Gesamtwertung39 %/10 |
GrafikAusreichend SoundUngenügend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegMangelhaft |
BedienungAusreichend |
"The Westerner 2 schickt dich in die staubige Wüste des Wilden Westens, wo du Fenimore Fillmore und seine bezaubernde Freundin Rhiannon bei der Jagd nach einem sagenumwobenen Schatz begleitest. Liefere dir in einem cineastisch anmutenden Meisterwerk aufregende Showdowns mit fiesen Banditen, überliste giftige Schlangen oder knacke in diesem einzigartigen Adventure fesselnde Rätsel."
Zugegeben, die Versprechungen auf der Rückseite des Sequels zum bemerkenswerten Genrebeitrag The Westerner 2 klingen verlockend. Und natürlich lassen wir uns auch gerne von reißerischen Texten berieseln, wenn denn die Qualität des Gesamtproduktes mithalten kann. Aber nach etwas mehr als vier Stunden wissen wir: Dieser Nachfolger ist mies, ganz mies sogar.
Und dabei wissen wir gar nicht, wo wir anfangen sollen, denn Baustellen gibt es in The Westerner 2 reichlich: Fangen wir dabei mit dem nichtssagenden Intro an, in dem so gar nichts "cineastisch" ist und die Schnittübergänge teils richtig amateurhaft wirken?
Lasst es uns versuchen: Nach den Geschehnissen des ersten Teils sind die dank optischen Stilwechsel sichtlich reiferen Helden, der Cowboy Fenimore Fillmore und seine attraktive, aber toughe Freundin Rhiannon, auf einem Spazierritt durch die Wüste unterwegs. Plötzlich stoßen sie auf einen verletzten Kerl, der schleunigst unsere Hilfe benötigt. Fenimore macht sich auf die Suche nach den Verantwortlichen und somit erledigen wir unsere ersten Schritte mit Rhiannon. Und schon direkt bei diesem Einstieg wären wir fast abgenickt. Gut, die Wüste ist trostlos, aber so trostlos wie hier, so optisch abstoßend, widerlich langweilig kann es doch nun wirklich nicht sein. Man könnte meinen, den Machern sei bereits hier die Lust an der Arbeit vergangen. Gut, Überblende: Mittels Kräuter helfen wir dem armen Kerl auf die Beine.
Doch bevor wir uns versehen können, kommen einige blasse Bösewichte angaloppiert, schießen den zurückgekehrten Fenimore an, nehmen Rhiannon gefangen und wir befinden uns in einem kleinen Häuschen. Wir sind gefangen - also nix wie raus hier! Und in dieser Szene fallen die ersten gravierenden Steuerungsdefizite auf. The Westerner 2 wurde komplett dreidimensional gehalten, wird aber dennoch einzig und allein mit der Maus gesteuert. Vorteil: Uns fällt keiner ein. Nachteil: Die Wegfindung ist mitunter grausig und Rhiannon läuft Stellen an, auf die wir gar nichts geklickt haben.
Und das immer und immer wieder. Noch schlimmer allerdings die "Betrachtungsfunktion" - zur Erklärung: Interaktive Spots können sowohl betrachtet und natürlich benutzt werden. Schaut Ihr Euch Gegenstände an, wechselt das Spiel in eine First-Person-Ansicht, in der Ihr Euch aber nur im begrenzten Maße drehen könnt. Zu allem Übel variiert diese Ansicht, je nachdem wie Ihr gerade vor dem zu betrachtenden Objekt - nicht zu verwechseln mit untersuchen, denn das könnt Ihr hier nicht - platziert seid.
Durch diesen Fauxpas kommen Euch nicht nur an manchen Stellen greifbare Objekte gar nicht erst ins Blickfeld, nein, man könnte die Maus auch direkt aus dem Fenster schleudern, weil Rhiannon mit Sicherheit wieder nicht so vor dem Spot steht, wie man sie eigentlich dorthin dirigiert hat. Dieses Problem ist auch für einen Redakteur äußerst schwierig zu beschreiben, man muss es selbst gespielt haben - oder besser doch nicht.
