The Stalin Subway: Red Veil

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Frogster Interactive
Entwickler
G5 Software
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
18
The Stalin Subway: Red Veil [PC , looki.de]

Gesamtwertung

19%/10

Grafik

Mangelhaft

Sound

Ungenügend

Lanzeitspaß

Ungenügend

Spieleinstieg

Ungenügend

Bedienung

Befriedigend

The Stalin Subway: Red Veil

Wer sich noch an meinen Test zum Shooter-Debakel The Stalin Subway erinnern kann, wird sicherlich noch in Erinnerung haben, was damals zu kritisieren war: Technische Mängel noch und nöcher, eine künstliche Intelligenz sponsored by Steinzeit und vor allem eins: extreme Spannungsarmut. Nun, was soll ich sagen: An genau den gleichen Krankheiten hapert es auch beim direkten Nachfolger Red Veil. Wieso, weshalb, warum – all das erfahrt Ihr im Review.

Same shit, different game...

Während es im ersten Teil in der Rolle des KBG-Offiziers Gleb Suvorov noch darum ging, den fanatischen Diktator Josef Stalin vor einem Anschlag zu bewahren – tolles Spielthema, echt -, schlüpfen wir – die Gleichberechtigung will es ja so – im Sequel in die Haut seiner Frau. Die wundert sich eines tollen Tages darüber, dass Ihr Mann vom Dienst gar nicht mehr zurückzukommen scheint. Hm, und dann noch dieser Einsatzwagen vor der Tür mit diesen bewaffneten Kerlen. Beim Shooter-Fan macht es „Klack!“ und es wird gleich die Pistole gezückt. Im Gegensatz zum unfreiwillig komischen, da unglaublich schlechten Intro, gibt es beim eigentlichen Spiel absolut nichts mehr zu lachen.

Wir können uns wirklich ausmalen, wie der Käufer mit stolz geschwellter Brust und dem scheinbar guten Gewissen nach Hause geht, gerade einmal 20 Euronen für einen Actioner los geworden zu sein, der nun wirklich keinen schlechten Eindruck macht – zumindest nicht im Regal des Grauens! Der arme Geprellte muss wohl nach einigen Minuten in etwa so dumm aus der Wäsche geguckt haben, wie ich es immer noch tue. Denn The Stalin Subway 2: Red Veil ist ja mal richtig übel und übernimmt – wie eingangs erwähnt – sämtliche Schwächen des ohnehin schon überflüssigen Vorgängers.

Schon der Anfang, in dem wir uns durch einen optisch tristen Wohnblock ballern, könnte schlechter nicht sein. Nicht nur, dass das abartige Schussverhalten - dass es Euren Gegnern erlaubt, zuweilen ein ganzes Magazin einzustecken – wieder mit von der Partie ist, nein, es kommen noch arge technische Mängel hinzu. Wieso schießen denn sonst Soldaten durch die Gegend, obwohl uns niemand sehen kann und auch wir niemanden sehen?

Warum scheinen manche Feinde wie ein einziger Popup vor unserer Nase aufzutauchen? Und warum zur Hölle lassen sich diese gottverdammten Türen so beschissen öffnen? Fragen über Fragen liebe Leser!

Während in mir die leise Hoffnung ruhte, es würde nach dem versemmelten Anfang vielleicht besser kommen, bewegte sich der Ladebalken wieder einmal viel zu langsam bis zum Limit. Eine Verfolgungsjagd steht an, wir putzen die Gegner von der Ladefläche mit dem weg, was wir haben. „Haha, nimm das du gescheitertes KI-Experiment!“ gröhlen wir dem in ruhiger Haltung verwesenden Deppen noch zu, bevor wir dem Kollegen ein drittes Nasenloch verpassen. Eine Aktion, für die wir umgehend bestraft werden: Der Screen friert ein, eine Fehlermeldung blinkt freundlich auf und das Spiel stürzt ab.

Mehr Bugs als in Starship Troopers...

