Gesamtwertung82%/10 |
GrafikSehr gut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Looki Diskussionsrunde: moralische Entscheidungen
Aus dem Osten kommen mehr und mehr Spiele, die großes Potential besitzen. Nach dem uns aus Russland zunächst mit S.T.A.L.K.E.R. ein überaus ambitionierter Shooter vor einigen Jahren angekündigt wurde, verschob sich dieser jedoch um einige Jahre, sodass erst in diesem Jahr das finale Produkt in unsere Hemisphären gelangte und trotz aller Widrigkeiten zu überzeugen wusste. Ähnlich sah es bei dem Rollenspiel The Witcher aus. Der vom polnischen Studio CD Project entwickelte Titel, wurde ebenfalls oft verschoben, und steht nun endlich in den Händlerregalen, um gegen die Genrereferenz The Elder Scrolls IV: Oblivion und das aufgrund zahlreicher Bugs weniger erfolgreiche, aber dennoch einen gewissen Nimbus besitzende Gothic 3 anzutreten. Ob das Potential vorhanden ist?
Neues vom Hexer
Ihr schlüpft in The Witcher in die Haut des Geralt von Riva. Dieser tötet zwar keine bösen Drachen, in deren Blut er badet, um Unsterblichkeit zu erlangen. Doch Monster jedweder Art jagt er von Berufswegen.
Da kommt es doch nur gelegen, dass unser stattlicher Recke durch gute Gene und noch bessere Technologien zum Über-Helden gemacht wird und gegen die Ausgeburt der Hölle antritt. Eben ein absoluter Sympathieträger. Doch für unseren Helden sieht es zu Beginn des Spiels gar nicht mal so rosig aus, wie wir es uns vielleicht wünschen würden. Denn kaum habt ihr euch das fulminante Intro zu Ende angeschaut, werdet ihr in eine für Geralt vertrackte Situation geworfen.
Der Gute befindet sich, gezeichnet vom Kampf und mit einer Amnesie geschlagen, auf dem Weg zur Hexer-Burg. Doch statt sich zu erholen und die Wunden versorgen zu lassen, bricht urplötzlich das Chaos über ihm herein und das Böse in Person eines Mannes mit dem Pseudonym Der Professor, versucht in Kooperation mit diversen Landes-Magiern und Monsterhorden, eure Burg dem Erdboden gleich zu machen.
Vorher will er jedoch an das Laboratorium mit seinem großen und für euch lebensnotwendigen Schatz, den Mutagenen!
Da ihr auf diesen Angriff nicht vorbereitet seid, kann sich euer Widersacher den Schatz zueigen machen. Nun liegt es also an Euch, das Böse aufzuhalten und eure Mutagene wieder zu erlangen. Bei einer ungefähren Spielzeit von etwa 60-90 Stunden kein kurzes Zuckerschlecken.
Spannung, Spaß und schöne Frauen
Woran hapert es bei vielen Spielen heutzutage? Ist es die Grafik? Vielleicht. Oder das Gameplay? Mit Sicherheit auch. Doch bei dem Gros der Spiele, denen top Wertungen verwehrt werden, mangelt es an einer ganz anderen Stelle: Der Story. Diese spielt oftmals eine untergeordnete oder gar keine Rolle.
Bei The Witcher sieht es hingegen ganz anders aus. Denn hier haben sich die Schreiberlinge mächtig ins Zeug gelegt.
Die Geschichte ist unglaublich vielschichtig und kann mit zahlreichen Wendungen aufwarten. Besonders gefallen hat uns die facettenreiche Gestaltung der einzelnen Charaktere. Bringen andere Titel lediglich ein Gut und ein Böse ins Spiel, arbeiten die Verantwortlichen hinter The Witcher mit zahlreichen Nuancen, sodass es kein klassisches schlecht ist nur schlecht und gut ist immer gut, gibt.
Auch an euer Gewissen wird oft appelliert. Manche Situation kann eben nur gelöst werden, wenn auch der edle Recke wenig edle Dinge tut. So haben eure Handlungen sowohl Auswirkungen auf das momentane Spielgeschehen, als auch auf den späteren Spielverlauf. Denn in The Witcher entwickel ist nichts statisch, alle Bewohner folgen ihrem Tagesablauf und werden beeinflusst von ihrer Umwelt. So gehen sie ihrer Arbeit nach, legen sich schlafen und treffen sich in ihrer freien Zeit, um Informationen auszutauschen oder einfach nur zu plaudern und die Zeit zu vergessen.
Denn während ihr in den meisten anderen Rollenspielen eine Welt mit blühenden Landschaften und fröhlichen Menschen vorfindet, sieht es in der Welt des Hexers vollkommen anders aus. Die Welt, in der ihr euch befindet, ist gezeichnet durch Krieg, Leid, Trauer, Vergehen und Entstehen. Jeder ist sich hier selbst der Nächste und versucht sich durch zu kämpfen. Intrigen und Ränkespiele sind da ebenso an der Tagesordnung wie Diebstähle und Überfälle. So wundert es auch nicht, dass die Elfen in Slums leben und nicht fröhlich durch bunte Wälder flattern. Es ist eben alles ein wenig anders in der Welt von The Witcher.
