Adventure aller Zeiten noch nie wirklich gespielt haben! The Secret of Monkey Island ist seine 9 Euro mehr als wert.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
The Secret of Monkey Island: Special Edition im Test.
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