Gesamtwertung86%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Anfang 2001 erschien Tony Hawks Pro Skater 2, der erste Tony-Spross auf dem PC, und überzeugte ebenso wie die Playstation 1-Version mit einem genialen Soundtrack, ausgefeilt designten Parcours, einem prall gefüllten Trick-Archiv, das Tony Hawk und Co. zum Teil unrealistisch dafür aber auch spielspaßfördernd durch die Lüfte fliegen ließ und einer Extra-Portion Langzeitmotivation. Der zweite Tony Hawks-Titel für den PC, Tony Hawks Pro Skater 3, baute das erfolgreiche Spielkonzept um weitere Nuancen aus und verbesserte vor allem die Grafik. Zwar sah Skate-Senior Tony Hawk auf dem PC grafisch, wegen der Konvertierung, noch immer ein wenig alt aus, doch dies war aufgrund des weiter ausgebauten Suchtfaktors und den detailliert ausgeschmückten Levels zu verschmerzen. Im November des letzten Jahres erschien der nunmehr vierte Tony Hawks Pro Skater 4-Teil für die Playstation 2. Gut ein Jahr später ist nun endlich auch die PC-Version testfähig.
Wer die alten Teile der Tony Hawks-Serie kennt, wird auch mit dem neuesten Spross aus dem Hause Neversoft schnell warm werden. Auf insgesamt neun Parcours müsst Ihr mehr oder weniger waghalsige Stunts vollführen und Punkte sammeln, mit denen Ihr dementsprechend eine neue Ausrüstung, etwa ein neues Board oder ein neues Outfit, im Laden erstehen könnt. Eure Aufträge erhaltet Ihr während des Spiels von den, auf dem Parcours, verstreuten NPCs. Die Aufträge reichen dabei von Tony Hawks üblichen Aufgaben à la Sammele 40.000 Punkte bis hin zu komplexeren Aufgaben die spektakuläre Stunts über Tier-Gehege oder einer Flucht vor der Polizei erfordern. Tony Hawks 4 spielt sich dabei ähnlich abwechslungsreich wie die drei Vorgänger und bietet immer wieder neue, verrückte Missionsziele. Während Ihr in Tony Hawks Pro Skater 2 oder Tony Hawks Pro Skater 3 noch hauptsächlich auf unspektakulären Skate-Parcours fahren musstet, schöpft Neversoft in Tony Hawks Pro Skater 4 aus dem Vollen. Ob Grint-Einlagen über Brücken, Strommastkabel, Achterbahnen oder Tennis-Netze, die Ideen der Entwickler in punkto Parcours-Design haben sich gegenüber den Vorgängern noch verdoppelt.
Einziges Ärgernis für Tony Hawks-Neulinge ist der zu Beginn äußerst hohe Schwierigkeitsgrad, der Nicht-Könner Stunden vor den Bildschirm zwingt um überhaupt in Level zwei zu kommen. Wer sich dieser Herausforderung stellt, wird schlussendlich mit der Freude über jeden aufsehen erregenden Luft-Stunt oder langen Grint belohnt. Zwar ist das Frustpotenzial von Tony Hawks 4 höher als bei den Vorgängern, dafür aber auch das Glücksgefühl nach dem Vollbringen der unmöglichsten Aufgabenstellungen dementsprechend höher.
Ob Tony Hawk oder Bam Margera, was die virtuellen Ebenbilder der Skate-Stars mit ihrem Board so alles anstellen, lässt einen oft nicht mehr aus dem Staunen kommen. Board-Dreher inklusive 360 Grad-Drehung, Handstand auf Pipes inklusive dem Board in der Hand- oder das waghalsige Dranhängen an Fahrzeug-Hecks das Trick-Repertoire der virtuellen Board-Akrobaten wurde weiter ausgebaut. Neben neu implementierten Tricks wurden auch alte entschärft, so sind manche Tricks, die geübte Spieler schnell meistern konnten, punktemäßig längst nicht mehr so hoch im Kurs wie beim Vorgänger. Das Spiel wirkt damit im allgemeinen ausbalancierter und fairer als Teil drei.
Steuerungstechnisch ist die Tony Hawks Pro Skater-Reihe auf dem PC schon immer von Gamepad-Besitzern abhängig gewesen. Dies hat sich leider auch nicht mit Teil vier geändert, der wie schon seine Vorgänger mit der Tastatur so gut wie nicht zu meistern ist. Fette Grints und spektakuläre Stunts sind nur mit einem Gamepad erreichbar, und auch wirklich nur damit.
Ob Oldies oder neuere Musikstücke, der Soundtrack von Tony Hawks Pro Skater 4 ist rundum gelungen und rundet das hektische Spielgeschehen perfekt ab. Besonders das Intro ist fetzig und passend mit Musik untermalt und erhöht die Vorfreude auf das Spiel.
Durch neu hinzugefügte Tricks, und vor allem in ihrer Wirkung gedrosselte alte, sind die Mehrspieler-Duelle noch temporeicher und adrenalinfördernder als in der Vorgängerversion. Die acht verschiedenen Spielmodi bieten wochenlangen unkomplizierten Spielspass, erfordern jedoch Nerven wie Drahtseile, da Niederlagen mit dem virtuellen Board besonders schmerzen. Im Bereich Sportspiele gibt es jedenfalls kaum Konkurrenz was den Spielspass betrifft, weshalb sich der Kauf von Tony Hawks Pro Skater 4 allein schon deshalb empfiehlt.
Wem es auf den insgesamt neun Kursen langweilig wird, kann dies übrigens mithilfe des mitgelieferten Park-Editors ändern. Der Editor ist recht einfach zu bedienen und setzt eure Ideen eines idealen Parcours meist eins zu eins um.
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