Traumschiff Surprise: Periode 1
Wo ist die Käse-Sahne?
Was dachte sich Take 2, als sie das offizielle Spiel zum Film Traumschiff Surprise: Periode 1 entwickelten? Es muss ein relativ einfach zu bedienendes Spiel sein, das den gleichen Charme wie der Film und die warmen Brüder rund um Käpt'n Kork versprüht und das für Fans von Michael Bully' Herbig, Rick Kavanian und Christian Tramitz gedacht ist. Und was sollen wir sagen? Es ist ihnen gelungen!
Das Spiel ist ein spritziges und erfrischendes Adventure, technisch zwar nicht auf der Höhe der Zeit, aber dafür mit umso mehr Bully-Humor gewürzt. Dabei liegt allerdings die Betonung auf Bully, denn eben jene Witze, die dem Kinobesucher im Film entgegen geschleudert werden, findet man auch im Spiel wieder. Erreicht wird das u.a. durch die Originalstimmen aller Protagonisten und einer realistischen Nachbildung der Filmkulisse.
Bully selber unterstützte zudem den Entwickler Phenomedia, bekannt durch Moorhuhn, bei der Entwicklung. Einen Moorhuhn-Klon gibt es im Spiel aber auch, während der sechs Episoden des Spieles verstecken sich nämlich vier Minispiele, darunter auch besagter Moorhuhn-Klon, ein Waikiki-Tanzwettbewerb und zwei weitere, einfach zu bewältigende Spiele.
Obwohl das Spiel drei Schwierigkeitsgrade bietet, die Einfluss auf die Rätsel und die Minispiele haben, bleibt es auch für Neueinsteiger geeignet. Der Grund ist einfach, trotz des eingebauten Humors, sind bis auf wenige Ausnahmen alle Rätsel logisch und können mit der Verwendung von etwas Gehirmschmalz auch von Adventureneulingen gelöst werden.
Versierte Spieler werden den Titel an einem Wochenende zwar durchgespielt haben, wer jedoch nicht 6-8 Stunden hintereinander am Wochenende opfert, spielt auch ein Weilchen- Für einen Verkaufspreis von ca. 25 Euro durchaus akzeptabel, zudem noch einige Goodies wie ein Bildschirmschoner mitgeliefert werden.
Nein das geht nicht! Ich breche mir doch keinen Fingernagel ab!
Technisch ist das Spiel zwar nicht auf der Höhe der Zeit, insbesondere bei den Minispielen, das schadet aber kaum. Die statischen Level sind schön gezeichnet und schaffen es kombiniert mit der sehr gelungenen Sprachausgabe perfekt das Feeling und den angestrebten Humor widerzuspiegeln: Eigentlich doch das Wichtigste! Die Animationen sind akzeptabel, allerdings technisch der schwächste Aspekt am Spiel. Leider bewegen die Personen sich nur, wenn man mit ihnen interagiert oder gerade eine Aktion stattfindet. Auch wenn man einen Spielbildschirme verlässt, folgen anderen Figuren der Spielerfigur nicht zum Ausgang, sondern sind im nächsten Bildschirm schlicht sofort wieder da. Allerdings stört diese Tatsache nicht wirklich, denn der Humor und die Rätselkost lassen die technische Umsetzung zum einen in den Hintergrund treten, zum anderen funktioniert das Spiel auch auf schwächeren Rechenboliden, weswegen man nicht unbedingt einen Spieler-PC braucht, um das Abenteuer zu genießen.
Ich will, nein ich! Mädels, lasst mich!
Trotz seines doch sehr begrenzten Spielumfanges, bietet das Spiel einiges an Abwechslung, was nicht nur durch die Minispiele erreicht wird, sondern auch durch den Wechsel des Hauptcharakters. Während der Geschichte spielt man sowohl die Vulkanette Mr. Spuck, Käpt'n Kork als auch den sympathischen Schrotty. Auch die Rätsel sind recht abwechslungsreich und wiederholen sich dank der ebenfalls im Spiel vorkommenden Zeitreise ins Mittelalter und in den Wilden Westen, kaum. Die meisten Rätsel sind natürlich auf schwul getrimmt und reichen vom Suchen einer Strumpfhose bis hin zum Sammeln von Pferdeäpfeln.
Lach, du Sau!
Das gesamte Spiel ist auf Witz getrimmt, wobei hier vielmehr der subtile Humor Verwendung findet, der einem weniger in schallendes Gelächter ausbrechen lässt, als ständig ein Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Durch die Rätsel, die Interaktionen und Reaktionen der Charaktere sowie der Sprachausgabe, läuft man bald mit stark zur Seite erweiterten Mundwinkeln herum, die sofort an den Grinsekater erinnern.
Fazit
Für 25 Euro kann man mit dem Spiel nichts falsch machen. Der erlebte Humor und der Spaß am Spiel entschädigt für die technischen Mängel bei der Grafik, die dadurch kaum ins Gewicht fallen. Allein die Orginalstimmen und der typische Bully-Humor machen das Spiel für Fans des Films und Nichtfans, die trotzdem Spaß am Kinofilm hatten, zu einem Pflichtkauf. Endlich einmal keine versaute Filmlizenz, sondern ein gelungenes Spiel mit nicht allzu hohem Anspruch, das für einige Zeit ein Stück Kurzeweile versprüht und trotzdem den Geldbeutel nicht allzu sehr belastet.
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