Uru: Ages Beyond Myst

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Ubi Soft
Entwickler
Cyan Worlds
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
0
Uru: Ages Beyond Myst [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

76%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Ausreichend

Bedienung

Ausreichend

Uru: Ages Beyond Myst

Jeder, der mit den „klassischen“ Adventures wie Baphomets Fluch, Monkey Island oder dem Newcomer Runaway nichts anfangen kann, an schwierigen Rätseln jedoch durchaus gefallen findet, sollte einmal einen Blick auf Uru: Ages Beyond Myst werfen. Im Gegensatz zu den genreüblichen Rätseln bietet Uru Kopfnüsse von anderem Format. Alles, was man dazu braucht, ist ein simpler Mausklick auf einen Gegenstand oder eine Maschinerie, welche man genauer unter die Lupe nehmen oder benutzen möchte – was im ersten Moment so simpel klingt, ist bei näherer Betrachtung mehr Herausforderung als in den meisten anderen Spielen. Denn simple Kombinationsrätsel sucht man bei Myst vergeblich. Stattdessen ist die Hauptaufgabe häufig, erst einmal hinter die Funktionsweise eines Gerätes oder einer Maschine zu kommen!

Aber von vorne: Vor langer Zeit einmal lebte die utopische Gesellschaft der D’ni. Diesem Volk war es möglich, durch das Schreiben spezieller Bücher, Tore in jede beliebige Welt zu öffnen. Diese Technik machte aus den D’ni ein unglaublich fortschrittliches Volk mit beinahe unbegrenzten Möglichkeiten. Doch dann geschah eine nicht näher bekannte Katastrophe, und die Zivilisation verschwand einfach. Was genau passierte, weiß niemand so genau, auch, wenn sich eine Gruppe mit Namen DRC (D’ni Restaurationsrat) zum Ziel gesetzt hat, genau das herauszufinden und, wie es in der Anleitung heißt, „die physische Präsenz von D’ni wiederherzustellen“. Hier kommt ihr ins Spiel: Was der Uru-Käufer eigentlich machen soll, weiß er anfangs selber nicht so genau.

Laut Story zieht es eben einfach zahlreiche Menschen von überall auf der Welt zur Grabungsstätte. Zwar macht genau diese Unwissenheit, mit der man ins Spiel geworfen wird, einen gewissen Reiz aus, trotzdem nervt es relativ schnell, eigentlich gar nicht so genau zu wissen, weshalb man eigentlich in die Welt der D’ni eintauchen soll. Ungeduldige Spieler werden jedenfalls auf eine harte Probe gestellt.

Die ersten Aufgaben haben Tutorial Charakter. So sollt ihr auf Anweisung eines Typen, der scheinbar ohne weiteren Grund mit seinem Wohnwagen in der Nähe der D’ni-Ruinen campt, eine Nachricht der mysteriösen Yeesha abrufen. Das hört sich im ersten Moment einfacher an, als es wirklich ist, denn um überhaupt in den Raum mit dem Videoprojektor zu gelangen, braucht der Ort erst einmal Strom. Gott sei Dank steht euch Freund Camper hilfreich mit Rat und Tat zur Seite, bis ihr die Nachricht endlich gesehen habt und zu weiteren Taten schreiten könnt. Fraglich ist allerdings, warum der Kerl schon alles zu wissen scheint – und euch trotzdem durch die Gegend hetzt, um dieses und jenes zu finden und zum Laufen zu bekommen. Nach den ersten kleineren, leichten Aufgaben ist man jedoch völlig auf sich allein gestellt. Dadurch wirkt die Welt von Uru sehr unbelebt, man fühlt sich stellenweise fast einsam. Das kann man jedoch schon fast als Stilmittel bezeichnen, war es doch in den vorangegangenen Teilen kaum anders.

Eure Aufgabe in jeder Welt, in die Ihr mit Hilfe der von den D’ni geschriebenen Bücher im Laufe der Zeit gelangt, ist, die so genannten „Weltentücher“, deren genaue Bedeutung erst später im Spiel klar wird, zu finden und zu aktivieren. Nur so könnt ihr das Spiel im Endeffekt erfolgreich abschließen. Diese sind allerdings teils höllisch schwer zu finden, und man übersieht gerne mal einen der Lappen auf seinen Exkursionen durch die Reiche der D’ni. Dadurch verkommt das Adventure öfters zum nervigen Suchspiel, auch wenn das eher den kleinsten Teil des Programms ausmacht. Einige sind auch nur äußerst schwer zu erreichen, was von Zeit zu Zeit für Frust sorgt. Das hätte Cyan, das Programmierstudio hinter der Myst-Reihe, besser lösen können. Schließlich sollte das Hauptaugenmerk auf den Rätseln liegen und nicht auf nerviger Sucherei.

Die Rätsel, welche den größten Teil des Spieles ausmachen, sind häufig nach demselben Muster gestrickt: Eine bestimmte Maschinerie kann nur aktiviert werden, wenn man bestimmte Symbole zueinander ordnet. Die Lösung dafür ist irgendwo in einem anderen Raum beispielsweise in Wandmalereien versteckt – hierzu muss man allerdings erst einmal das Gefundene richtig deuten und auswerten, was alles andere als einfach ist.

