Vegas Tycoon

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Empire Interactive
Entwickler
Deep Red
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
0
Vegas Tycoon [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

81%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Befriedigend

Vegas Tycoon

Las Vegas...Stadt der Träume und Hoffnungen, Stadt der zertrümmerten Existenzen und neugeschaffenen Imperien. Glücksjäger und Touristen, Geschäftsleute und Superstars, Jahr für Jahr pilgern sie haufenweise in die Stadt mit den glitzernden Lichtern und turmgroßen Werbeflächen. Und alle wollen sie nur das eine: Spielen, Spaß haben und Geld gewinnen. Nun habt Ihr erstmals die Chance -virtuell - ein Spielerparadies zu schaffen und den scharenweise anrückenden Kunden ihr sauer verdientes Geld aus der Tasche zu ziehen. Vega$ Tycoon versetzt euch in die Rolle eines aufstrebenden Geschäftemachers, der aus dem Nichts ein Imperium schaffen will...

Das Spiel beginnt stets gleich: Ihr startet mit einem mehr oder weniger üppig gefüllten Bankkonto, sowie mehreren zum Verkauf stehenden Grundstücken. Nachdem Ihr Euch für eines oder mehrere entschieden habt müsst Ihr “nur“ noch einen möglichst florierenden Wirtschaftskreislauf aufbauen. Dazu wählt ihr aus dem Baumenü in den Kategorien “Infrastruktur“, “Erholung“, “Shops und Dienstleistungen“ oder “Landschaft“, Gebäude wie Hotels, Bars, Revueshows oder Fitnesscenter aus, die meistens gleich in mehreren Größen oder Variationen zur Auswahl stehen.

Ferner könnt Ihr für ein Grundstück eines aus zehn Themen wie „Lost World“ oder „Stars & Stripes“ auswählen. Da die Gebäude teilweise komplett anders aussehen steigert sich die optische Vielfalt nochmals erheblich.

Für den reibungslosen Ablauf Eures wachsenden Unternehmens sind auch Servicegebäude wie Toiletten, Mechanikerhäuschen oder Reinigungsbüros notwendig, wer Anfangs die Hygiene vernachlässigt wird zwar trotzdem Geschäfte machen, doch der auftürmende Müll wird den meisten Besuchern bald zuwider sein.

Herzstück des ganzen Spiels sind, wie könnte es auch anderes sein, die Casinos, die es ebenfalls in drei Größen gibt.

Das besondere: Im Gegensatz zu den anderen Gebäuden könnt und müsst Ihr die Glücksspielpaläste auch betreten und Euch um die Innenausstattung kümmern. Hier platziert der Spieler zahlreiche Einrichtungen wie Glücksspielautomaten, Roulettetische oder Sportwettenbüros.

Aber auch nützliche Zusatzservices wie ein hauseigenes Buffet oder einen praktischen Geldautomat gleich neben dem Ausgang, steigern den Umsatz erheblich. Sowohl Innen- also auch Außenareale können übrigens mit zahlreichen Statuen, Brunnen oder Werbetafeln verschönert werden, die mehr Leute auf das Grundstück locken oder zum allgemeinen Wohlbefinden dieser beitragen.

Wem das noch nicht reicht, der kann in Micromanagement den Verkaufspreis in jedem einzelnen Geschäft anpassen, einen Hausvorteil an den Glücksspielgeräten einführen oder jeden einzelnen Mitarbeiter von Hand aus einer Gruppe Bewerber auswählen. Dies ist manchmal nötig, da die verschiedenen Besucher von Las Vegas insgesamt acht verschiedenen Oberkategorien wie 'Touristen' oder 'Spieler' angehören, die alle unterschiedliche Vorlieben oder Bedürfnisse haben.

Während die jungen Leute gerne in wilde Discos gehen oder in der Bar am liebsten von Rockmusik unterhalten werden, bevorzugt das gehobenere Klientel spritzigen Jazz und Ballsäle. Da die Menüs jedoch sehr verschachtelt und teilweise etwas unlogisch angelegt sind, neigt man leicht dazu, diese Feinheiten von einer echt zuverlässigen Automatik übernehmen zu lassen. In den letzten Missionen kann dies aber den entscheidenden Nachteil bedeuten, der Eure stets überlegenen Gegner an euch vorbeiziehen lässt.

Vega$ Tycoon bietet zwei verschiedene Spielmodi, entweder macht Ihr euch in der Kampagne an insgesamt zehn umfangreiche Missionen zu schaffen oder Ihr tobt euch im Sandkastenmodus nach Herzenslust aus. Im letzteren wählt Ihr aus verschiedenen Umgebungen eine passende aus und macht Euch wahlweise mit oder ohne Konkurrenz an's entspannte Bauen ohne Zeitdruck. Startkapital sowie Art und Anzahl der Besuchergruppen sind frei regelbar, so dass jeder unter seinen individuellen Traumvoraussetzungen spielen kann.

In der Kampagne geht es schon wesentlich zackiger zugange: während die erste Mission zugleich als Tutorial dient, müsst Ihr später meist unter Zeitdruck bestimmte Hauptziele wie „Als erster 5000 Besucher anlocken“, oder „Die meisten Verkäufe bis Ende des vierten Tages“ erreichen. Daneben gibt es viele kleine Sonderziele die sich meist erst im Verlauf einer Mission offenbaren. Mal rücken Euch Umweltschützer oder Feministinnen auf die Pelle oder ein bekannter Star besucht überraschend Las Vegas und will seine Vorlieben ausleben.

