Gesamtwertung66%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Bereits vor einigen Wochen musste das Strategiespiel The Show im Looki-Preview herbe Kritik einstecken. Zwar wussten das innovative Szenario und die gute Atmosphäre zu gefallen, jedoch konnte uns das Missionsdesign, das Gameplay und die Grafik nicht wirklich begeistern; dementsprechend durchwachsen fiel dann auch der Ersteindruck aus. Was die Entwickler von Sixteen Tons also verbessern mussten um das volle Potential des Titels auszureizen, war somit klar. Ob sie sich die Kritik aber zu Herzen genommen haben, erfahrt ihr im Review.
Welcome to The Show!
Im 21. Jahrhundert ist Amerika nicht das, was es einst war. Der Bundesstaat Kalifornien hat sich von den restlichen vereinigten Staaten abgespalten und wird nun vom sadistischen Diktator und Medienmogul Lou Baxter regiert. Der totalitäre Staat wird dabei einzig und allein durch The Show, einer im Fernsehen übertragene Gladiatorenshow in der sich Regimegegner blutige Kämpfe mit Baxters Truppen liefern, aufrechterhalten. Das System scheint zu funktionieren, fesselt das Format doch die gesamte Bevölkerung vor die Mattscheibe und verhindert so Kritik an der Politik des Gewaltherrschers. Nicht zuletzt aus diesem Grund wird der Major Frank Harris von den USA als Gesetzloser in Kalifornien eingeschleust und soll versuchen die Show zu sabotieren.
Doch um dies zu erreichen gilt es vorher allerhand Matches für sich zu entscheiden. Gekämpft wird dabei nicht auf realen Plätzen, sondern auf einer Insel, auf welcher durch Holotechnik immer wieder neue Schlachtfelder erstellt werden können.
Somit sind theoretisch zahlreiche verschiedene Landschaften auf denen ihr gegen einander antreten könntet, möglich, praktisch gesehen jedoch, sind Dschungel und Wüste die einzigen Vegetationen, die geboten werden. Sieht man über diese Tatsache hinweg, bekommt man eine solide Einzelspielerkampagne mit 15 Missionen, einen Gefechts- sowie einen Multiplayermodus serviert.
Die Kampagne zeichnet sich dabei vor allen Dingen durch die Nebenmissionen aus, die zumindest ansatzweise Abwechslung in die eintönigen Ziele, den Gegner zu vernichten, bringen, aus.
Bei diesen muss beispielsweise in gegnerische Labore eingebrochen werden um zusätzliche Informationen über die Show zu erhalten, oder neue Technologien freizuschalten. Missionsbedingt müssen ebenfalls Außenposten erobert werden, die neben einem zusätzlichen Schub an Credits, übrigens neben der Energie die einzige Ressource im Spiel, als eine Art Transportsystem dienen um Einheiten schnellstmöglich taktisch zu verschieben. Leider ist dadurch der Weg, den der Spieler zum Gegner einschlagen muss, inklusive der feindlichen Basis schon von vornherein klar. Auch die Anzahl der Posten, die der Gegner erobert hat, lassen sich auf der Karte erkennen.
Positiv fällt hingegen die Atmosphäre während den Missionen auf. Diese wirkt durch kleine Werbeeinblendungen, spannende Zwischensequenzen und natürlich Baxters zynischen Kommentaren immer passend und stimmig. Als weniger positiv erweist sich hingegen die KI, da der Computer oftmals stupide Angriffe ausführt oder sich einfach von eigenen Außenposten zurückzieht ohne diese auch nur annähernd zu verteidigen. Zusätzlich dazu wird das Spielgeschehen im späteren Verlauf immer schneller und hektischer, sodass oft der Überblick verloren geht.
Was die Vielfalt an Einheiten angeht, lassen die 21 verschiedenen Infanterie- sowie 15 unterschiedlichen Mech-Einheiten eigentlich keinerlei Wünsche offen. Da ebenfalls die Möglichkeit besteht, diese mit Upgrades aufzuwerten, könnte man eigentlich von abwechslungsreichen Konfrontationen ausgehen. Dennoch fehlen beispielsweise Lufteinheiten, die für strategischen Tiefgang gesorgt hätten.
Multiplayer Taktisch anspruchsvoller
Im Gegensatz zur Kampagne und dem Gefecht ist im Multiplayer-Modus ein hohes Maß an taktischem Geschick erforderlich, kämpft man hier nicht gegen die plumpe KI, sondern gegen menschliche Kontrahenten.
Somit gewinnen auch die Außenposten an Wichtigkeit, weiß der Gegner diese nämlich eher zu Nutzen als der Computer. Auf zehn Karten unterschiedlicher Größe, können dabei bis zu vier Spieler gleichzeitig gegeneinander antreten. Leider unterscheiden sich die spielbaren Parteien dabei größtenteils nur äußerlich.
Technisch eine ausreichende Präsentation
Was auf der Verpackung als State-of-the-art-3D-Grafik angepriesen wird, erweist sich beim näheren Hinsehen, als ausreichende grafische Darbietung. Die Modelle wirken eintönig und sind anfangs nur schwer voneinander zu unterscheiden, die Umgebungstexturen sind kühl und trist, die Grafiken von Pflanzen und Gebäuden wenig einfallsreich und oftmals verpixelt. Dennoch lässt sich die Liebe zum Detail in Form von Werbeeinblendungen, winzigen Kameras die umherfliegend das Geschehen filmen, oder kleineren Tieren, erkennen, auch wenn dies das Niveau der Grafik nicht sonderlich anhebt. Soundtechnisch ist besonders die Synchronisation gut gelungen, wohingegen die Hintergrundmusik zwar am Anfang begeistert, gegen Ende der Spielzeit jedoch als nervende Melodie in den Ohren dröhnt.