Gesamtwertung77%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Umso mehr freute ich mich darauf, das bereits im Vorfeld von der Presse hoch gelobte The Westerner in den Händen zu halten und dann in der Welt des Wilden Westen mit meinem Charme und den Pistolen zu versinken.
Die Rätsel sind derart logisch zu erklären, dass echte Adventurefans The Westerner an einem Tag komplett durchspielen können, ohne auf die Hilfe von Komplettlösungen zurückzugreifen. Selten habe ich in einem Adventure, das bekanntlich von Rätseln lebt, die Lösung auf größere Teilaufgaben auf dem Silbertablett serviert bekommen. Man kaufe sich einfach mehrere Zeitungen beim örtlichen Händler und schon ist man im Besitz vieler wichtiger Informationen, damit man sein eigenes Hirn nicht mehr anzustrengen braucht.
Anfangs mag es eventuell noch lustig sein, das klapprige Pferd mit Möhren zu füttern, aber je länger das Spiel dauert, desto eher kommt einem der Gedanke hoch, sein Pferd ins Tierheim zu schicken und die Wegstrecke zu Fuß zurückzulegen.
Ein weiterer negativer Aspekt sind einige ich nenne sie mal KI Fehler Schnitzer im Spiel. Das gesamte Spiel ist sehr stark linear entwickelt worden und die Charaktere reagieren nicht auf die eigenen Lösungswege des Spielers. Ein kleines Beispiel gefällig?
Um an ein Autogramm des Sheriffs zu gelangen, benötigt man einen Füller sowie das Zertifikat des Sheriffs. Hat man beide Sachen beisammen, geht man zu der entsprechenden Person und übergibt ihm beide Materialien, damit er die Unterschrift des Sheriffs für uns fälschen kann. Dankend nehmen wir unser Dokument mit der gefälschten Unterschrift entgegen und beschließen daraufhin, ein Gespräch mit dieser Person anzufangen. Doch anders als gedacht habe ich nicht die Wahl etwas zu sagen, sondern der Charakter antwortet mir präzise, welche Materialien ich für eine Unterschrift benötige. Hallo? Haben wir das nicht bereits erledigt? Egal, dachten sich die Entwickler. Denn wer rechnet schon damit, dass man Schritt B vor Schritt A macht? Vielleicht dachten sich die Entwickler folgendes: Genauso logisch wie sämtliche Rätsel im Spiel, genauso logisch hat auch das Gehirn des Spielers zu funktionieren.
Gewöhnungsbedürftig ist auch die Steuerung im Spiel. Bei der so genannten Point & Click Steuerung der nächsten Generation werdet ihr komplett auf die Tastatur verzichten müssen. In einer 3D Umgebung könnt ihr dann mit eurer Maus den Helden Fenimore Fillmore steuern, was jedoch zur Folge hat, dass oftmals kleinere Dinge einfach übersehen werden oder gar durch andere Gegenstände verdeckt sind. Somit ist man in einigen Fällen damit beschäftigt, lange Zeit nach einem Gegenstand zu suchen, obwohl der Aufenthaltsort bekannt ist.
The Westerner ist ein grafisch sehr ansprechendes Spiel, das auch im Sound absolut zu überzeugen weiß. Wurde das Adventure Genre teilweise von uns Spielern aufgrund zu kniffliger Rätsel tot geschrieben, so hat man bei The Westerner versucht, dieses wieder zum Leben zu erwecken. Als Grundstock für den Erfolg bediente man sich an eher logischen und weniger schwierigen Rätseln sowie einer Portion Humor. Verpackt in einer optisch ansprechenden Grafik, den sehr guten Animationen sowie erstklassiger Synchronisation verspricht The Westerner auf den ersten Blick, das Genre neu aufleben zu lassen. Doch aufgrund fehlender Liebe zum Detail wiederholende Animationen, sinnlose Gespräche da die Aufgaben bereits erfüllt wurden und einem nervigen sowie zeitintensiven Füttern seines 1-PS Hafermotor mit Möhren geht einem der Spaß am Spiel ein wenig verloren.
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