Eine Hotspot-Funktion gibt es in The Westerner 2 übrigens nicht: Wohl aus dem Grund, da man seitens der Verantwortlichen gemerkt hat, dass der Titel extrem kurz ist. Aber keine Angst: Mit vielen Hotspots werdet Ihr es auf einem Screen nie zu tun haben. Vielmehr beschränkt sich das Spiel auf das wirklich Wesentliche - ein paar falsche Fährten wären uns diesbezüglich aber dennoch lieber gewesen, denn so "rätselt" man sich - etwas logischen Menschenverstand vorausgesetzt - wie im Schlaf durch die gerade einmal acht Abschnitte, von denen gerade der letzte eigentlich auch aus der Rechnung gestrichen werden kann. Absolut lächerlich und es riecht nach Wucher, hierfür knapp 40,- Euro zu bezahlen.
Apropos lächerlich: An drei Stellen des Spiels werden Eure Schießkünste gefordert. Hierfür steuert Ihr Fenimore Fillmore über drei "Felder", die teilweise ein Schachbrett-ähnliches Muster in Texturform aufweisen. In der Third-Person-Ansicht lenkt Ihr hier den Recken von Deckung zu Deckung, zieht Euren Kopf ein und schickt fiese Schergen mit der rechten Maustaste ins Jenseits. Das ist so bescheuert wie es sich anhört und in Sachen Bedienung einer waschechten Jahrhundertkatastrophe gleichzusetzen.
Hier hapert es an allen Ecken und Enden. Fenimore reagiert entweder gar nicht oder viel zu spät auf unsere Befehle, läuft zu Punkten, die wir Ihm gewiss nicht zugewiesen haben und auch die Kameraführung und die absolut ungenaue Kollisionsabfrage sorgen schnell dafür, dass sich unser Held die Radieschen von unten ansehen und den Abschnitt mit genau denselben Mängeln nochmals versuchen darf.
Das einzigen Dinge, die The Westerner 2 mit seinem tollen Vorgänger gemeinsam hat, sind der Name und die beiden Protagonisten, die allerdings keinen Sympathiepreis gewinnen - nicht, weil sie böse Absichten verfolgen, sondern weil sie so eindimensional und stereotyp sind, wie es Abziehbilder nur sein können.
Fenimore versucht einen harten Cowboy zu mimen, dem man ihm zu keiner Zeit abnimmt. Zum Schreien komisch wird es, als Fenimore im Glauben, Rhiannon wäre bei einer Minenexplosion ums Leben gekommen, mit zugekniffenen Augen und schiefem Mund eine Hütte voller Räuber stürmt.
Hinzu gesellen sich Abstürze, flackernde Texturen und Schatten, Logiklöcher - Wasser, Rostentferner und Öl ergeben nicht unbedingt die Art Seife, die man für die Reinigung eines dreckigen Hemds benötigt - und Geschmacklosigkeiten: Um einem Pferd etwa einen Sattel aufzusetzen, hiefen wir mittels Seil seinen toten Besitzer aus dem Grab und hängen ihn später als Vogelscheuche auf (!). Lustig... NICHT. Genauso wenig wie der Titel an sich. Nicht einmal die deutschen Sprecher können voll überzeugen, am schlimmsten hat es aber ausgerechnet Fenimore und Rhiannon getroffen.
Eine kleine Geschichte ganz am Ende: Das Spiel haben wir übrigens nicht gewonnen, weil wir am Ende den Friedhof von den Bösewichtern gesäubert haben. Stattdessen sind wir irgendwie in ein unsichtbares Loch gefallen, welches uns die Stage sofort als geschafft angerechnet hat. Super, so spart man sich die Arbeit!
So so, jetzt weiß ich endlich, warum The Westerner 2 ewig nicht aus der Versenkung gelassen wurde... oder eigentlich auch nicht, vielmehr stelle ich mir die Frage was die Herren Entwickler bei den ganzen Verschiebungen, die der Titel hinter sich hat, eigentlich getrieben haben? Die zusätzliche Zeit zum Kaffee trinken genutzt? Meine Güte, was war das schlecht: Rätsel, die ein Anfänger gestaltet zu haben scheint, platte Dialoge, sinn- und spaßfreie Ballereien und ein magerer Umfang von gerade einmal vier Stunden. Was bin ich froh, für Rezensionsmuster kein Geld ausgeben zu müssen - denn mit knapp 40,- Euro Kaufpreis ist The Westerner 2 nun mal kein Pappenstiel.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
The Westerner 2 im Test.
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