Gesamtwertung74%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Kennt Ihr Thorgal ? Das ist eine in Frankreich sehr beliebte Comicserie, die bereits aus mehreren Bänden besteht. Nun versucht der französische Entwickler Le Lombard mit der Versoftung Thorgal-Der Fluch des Odin an den Erfolg der Comic-Reihe anzuknüpfen. Ob dies gelingt, erfahrt ihr in unserem Test.
Story des Spiels
Thorgal ist eine vor allem in Frankreich sehr bekannte Comicsserie des Zeichners G. Rosinski, während das Drehbuch von Jan van Hamme, dem Originalautor von der Thorgal-Comics, geschrieben wurde. Wir schreiben das siebte Jahrhundert: während Ägir, der Gott des Meeres, mit seinem entfesselten Zorn die Länder des Nordens überzieht, versucht der tapfere Thorgal Ägirsson, ein liebender Ehemann und Vater, sich zu seiner Insel zurückzukämpfen, auf der er von seinen Lieben sehnsüchtig erwartet wird: von Aaricia, seiner Gemahlin, von seinem Sohn Jolan und seiner Tocher Louve.
Doch angesichts der zürnenden Gottheit, deren Wutausbrüche er schon mehr als ein Mal leidvoll erdulden musste, zieht Thorgal es vor, seinen Weg erst dann fortzusetzen, wenn die entfesselten Elemente zur Ruhe gekommen sind. Nur ein Dummkopf wäre unvernünftig genug, sie erneut herauszufordern. Thorgal, der in einem Winkingerdorf gastliche Aufnahme fand, muss zu seiner größten Verzweiflung feststellen, dass alle Straßen, die von Dorf wegführen, mit den schlimmsten Gefahren gepflastert sind. Hinter vorgehaltener Hand wird von einem Drachen und von einer Horde gnadenloser Plünderer gemunkelt. Während aus dem von Thor mit einem gewaltigen Blitzschlag gespaltenen Himmelsgewölbe die Fluten auf die Erde herniederstürzen, hängt Thorgal wieder bitteren Gedanken an seine Familie und an das Auf und Ab seines Schicksals nach, das ihm erneut die Trennung von den Seinen auferlegt.
In diesem Dorf begegnet Thorgal einem geheimnisvollen Greis: Noral. Dieser hält Thorgal einen magischen Spiegel vor, der ihm sein Schicksal verkündet... Die Vision ist schauerlich: Thorgal sieht, wie er seinen eigenen Sohn Jolan mit einem tödlichen Pfeil durchbohrt. Den Göttern und den Menschen trotzend, muss Thorgal den Gefahren die Stirn bieten und an die Grenzen von Raum und Zeit reisen, um die Seinen zu schützen und die Geheimnisse um diese schreckliche Vision zu lösen.
Der Spieler steuert den besorgten Vater und Ehemann Thorgal Aegisson, der versucht das drohende Unheil, nämlich den Tod seines Sohnes abzuwenden. Am Anfang des Spiels ist es jedoch durch den wütenden Sturm noch nicht möglich direkt nach Hause zu gelangen, weshalb unser Alter Ego sich erst einmal auf die andere Seite der Insel begeben muss, was nicht ungefährlich ist, da an jeder Ecke der Tod in Form von Drachen oder Ungeheuern lauert.
Jedoch weiß sich Thorgal zu helfen: mithilfe von Pfeil und Bogen wehrt er die Angreifer ab. Allerdings ist Thorgal Der Fluch des Odin kein Actionspiel, sondern ein reinrassiges Adventure, dass euch einiges an Grips abfordert, wobei Ihr für das Lösen der Rätsel nicht immer ein unbegrenztes Zeitlimit besitzt und so steht der Spieler hier und da auch schon einmal unter Zeitdruck. Auch ist man im Spiel seines virtuellen Lebens nicht immer sicher, denn es gibt Rätsel, bei denen man bei Misserfolg sogar sterben kann.
