Tiger Woods PGA Tour 2004

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
EA Sports
Erscheinungsdatum
-
Genre
Sport
USK
-
Tiger Woods PGA Tour 2004 [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

88%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Tiger Woods PGA Tour 2004

Nach dem langjährigen Links-Regime im Genre der Golf-Spiele kam es letztes Jahr zur Überraschung, EA Sports neuester Jahrgang Tiger Woods PGA Tour 2003 schnitt in unserem Test im direkten Vergleich um einiges besser ab als Links 2003 und kassierte satte 87% mit dem heiß begehrten Justgamers-Award. Doch damit das nicht zum einmaligen Ereignis verkümmert, hat EA Sports dem neuesten Tiger Woods-Teil einige Neuerungen eingeimpft. Die Anzahl der Kurse wurde von acht auf 18 erhöht und umfasst nun auch Fantasie-Kurse wie „The Predator“, der an einen aufgeblähten, sehr herausfordernden Mini-Golf-Kurs erinnert. Neben solchen Fantasie-Kursen darf natürlich auch weiterhin auf bekanntere „Greens“ wie dem Bay Hill Club oder dem Poppy Hills Kurs abgeschlagen werden.

Ihr könnt Euch wie im Vorgänger für einen von 16 Originalen-Profi-Golfern, wie beispielsweise Tiger Woods, Adam Scott oder John Daly entscheiden, oder für den Karriere-Modus euren eigenen Golf-Recken kreieren. Dieser kann äußerlich je nach Gusto präpariert werden, etwa mit Vollbart, Sonnenbrille, Bierbauch, Tattoos oder ähnlichen. Euren selbst erstellten Golfer könnt Ihr dann an Turnieren, 1on1s oder Groß-Ereignisse teilnehmen lassen, bei denen Ihr schnell zu Geld kommt und dieses dann in eine von fünf Talenten, wie das Putten oder Power-Schläge, investieren könnt. Doch auch neue Ausrüstung gibt es nicht umsonst und kann mittels Preisgeld gekauft werden. Der Karriere-Modus von Tiger Woods PGA Tour 2004 besitzt einen unheimlichen Suchtfaktor, da der Golfer recht schnell ans Herz wächst und von kleineren Nischen-Turnieren schnell zu großen Golfer-Events getrieben werden will.

Tiger Woods 2004 ist ein Paradoxon unter den EA Sports-Titeln, die bisher gemein hatten, dass sie sich primär vor allem grafisch verbesserten. Nicht so bei Tiger Woods PGA Tour 2004, das Spiel hat sich grafisch nur unwesentlich bis gar nicht verändert, was vor allem bei der etwas steif und undetailliert wirkenden Landschaft auffällt. Zuschauer bestehen zudem noch immer aus lieblos hin geklatschten Bitmaps – ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

Mehr als ordentlich sind hingegen noch immer die Animationen der Spieler, deren Gemütslage von himmelhoch jauchzend bis zu Tode getrübt reicht und äußerst authentisch umgesetzt wurde. Das reicht noch für ein knappes „gut“ im Bereich Grafik, sollte bis nächstes Jahr von EA Sports allerdings aufgebessert werden.

Die komplette Sprachausgabe in Tiger Woods PGA Tour 2004 ist, wie schon im Vorgänger, in englisch gehalten, womit das Kommentatoren-Duo für deutsche Spieler oft unverständliches Zeug brabbeln dürften. Das ist manchmal auch gar nicht schlecht, da sich viele Sprüche von David Feherty und Gary McCord wiederholen oder oft gar nicht in den spielerischen Kontext passen. Trotzdem sind die Kommentatoren wahrlich kein Kritikpunkt, da viele Sprüche das Spielgeschehen auflockern und für vereinzelte Schmunzler sorgen. In den, wieder einmal, äußerst übersichtlich gehaltenen Menüs ertönt meist eine dezent unaufmerksame „Dudel-Musik“ die angenehm entspannend ist.

In punkto Steuerung gibt es an Tiger Woods PGA Tour 2004 wahrlich nichts auszusetzen. Neben den aus der Links-Reihe bekannten Zwei- und Drei-Klick Steuervarianten ist auch wieder der True-Swing mit der von der Partie, bei dem die Maus „akrobatisch“ erst nach hinten und dann abrupt nach vorne „gedrückt“ werden muss. Das sieht, beim Zuschauen, unfreiwillig komisch aus, vermittelt aber ein wenig „Golf-Feeling“ und ist wesentlich einfacher zu handhaben.

Das neuste Golf-Spiel aus dem Hause EA kann sowohl via Internet als auch LAN gespielt werden. Das Online-Spielen wird allerdings aufgrund der neuen EA Sports-Online-Philosophie nach zwei Monaten kostenfällig und darf nur mit bis zu vier Mitstreitern gespielt werden. Wesentlich mehr Spaß bereitet da der mit bis zu acht Leuten spielbare LAN-Modus. Als Geheimtipp erwies sich der mit vier Freunden spielbare Hot-Seat-Modus an einem PC, der immer wieder zum Einlochen auf den schönsten „Greens“ dieser Welt einlädt und mehr als nur ein „paar Minütchen“ fesseln kann.

Fazit

Letztes Jahr überrumpelte mich Tiger Woods PGA Tour 2003 mit einer langen, breiten Feature-Liste und einigen Neuerungen gegenüber den Vorgängern, das reichte überraschend locker für den Genre-Thron – vor Links 2003. Der Nachfolger Tiger Woods PGA Tour 2004 ändert im Vergleich zur Vorgängerversion nicht all zu viel, baut aber die wichtigsten Komponenten, wie etwa den Karriere-Modus, gekonnt aus. Grafisch nagt langsam aber sicher der „Zahn der Zeit“ an Tiger Woods PGA Tour 2004, was unter anderen ein Grund dafür ist, warum der neuste Spross keine 90% kassiert. Auch kleinere Ungereimtheiten bei der Ballphysik, die bei der Links-Reihe noch immer realistischer ausfällt, sind geblieben, was aber aufgrund des hohen Suchtfaktors und den vielen, vielen Möglichkeiten nicht wirklich ins Gewicht fällt. Tiger Woods PGA Tour 2004 ist zwar alles in allem nicht so revolutionär wie sein Vorgänger, macht jedoch genauso viel Spaß und erweitert wichtige Spiel-Elemente um einige Nuancen. Selbst Nicht-Golf-Fans sollten bedenkenlos zugreifen und Tiger Woods, trotz des hohen Preises, eine Chance geben, es lohnt sich!

Tiger Woods PGA Tour 2004 [PC , Justgamers]

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