Gesamtwertung72%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Rennspiele gibt es auf dem PC mittlerweile wie Sand am Meer. Neben viele Gurken, stechen hin und wieder auch vielversprechende Titel aus der Masse heraus. Sei es durch eine grandiose Grafik, riesigem Spielumfang oder ein, wie im Fall von Total Immersion Racing, ausgefallenes Spielsystem. Mit TIR schickt Razorworks einen heißen Kandidaten ins Rennen.
Motorsport kann doch so schön sein
Total Immersion Racing versetzt Euch in die wahrscheinlich spannenste Rennsportserie unserer Zeit. Die Rede ist von der hierzulande relativ unbekannten GT Serie. Besonderheit an diesen Rennen sind die verschiedenen Leistungsklassen, die zur gleichen Zeit unabhängig voneinander ihre Runden drehen. Bis zu 18 Fahrer kämpfen auf den Kursen dieser Welt um den obersten Platz auf dem Siegertreppchen.
Charakteristisch an jedem Rennen sind die waghalsigen Überholmanöver der stärkeren Fahrzeugklassen, die vergleichsweise langsame Boliden wie den Audi TT oder einen McLaren einfach links liegen lassen. Dabei kommt selten lange Weile auf. Als Spielmodi bietet TIR dagegen nur Altbekanntes. So kann neben einem Einzelrennen und der Fahrt gegen die Zeit noch die Karriere und der Herausforderungsmodus gewählt werden.
Hier gilt es verschiedenen Pokale zu gewinnen, mit denen weitere Autos und Strecken freigeschaltet werden können. Insgesamt 14 Wagen und 12 Strecken wurden dafür lizenziert. Entscheidet man sich dagegen zu Beginn des Spiels für eine Karriere, fährt man vom kleinen Rennstall in der unteren GT Liga bis zur Pro Liga, wo dann die wirklich schnellen Boliden in der Garage auf einen warten. Das erste Rennspiel mit Computergegnern, die sich exakt wie echte Rennfahrer verhalten, so zumindest preist das Cover die bisher noch nie dagewesene KI der Computergegner an.
Das macht natürlich neugierig. Und wirklich, den Entwicklern ist ein lebendiges, wenn auch ein nicht ganz perfektes Verhalten der Gegner gelungen. Die Mitfahrer verhalten sich je nach Stimmung anders und rächen sich für unfaire Rempler oder Ausflüge ins Grüne. Dafür besitzt jeder Fahrer eine Emotionsanzeige, die die Fahrweise (defensiv, aggressiv, neutral) und den Gemütszustand des Kontrahenten anzeigt.
Schubst Ihr also beispielsweise einen Konkurrenten unsanft von der Strecke, ändert sich das Verhalten des Fahrers Euch gegenüber und Ihr werdet merken, dass er im weiteren Verlauf des Rennens nicht gut auf einen zu sprechen ist. Natürlich ändert sich mit der Stimmung des Fahrers auch seine Fahrweise. Blockt er Mitfahrer mehere Male erfolgreich ab oder überholt die restlichen Teilnehmer des Rennens, wird die Fahrweise selbstsicherer und riskanter, was jedoch auch merklich zu mehr Fehlern führt. Dieses Feature kommt besonders im Karrieremodus zum tragen, da sich so im Laufe der Zeit richtige Freund und Feindschaften innerhalb des Feldes aufbauen und ein Rempler gleich doppelt so viel Spass macht. Natürlich ist die KI noch weit von menschlichen Mitspielern entfernt, zeigt aber schon in guten Ansätzen den Weg in die richtige Richtung.
Total Immersion Racing mag ja eine gelungenes KI der Mitfahrer haben, allerdings scheint es, als ob die Entwickler beim Fahrverhalten einfach geschlampt haben. Die Steuerung der Boliden ist recht empfindlich eingestellt, trotzdem lassen dich die PS Monster kaum aus der Ruhe bringen. Ein seitlicher Schubser mit der Tachnonadel am Anschlag, wirft die Kontrahenten nur in seltensten Fällen aus der Bahn.
Es wird noch nicht einmal gebremst. Insgesamt zeigt sich das Fahrverhalten zu simpel und arcadelastig und ist von einer richtigen Racingsimulation meilenweit entfernt. Gut zu gefallen wissen jedoch die verschiedensten Einstellung, die der Profi an seinem Wagen vornehmen kann. Ob Reifendruck oder die Übersetzung der Gänge, alles kann manuell verändert und später in einer Testfahrt optimiert werden. Wer absolut nichts davon versteht kann allerdings auch auf den Renningenieur zurückgreifen, der die Einstellungen für jedes Strecke anhand der Trainingsfahrt überprüft und selbständig Änderungen vornimmt. Was er dabei genau gemacht hat, wird einem per Sprachausgabe mehr oder weniger genau gesagt. Wie schon bei der KI der Computergegner sieht man hier gute Ansätze, die aber nur bedingt richtig ausgenutzt wurden, um sich positiv von der Konkurrenz abzuheben. Die Steuerung ist dafür einfach zu unausgeklügelt.
Grafisch bietet TIR leider nur Durchschnitt, kann sich aber dennoch sehen lassen. Die Sonne spiegelt sich auf den Straßen schön wieder und lenkt damit von der ansonsten eher detailarmen Umgebung und den kantigen Fahrzeugodellen ab. Größtes Manko jedoch stellen die weiteren fehlenden Aussenperspektiven dar, die mehr Einblick ins Geschehen geben würden. Standardmässig steht dem Spieler nur eine Ansicht von Aussen zu Verfügung, bei der jedoch durch die Nähe zum Fahrzeugheck einiges an Übersicht verloren geht. In diesem Fall greift man am besten auf die Cockpitperspektive zurück. Beim Sound gibt es dagegen nichts zu meckern. Die Motorengeräusche sind abwechslungsreich und die popige Hintergrundmusik passt zum Stil des Spiels. Auch der Boxenfunk vermittelt einem richtige Rennatmosphäre obwohl die Durchsagen nicht immer zum Geschehen auf der Strecke passen.
Total immersion Racing im Test.
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