Gesamtwertung69%/10 |
GrafikBefriedigend SoundAusreichend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegAusreichend |
BedienungMangelhaft |
Und bei Gott, das tut sie wirklich! Ohne jetzt zuviel vorweg zu nehmen, aber 'Tomb Raider - Angel of Darkness' ist nicht die Offenbarung, die es hätte werden sollen. Obwohl Core Design seiner Heldin eine Schönheitspause von einem Jahr verschaffte und diese Pause dann kurzerhand noch einmal von November 2002 auf Juli 2003 verlängert wurde, hat sich erstaunlich wenig im Vergleich zu den Vorgängern getan.
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Die Story ist relativ schnell erzählt. Lara besucht ihren ehemaligen besten Freund und Mentor Werner von Croy in Paris. Als es zu Handgreiflichkeiten zwischen den beiden kommt und Werner eine Waffe zieht, geht kurz das Licht aus und ein Schuss fällt. Werner sinkt erschossen in Laras Arme, die Waffe fällt auf den Boden. Wer hat Werner getötet? War es das 'Pariser Monster', das von der Polizei bereits für mehrere Morde verantwortlich gemacht wird? Oder war es Lara selbst, die im Affekt die Waffe gegen ihren ehemaligen Lehrmeister gerichtet hat? Fakt ist, dass Lara auf der Flucht vom Tatort von der Polizei bemerkt und fortan verfolgt wird. Bereits im Tutorial müsst Ihr Lara dabei helfen, über den Dächern von Paris einem Polizeihelikopter zu entkommen. Nur Minuten später entpuppt sich ein verfallenes Wohnhaus als potentielle Todesfalle für die Archäologin, da die Polizei durch den Einsatz von Giftgas Lara den Atem raubt. Ja, es geht gleich deftig los im Spiel - besonders deswegen, weil ihr gleich in den ersten beiden Abschnitten unter mehr oder weniger starken Zeitdruck steht, sei es durch den schnellen Heli oder das langsam ansteigende Gas Das an sich wäre ja nicht schlimm. Eine gesunde Portion Stress hat noch niemandem geschadet.
An anderer Stelle passiert es gerne mal, dass Lara an einer Regenrinne oder auf eine Kiste partout nicht raufklettern will und sie mal eben schlicht und einfach den Druck auf die Aktionstaste freudig ignoriert. Zudem kommen noch stellenweise äußerst nervige, feste Kameraperspektiven wie in Alone in the Dark 4, die die nervige Steuerung nicht wirklich erträglich machen - im Gegenteil! Hier hätten die Entwickler lieber auf die bewährte 'mobile' Verfolgeransicht setzen sollen, die leider im Gegensatz zu den Vorgängern nicht mehr wirklich dominiert!
Hinzu kommen teils äußerst schauerliche Grafikfehler. So sieht Café-Inhaber Pierre in der ungepatchten Verkaufsversion aus wie das Phantom der Oper nach einem Tête-á-tête im Küchenmixer. Erst mit dem ersten Patch bekommt der mürrische Franzose ein baruchbares Gesicht verpasst! Und das ist leider nur einer der viele Grafik-Patzer. Besonders auf Systemen mit Radeon-Grafikkarten kann es zu argen Problemen kommen. Hier muss Core Design schnellstens nachbessern, ansonsten wird sich der Angel of Darkness schnell die Flügel verbrennen!
Natürlich ist Lara nicht nur in Unterhaltungen verwickelt. So muss sie in bester Tomb Raider-Manier auch wieder klettern was das Zeug hält. Dank zahlreicher neuer Bewegungsmöglichkeiten wird Lara stellenweise zum echten Freeclimbing-Profi in schwindelerregenden Höhen. Auch andere bewährte Elemente reihen sich wieder in den Reigen des Spiels ein - auch wenn der geneigte TR-Spieler wohl langsam vom Schalter drücken und Kisten schieben die Nase bis zum Anschlag gestrichen voll hat, wurden auch diese Elemente wieder zahlreich eingebaut. Echt kreative neue Ideen gibt es nur äußerst selten - dazu gehört z.B. die Passage, in der Lara den Laserschranken im Louvre ausweichen muss.
Natürlich muss sich Miss Croft auch wieder zahlreichen Gegnern stellen. Sowohl menschliche als auch tierische Vertreter der bösen Bubis stürzen sich stellenweise in Scharen auf die sexy Heldin. Dank eines umfangreichen Waffenarsenals, der recht dümmlichen KI und der Auto-Aim-Funktion stellen die aber kein größeres Problem dar - mal abgesehen vom wirklich knackig schweren Endgegner am Schluss des Spiels. Aber wir wollen nicht zuviel verraten!
Im krassen Gegensatz dazu hat mir die spielerische Komponente sehr gut gefallen. Abwechslungsreiche, wenn auch etwas trist gestaltete Levels und vor allem der Wechsel zwischen Adventure-Elementen und actionreichen Passagen hat mir so gut gefallen wie selten zuvor. Auch der kurz spielbare Zweitcharakter Kurtis Trent weiß zu gefallen, da er für Abwechslung sorgt! Jedoch sind das nur kleine Trostpflaster. Wenn Eidos nicht schnellstens nachbessert und vor allem endlich die Steuerung komplett revolutioniert, dann sehe ich sowohl für dieses als auch für die folgenden Tomb Raider-Abenteuer richtig schwarz!
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