Und doch gibt es Mankos
Auch wenn wir ob der Story und der lebendigen und glaubhaften Welt voll des Lobes sind, gibt es dennoch zwei Aspekte, die störend aufgefallen sind. Denn trotz der Tatsache, dass bereits geladene Levelbereiche sich im Speicher befinden, muss das Spiel häufig nachladen. Dies geschieht jedesmal dann, wenn ihr ein Gebäude betretet oder verlasst. Dass dies auch anders geht, bewies schon Neverwinter Nights. Die Ladezeiten sind zwar allesamt nicht enorm lang, stören aber dennoch den Spielablauf.
Ein weiteres Problem sind die unsichtbaren Grenzen, an die ihr auf eurer Reise stoßt. Gewisse Bereiche, die eigentlich begehbar sein müssten, werden durch unsichtbare Wände verschlossen.
Ich hab da mal ne Quest!
Gelungen sind hingegen die Haupt- und Nebenquests des Spies. Diese sind vielfältig in ihrer Art, können unterschiedlich gelöst werden, da wie bereits erwähnt euer Handeln ja einen Einfluss auf das Geschehen hat, und besitzen sogar mehrere Handlungsstränge, die simultan zur eigentlichen Geschichte verlaufen. Oftmals haben wir uns ertappt, dass wir gebannt eine Quest verfolgten, die sich über mehrere Tage zog und unglaublich spannend verpackt wurde, sodass es beinahe schon schade war, wenn die Aufgabe gelöst wurde. Doch keine Sorge: Die Verantwortlichen haben wirklich jede Quest interessant und unterhaltsam gestaltet. Im Quest-Journal sind alle Aufgaben verzeichnet, sodass ihr stets im Blickfeld habt, was als Nächstes ansteht. Auf der Karte können diese zudem vermerkt werden, was eine weitere Orientierungshilfe ist. Ohne Karte wäret ihr in der großen und komplexen Welt bereits nach wenigen Spielminuten aufgeschmissen.
Make love not war!
Besonders gelungen ist auch das Kampfsystem. Während eurer in Echtzeit ausgetragenen Kämpfe könnt ihr jederzeit mit einem Druck auf die Leertaste das Spiel anhalten. Doch nicht nur mit dem Schwert wird den Monstern auf den Leib gerückt. Auch Magie ist mit im Spiel. Während des Spielverlaufs wird Geralt immer stärker und auch seine Magie wird bedeutend mächtiger. Um zaubern zu können, bedarf es natürlich immer neuerer und effektiverer Spells. Diese müsst ihr natürlich erlernen. Dabei könnt ihr wahlweise experimentieren, was allerdings auch ordentlich daneben gehen kann und durchaus schon mal zu einer stärkeren Vergiftung eures Alter Egos führt. Oder aber ihr sucht nach Zauberbüchern, die euch helfen, den richtigen Trank zu brauen. Die einzelnen Items wandern in das Inventar, welches leider recht chaotisch und umständlich ausgefallen ist. Wen das stört, der kann seine Waren auch bei Händlern und vor Gasthäusern in Truhen deponieren.
Die Schwertkämpfe, mit denen sich Geralt die Monsterhorden vom Leib hält, basieren auf gut getimten Angriffen, die auf einem Skill-System basieren.
Wenn ihr einen kräftigen Schlag vollführt, gibt euch das Spiel zum richtigen Timing einen Hinweis, indem der Cursor kurz aufleuchtet. Schlagt ihr im richtigen Moment zu, führt Geralt eine Combo aus. Mit einem Finishing-Move schickt ihr eure Gegner dann endgültig ins Reich der Toten.
Wie es sich für einen richtigen Helden gehört, bestreitet ihr eure Auseinandersetzungen natürlich nicht nur mit eurem stilechten Silberschwert, welches ihr neben eurem gängigen Schwert mit euch führt. Auch diverse andere Waffen, stehen euch nach und nach zur Verfügung. Dabei haben sie alle ihre unterschiedlichen Stärken und Schwächen. So müsst ihr stets im Auge behalten, welche Waffe sich bei welcher Art von Gegner am besten einsetzen lässt. Angreifen könnt ihr in insgesamt drei unterschiedlichen Arten, als da wären der starke Angriff, der schnelle Angriff und ein Gruppenangriff.
Das Charaktersystem funktioniert ein wenig anders, als ihr es vielleicht aus vergleichbaren Titeln her kennt. Habt ihr eine gewisse Anzahl an Gegnern eliminiert und Quests erfolgreich absolviert, bekommt ihr Erfahrungspunkte.
Die Erfahrungspunkte werden in die Fähigkeiten investiert, um neue Optionen wie Combos zu ermöglichen.
Auch die Grafik-Designer haben ganze Arbeit geleistet. Denn nicht nur die Charaktere sind äußerst glaubwürdig animiert worden. Auch die unterschiedlichen Locations überzeugen dank unglaublichem Detailreichtum und immer Neuem zu entdecken. Dazu kommen die fließenden Tages-, und Nachtzyklen, die einfach nur grandios aussehen. Dabei wird das Geschehen durch zwei unterschiedliche Kameraperspektiven betrachtet. Wahlweise können eine Iso-Perspektive und eine Über-die-Schulter-Ansicht ausgewählt werden. Wir haben überwiegend mit der Isometrischen Ansicht gespielt, da es bei der Alternativen zu weniger Übersicht kam.
Gepatzt haben die Entwickler leider bei der Synchro. Die deutschen Untertitel zeigen zum Teil eklatante Übersetzungsfehler auf und kommen nicht immer passend zum Geschehen. Auch die eigentlichen Stimmen sind nicht wirklich gelungen. Dann doch lieber zur englischsprachigen Original-Fassung bei der Installation der DVD greifen!
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
The Witcher im Test.
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