Die Geschichte führt unseren Helden an viele verschiedene Orte, wie z.B. Wikingerdörfer, Raumschiffe oder Räuberburgen, die von ihrer Gestaltung her abwechslungsreich sind. Beispielsweise erinnern die Raumschiffe mit ihrem spacigen Design zuweilen an alte Star Trek Folgen und die Wikingerdörfer stellen mit ihrem altertümlichen Äußeren dazu einen krassen Gegensatz dar.
Außerdem trifft Thorgal auf mehrere Gegner, die ihm ans Leder wollen. Aber einen Gegner mit einem frontalen Angriff zu überwältigen, gehört nicht zu Thorgals Strategien. Er zieht elegantere Lösungen vor, mit denen er versucht, den Gegner ins Leere laufen zu lassen und selbst siegreich aus den Kämpfen hervorzugehen.
Thorgal ist ein friedlicher Mensch und versucht zuerst die Komfrontationen friedlich zu lösen. Wenn es nicht gelingt, was natürlich immer der Fall ist, wie könnte es nur anders sein, dann muss sich der Spieler etwas einfallen lassen, was manchmal nicht gerade einfach ist und die grauen Zellen ganz schön beansprucht.
Die Steuerung des Spiels ist sehr einfach und intuitiv. Gespielt wird zu 100 % mit der Maus, eine Tastatur ist nur nötig, wenn man Zwischen- oder Anfangssequenzen überspringen will. Ein Beweis für die simple Steuerung ist das relativ einfach zu bedienende Inventar, das man mit Rechtsklick aufruft, wenn man vorher ein Objekt aufgesammelt hat. Übrigens auch nur mit einem Klick ! Eben wie bei einem klassischen Adventure !
Die Rätsel in Thorgal - Der Fluch des Odin sind insgesamt gesehen nicht allzu schwer, und rufen nur selten Denksperren hervor. Das heißt, die Rätsel sind sehr logisch und mit gesundem menschlichem Verstand leicht zu lösen. Beispielsweise müsst Ihr, um einen Burgturm zu erklimmen, euch vorher ein Seil und einen Enterhaken besorgen, und diese ganz einfach per Inventar kombinieren.
Die meisten Gegenstände liegen einfach in der Gegend herum, andere müsst Ihr euch durch kleinere Geschicklichkeitsproben, wie z.B. Messerwerfen erarbeiten. Jedoch sind die Rätsel stellenweise zu einfach geraten, was natürlich die Langzeitmotivation nicht in die Höhe schraubt, da man das Spiel einfach zu schnell durchgespielt hat. Weiterhin ist es sehr nervig, wenn man bei einem Rätsel ums Leben kommt und das Spiel neu laden will, denn das Spiel stürzt beim Laden eines Spielstandes sehr oft ab. Hier hilft entweder ein Spielneustart oder sogar ein komplettes Rebooten des Computers. Das schlägt mit der Zeit sehr auf die Geduld. Grafisch solltet Ihr von Thorgal nicht allzu viel erwarten, denn die dreidimensionalen Figuren sind äußerst detailarm und besitzen nur wenige Animationen. Weiterhin treten sehr oft unschöne Grafikfehler auf, wie z.B. Gliedmaßen oder sogar ganze Figuren, die einfach verschwinden.
Allerdings können die statischen Hintergründe durchaus überzeugen, da sie mit viel Liebe zum Detail gezeichnet wurden und sehr naturgetreu wirken. Ob verlassene Wälder, mittelalterliche Ritterburgen oder verträumte Insellandschaften: alles sieht sehr realistisch, aber dennoch farbenreich aus.
Bei der Soundausgabe gibt es nicht viel zu bemängeln, denn die Musik passt ins Wikingerszenario und ist sehr stimmig. Jedoch ist es schade, dass das Spiel als deutsche Version verkauft wird, die Synchronisation der Akteure aber englischsprachig ist und der Käufer nicht einmal auf der Verpackung darauf hingewiesen wird.
Lediglich die Untertitel sind in Deutsch, was nicht so schlimm wäre, wenn man beim Lesen auch mit der Geschwindigkeit der Synchronisation hinterher kommen würde.
Thorgal - Der Fluch des Odin im Test.
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