Sollte man in einer Welt einmal nicht weiterkommen, hat man allerdings trotzdem die Möglichkeit, an anderer Stelle weiter zu rätseln, da die Welten größtenteils unabhängig voneinander spielbar sind. Dadurch kommt erst Frust auf, wenn man wirklich an vielen Rätseln auf einmal hängen bleibt. Doch obwohl die Aufgaben sich insgesamt ähneln, kommt trotzdem keine Langeweile auf. Denn insgesamt

Begleitet wird das Spiel von einer zauberhaften Bild- und Klangkulisse. Die Architektur der D’ni gleitet häufig schon ins Surreale ab, wirkt aber trotzdem beinahe fotorealistisch. Die teils riesigen Maschinen wurden glaubwürdig in Szene gesetzt und passen ins Gesamtbild. Dementsprechend fordert das Spiel aber auch Prozessorpower, denn unter einer CPU mit mindestens 1600 MHz sollte man gar nicht daran denken, volle Details zu aktivieren. Wer jedoch über die nötige Hardware verfügt, wird mit Grafikpracht belohnt, wie man sie nur selten in einem Adventure sieht. Die verschiedenen Welten bringen soviel Atmosphäre rüber, dass man sich nur schwer daraus wieder loseisen möchte.

Auch der Sound tut sein übriges, obwohl manchmal etwas mehr nicht geschadet hätte. Die Boxen bleiben überwiegend still, nur gelegentlich tönen neben verschiedenen Hintergrundgeräuschen einige mystische Klänge an des Spielers Ohr. Die sind dafür umso besser – außerdem wirkt der Sound nicht aufdringlich, sondern untermalt eben nur an nötigen Stellen. Der größte Unterschied von Uru im Gegensatz zu den alten Myst-Teilen dürfte wohl sein, dass der Spieler seinen Avatar jetzt wirklich sieht.

Lief das Spiel früher nur aus der First-Person-Perspektive ab, erstellt man sich nun am Anfang des Spieles sein ganz persönliches Alter-Ego nach dem Baukasten-Prinzip. Das virtuelle Alter-Ego gibt jedoch im gesamten Spiel keinen Ton von sich und baut auch sonst keinerlei Charakterzüge auf. Das hat Vor- und Nachteile: Kann man sich auf diesem Wege besser mit der Spielfigur identifizieren und sieht mehr oder weniger sich selbst darin, baut man leider nicht eine ähnliche Beziehung zu seinem Charakter auf den man beispielsweise zu den zahlreichen, liebenswerten Figuren der Lucas Arts Adventures hat. Die selbst erstellte Figur ist eben nur die „Hülle“, welche man selbst mit Leben füllen muss und benutzt, um die verschiedenen Rätsel zu lösen. Schade, allerdings war das ein notwendiger Schritt. Eine Spielfigur mit festem, vorgegebenem Charakter würde eben einfach nicht in die gerade frisch gestartete Onlinewelt von UruLive passen.

Das Onlineangebot von UruLive soll – sobald der Dienst vollständig verfügbar ist – übrigens für die Langzeitmotivation sorgen, sobald man den Singleplayermodus durchgespielt hat. Der ist zwar sehr umfangreich, dürfte aber nach einmaligem Durchspielen schnell langweilig werden, da die Rätsel dann einfach schon bekannt sind. Und mangels alternativer Lösungsmöglichkeiten oder sonstigen Schmankerln wird niemand mehr besonderen Spaß daran haben, das Spiel noch einmal durchzuspielen. Doch ist das auch gar nicht nötig: UruLive ist sozusagen das erste Massively-Multiplayer Adventure! UbiSoft verspricht, monatlich neue Rätsel nachzuliefern und die Welt ständig zu erweitern. Die Aufgaben könnt ihr dann mit zahlreichen anderen Spielern angehen, mit welchen ihr in speziellen Kommunen und Dörfern lebt. Dreh- und Angelpunkt ist die von Sagen umgebene Hauptstadt der D’ni, welche unterirdisch in einer Höhle angelegt wurde.Im Onlineteil soll auch der D’ni Restaurationsrat erst so richtig wichtig werden – genaueres können wir allerdings erst nach einem ausgiebigen Test des Mehrspielermodus sagen.

Fazit

Uru: Ages Beyond Myst ist eher etwas für Fans der Serie. Ohne die vorangegangenen Spiele gespielt zu haben, fällt es schwer, einen Bezug zum Spiel herzustellen und sich richtig darin zu vertiefen, da viele Aspekte der früheren Teile aufgegriffen wurden. Eigentlich schade, denn die Idee eines Online-Adventures klingt interessant und könnte bei guter Umsetzung einige Interessenten finden. Jeder, der an den Vorgängern seinen Spaß hatte, sollte sich Uru auf jeden Fall einmal anschauen, jeder, der mit komplizierten Rätseln nichts anzufangen weiß, lässt besser die Finger davon.

Uru: Ages Beyond Myst [PC , Justgamers]

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