Selbst der King of Rock'n Roll persönlich soll schon in der Menge gesichtet worden sein. Bei Erfüllen der Aufgaben winkt meist eine saftige Geldprämie, welche man am besten gleich wieder investiert. Der Schwierigkeitsgrad steigt langsam an, so dass sowohl Einsteiger als auch erfahrenere Zocker stets eine angemessene Herausforderung finden. Liegt Ihr besonders gut im Rennen und habt die Mission schon so gut wie in der Tasche, unternehmen die KI-Gegner in letzter Minute noch alle möglichen Anstrengungen, senken Preise ins bodenlose oder erhöhen den Hausvorteil kriminell, um Euch doch noch den Sieg streitig zu machen.

Obwohl die Ereignisse lediglich durch ein schnödes Textfenster angekündigt werden, sind sie so abwechslungsreich, dass man immer schon im Voraus gespannt ist, was das Programm wohl dieses mal in Petto hat.

Um die funkelnde und geschäftige Atmosphäre des Vorbilds angemessen nachzuempfinden, haben sich die Entwickler von DeepRed ordentlich ins Zeug geschmissen. Die 3D-Umgebung glänzt mit detailverliebten Gebäuden und hochauflösenden Texturen, die einen auf den ersten Blick erkennen lassen, wo man sich befindet. Großzügig eingesetzte Spiegelungen und Mapping-Effekte sorgen für ein ständiges Glitzern, überall blinken Lampen und Reklametafeln, Fenster und Glasdächer reflektieren wunderschön das Sonnenlicht. Ein ständiger Tag- und Nachtwechsel sorgt für Dynamik: Wenn Abends alle Lichter angehen und Nachts die Sterne am Himmel leuchten, wirkt alles gleich dreimal so schön.

Die Umgebung ist jederzeit frei dreh- und zoombar. Während Ihr in der niedrigsten Zoomstufe mehrere Grundstücke mit über hundert Gebäuden überblicken könnt, seid Ihr sogar in der Lage die Preisschilder im Schaufenster Eures Souvenirladens abzulesen wenn Ihr nur nahe genug heranzoomt. Die Vega$-Welt wird ständig von hunderten Passanten unterschiedlichster Fasson bevölkert, vom Camper über die Hochzeitsgesellschaft, bis hin zum texanischen Ölbaron, tummelt sich allerlei buntes Volk auf den Boulevards. Auch bei gebauten Attraktionen und Gebäuden gibt es immer was zu sehen: So kreisen im “Shark Tank Casino“ Fische im - als Aquarium aufgebauten - Dach oder ein Portier schlendert gemächlich vor Eurem Prunkhotel auf und ab. Aus der Nähe sehen Gesichter und Kleidung der Personen zwar etwas grobkörnig aus, doch aufgrund der großen Abwechslung, die angesichts der zehn verschiedenen Gestaltungsthemen noch einmal vervielfacht wird, lässt sich dies ebenso leicht verschmerzen wie die doch teilweise sehr langen Ladezeiten.

Bei der Soundkulisse sieht es nicht ganz so rosig aus: Während in der Außenansicht das eingängige Thema vor sich hinplätschert, ertönen in den Casinos zwar themenabhängige aber recht unspektakuläre und schnell ermüdende Soundimpressionen.

Fazit

Obwohl ich normalerweise nicht gerade zu der Sorte Mensch gehöre, die sich durch grafischen Prunk beeindrucken lässt, muss ich sagen, dass ich bei Vega$ Tycoon erst mal zehn Minuten damit verbracht habe, mir das bunte Treiben auf den Straßen und die überall blinkenden und glitzernden Lichter anzuschauen. Optisch bekommt Ihr in vergleichbaren Spielen wohl selten so eine faszinierende und detailverliebte Spielwelt. Selbst nach Stunden gibt es noch Gebäude, die man nicht gebaut oder Details die einem noch nicht aufgefallen sind, und einen erneut ins Staunen versetzen. Doch wer jetzt denkt, das Spiel setze nur auf protziges Drum-Herum und nichts dahinter, hat sich schwer getäuscht. Auch wenn man Anfang in den verschachtelten Menüs mit den vielen Einstellungsmöglichkeitenöfters mal total den Überblick verliert, macht es immer wieder Spaß, eine neue Kombination aus Läden, Shows und Attraktionen auszuprobieren um möglichst viel zahlende Kundschaft anzulocken. Die Kampagne ist zwar etwas unspektakulär aber dafür sehr abwechslungsreich und spannend. Sicher hätten eine Story oder hübsche Zwischensequenzen die Atmosphäre noch um einiges gesteigert, und die unterschiedlichen Themen haben außer dem optischen keinerlei Unterschiede, aber auch so kommt kaum Langeweile auf. Also kann ich Vega$ Tycoon allen, die sich auch nur ansatzweise für die Stadt mit dem wahrscheinlich höchsten Stromverbrauch der USA begeistern können, nur wärmstens ans Herzen legen.

Vegas Tycoon [PC , Justgamers]

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