Gesamtwertung62%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Das gute alte PointnClick-Adventure erfreut sich in letzter Zeit stetig wachsender Unterstützung von Publishern, nachdem in den vergangenen Jahren das Genre doch eher stiefmütterlich behandelt worden war. Neben Runaway und der kürzlich erschienenen Geheimakte Tunguska gehört sicherlich auch Tony Tough zu den interessanten Titeln. Ob auch das Sequel punkten kann, haben wir für euch herausgefunden.
Mrs. Marple meets James Bond
Eines sei voraus geschickt: Wer auf abgefahrene Storys steht, der wird an Tony Tough 2 seinen Spaß haben. Auch wenn der Titel bei weitem nicht an Spaßgaranten wie Monkey Island 4 oder Day of the Tentakle reicht, ist die hier erzählte Geschichte recht witzig gestaltet worden. Tony, ein Möchtegern-Detektiv, erlebt seine Jugend in einem 21-Seelen Dorf, in dem nach und nach die Einwohner verschwinden. Darunter ist sogar der Bürgermeister der kleinen Gemeinde. In sieben Kapiteln, die mit jeweils zwei Unterkapiteln verbunden sind, erfahrt ihr die verrückten Abenteuer, die Tollpatsch Tony durchleben muss. Dabei steht der Humor an oberster Stelle. Der mag vielleicht nicht jedermanns Geschmack sein, kann allerdings aufgrund zahlreicher prominenter Sprecher aus der deutschen Comedy-Szene zumindest von der Synchronisation her überzeugen. Wenn Tony die teilweise recht derben Sprüche von sich gibt, fühlt sich der Spieler in gute alte Larry-Zeiten zurück versetzt. Zusammengehalten wird die Story durch zahlreiche gut gemachte Zwischensequenzen. Zwar können diese, wie auch der Rest des Spiels, nicht mit Genreperlen wie Geheimakte Tunguska mithalten. Doch wer Tony Tough im ersten Teil zum totlachen fand und auch keine Grafik der Extraklasse verlangt, der dürfte an Tony Tough 2 Gefallen finden.
Denk mal wieder
Gut sind auch die Rätseleinlagen, welche alle logisch und gut aufgebaut sind. Experimentieren ist bei Tony Tough 2 erwünscht. Nervig hingegen ist das stringente Leveldesign, welches und so manches Mal im Spielfluss deutlich ausbremste.
Dass man zwanghaft eine Aktion nach der anderen lösen muss, dass man keine Freiheiten bekommt, wie man vorgehen kann, und dass manche Lösungen dann doch wiederum zu offensichtlich sind, stört sehr. Andere Rätsel sind dagegen wiederum nur durch x-maliges Probieren lösbar, was gerade Genreneulinge nerven wird.
Doch nicht nur Gelegenheitsspieler oder Einsteiger dürften ein wenig die Nase rümpfen. Denn der zweite Tony ist extrem kurz ausgefallen. Dies betrifft weniger den Protagonisten, als die gesamte Geschichte. Wenn man sich nicht permanent im wahrsten Sinne des Wortes einen Wolf laufen würde, man käme wohl bereits mit sechs bis sieben Stunden Spielzeit aus. Was uns auch als störend auffiel, ist die Tatsache, dass Tony ab und an im Dialog zu einem anderen Ort portiert wird. Warum? Das fragt ihr wohl besser die Entwickler. Auch die hakelige Steuerung ist nicht wirklich motivierend.