Greift der nervige Jugendschutz nun auch bei Erwachsenen ein? Ach halt, das war ja schon immer so! Das Game ist natürlich buggy ohne Ende, mein Fehler. Also wenn ich zwei Dinge hasse, dann sind es schlechte Spiele und kuriose Abstürze – Red Veil bietet mir sogar beides, nett! Mit knirschenden Zähnen startete ich das Spiel neu und versuchte, den Vorfall zu verdrängen – es sollten noch einige Abstürze kommen. Angesichts der extremen Mängel spielte ich behutsam weiter, entledigte mich einem ganzen Pott hirnloser Landsmänner, hatte für die schlechten Cutscenes nur einen kurzen Abstecher in die Nase übrig und gelangte schon bald an eine Mission, die in ihrer Erbärmlichkeit eines eigenen Denkmals bedarf.

Bereits nach recht kurzer Zeit finden wir nämlich unseren achso geliebten Ehemann, der von den freundlichen Entführern wahrscheinlich einen Schlag zuviel aufs Maul bekommen hat und nun kriecht wie ein gebrechlicher Besoffener. Keine Frage, für die Liebe tun wir alles und schleppen selbst den langsamsten Lahmarsch durch eine unendlich lang erscheinende Mission.

Die Wahrheit: Am Liebsten hätte ich dem nervenden Bastard einen Kopfschuss gegeben. Ihr merkt schon an meinem entfesselten Unmut, dass mir diese Mission ganz und gar nicht gefallen hat. Und irgendwie kann man es sogar schlecht beschreiben, man muss es selbst gespielt haben.

Fakt ist, dass ich diesen viel zu langsamen Polygonhaufen Dummheit locker eine dreiviertel Stunde lang mit mir herumgeschleppt habe, bis er wieder einigermaßen aufrecht gehen konnte. Vorher wurden Fluchtversuche mit plötzlich auftauchenden Feinden bestraft. Stirbt Gleb, ist auch die Mission vorbei. Nur gut, dass der Affe ja mal gar nichts aushält. Später wissen wir, warum dieser Auftrag so elendig lang gesteckt wurde. Obwohl Red Veil wegen der zuweilen Kugel-immun erscheinenden Gegner und deren überraschenden Teleportationskünsten recht schwierig ist, haben wir uns in etwas mehr als drei Stunden durch die einlagige „Handlung“ des Spiels gekämpft.

Das Ende ist nicht nur unbefriedigend, sondern auch noch kurz und vorschulmäßig inszeniert. Obwohl optisch etwas nachgebessert wurde – die Packung wirbt groß und breit mit der HDR-Technologie – gibt sich Red Veil dennoch alles andere als aktuell.

Die Innenräume sind größtenteils unspektakulär, Außenareale gar ein schlechter Scherz – vor allem bei der ungemein spannenden Verfolgungsjagd. Und obwohl wir von einem Produkt, dessen Geschichte im Russland der 50er Jahre spielt, eine gewisse Tristesse erwarten, kann es nicht sein, dass Tapeten und viele Texturen so siffig verwaschen aussehen, als ob sich der Pinkelprinz auf ihr entledigt hätte. Wenigstens wurde in Bezug auf die Performance etwas getan, da Teil eins leistungstechnisch extrem mit sich selbst zu kämpfen hatte. Beim Sound scheinen alle Vögel verflogen: Miese englische – wtf!? - Sprecher würgen sich im Stakkato zum müden Soundtrack und billigen Effekten die Vokale aus den virtuellen Rippen, any questions? Vom überflüssigen Mehrspielermodus reden wir gar nicht erst, außer Deathmatch und Team-Deathmatch wird sowieso nichts geboten.

Fazit

Au Backe, das sitzt tief in der Magengrube eines verwöhnten Spielers. 20 Euro sind definitiv zuviel für Red Veil! ich gehe sogar soweit zu sagen, dass für einen mickrigen Einzelspielermodus und eine Multiplayeroption, deren Sinn mir bisher verborgen blieb, selbst geschenkt noch zu teuer ist. In Zeiten wie diesen sind Spiele wie Stalin Subway 2: Red Veil schlichtweg überflüssig. Oder möchte man seine Standards nur aus dem Grund zurückschrauben, weil man nicht viel Geld hat? Lieber noch länger sparen und dann wenigstens ein richtiges Spiel kaufen und kein Fortgeschrittenen-Training für angehende Choleriker. Denn soviel geballten Müll auf einer DVD sieht man nur selten!

The Stalin Subway: Red Veil [PC , looki.de]

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