Vietcong: Fist Alpha

Review
Plattform
PC
Vertrieb
-
Entwickler
-
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
-
Vietcong: Fist Alpha [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Vietcong: Fist Alpha

Ich sehe was, was du nicht siehst…

Fist Alpha lässt Euch wie im Hauptprogramm an den nervenzerfetzenden Gefechten im vietnamesischen Dschungel teilhaben. Zeitlich spielt das Ganze jedoch einige Monate vor den Ereignissen im Hauptprogramm. Als Soldat Warren Douglas wird man beauftragt, zusammen mit einem Team in der gefährlichen Umgebung ein Basislager zu errichten. Dass dies durch die unzähligen Feinde kein Zuckerschlecken wird, versteht sich wohl von selbst.

Gleich in der ersten Mission geht es schon heftig zur Sache. In einer kleinen Cutscene wird ein Jet über feindlichem Gebiet abgeschossen. Wie es der Zufall will, stürzt das Flugzeug nicht allzu weit entfernt von unserem Protagonisten und seinem Team ab. Per Funk ereilt uns der Auftrag, den Piloten, sofern er noch leben sollte, in Sicherheit zu bringen. Eher widerwillig macht sich unser Team auf den Weg, ständig mit der Angst im Nacken und der Waffe im Anschlag. Hier und da gibt es einige fiese Fallen der Vietcong beispielsweise Spanndrähte zu überlisten. Dies sind nur rar gesäte, aber unheilvolle Ausblicke auf den weiteren Missionsverlauf.

Nach einiger Zeit finden wir endlich das brennende Wrack des Jets, und auch der Pilot liegt nicht weit entfernt von der Absturzstelle benebelt am Boden. Nachdem wir ihm klar gemacht haben, in welch prekärer Situation sich alle befinden, zeigt er sich entschlossen, mit uns zu kommen. Doch die ersten Feinde lassen sich nicht lange bitten. Nachdem wir uns durch einige Gegnerwellen durchgekämpft haben, erreicht der Trupp schliesslich die Landezone.

Über das Funkgerät wird ein einen Hubschrauber gerufen, der uns aus dieser Hölle rausholen soll. Dieser lässt jedoch einige Minuten auf sich warten, weshalb das Team gezwungen ist, solange auszuharren bis die Eskortierung eintrifft. Von überall her strömen uns Feinde entgegen, die Munition wird knapp und so auch die Hoffnung auf Hilfe. Doch dann kommt unser Hubschrauber doch noch. Im Kreuzfeuer stehend, hechten wir letztendlich bis zum Huey vor, der uns nach Hause bringt.

So nervenstrapazierend spielen sich viele Missionen im AddOn ab. In den 28 Levels gilt es noch Dörfer zu verteidigen, per Huey-Bordkanone feindlichen Einheiten den Garaus zu machen oder unterirdische Katakomben nach Gegnern zu durchforsten. Wie Ihr seht, gibt es wie im Hauptprogramm sehr abwechslungsreiche Missionen, die zumeist das In-Deckung-gehen-und-dann-Feuern-Spielprinzip erfordern. Soll heißen: sobald Euch Metallbohnen um die Ohren fliegen, empfiehlt es sich zuerst, eine geeignete Deckung zu suchen, und nicht gleich wie Rambo wild-um-sich-schießend nach dem Gegner zu suchen. Das führt in den meisten Fällen zum schnellen Exitus. Es wäre aber wünschenswert gewesen, wenn die Entwickler die Kampagne nicht so kurz gehalten hätten. Denn den grandiosen Einzelspielerpart hat der geübte Zocker an einem verlängerten Nachmittag durch.

Wie es sich für ein Erweiterungspack gehört, enthält auch Fist Alpha eine Reihe neuer Waffen für beide Parteien. Scharfschützen freuen sich über halbautomatische Gewehre, für offensivere Spieler gibt´s MPs wie die Sten oder die Scorpion Uzi. Das neue Waffenarsenal kann problemlos mit dem des Hauptprogramms mithalten. Wo wir schon bei den Neuerungen sind, gibt es hier noch die vielen Multiplayermaps zu erwähnen, die Fist Alpha mit sich bringt. Wer sich seine eigenen Karten erstellen will, für den hat das AddOn noch den offiziellen Map-Editor. Und sogar einen neuen Spielmodus namens Turn Table gibt es nun. Bei diesem spielen zwei Teams gegeneinander, wobei eines angreifen und das andere verteidigen muss. Die Angreifenden müssen dabei die Flaggen des anderen Teams einnehmen, die Ihnen gleichzeitig als Spawn-Punkte dienen. Ein gewisse Ähnlichkeit zum Conquest-Modus von Battlefield 1942 macht sich hier bemerkbar.

Technisch hat sich im Vergleich zu Vietcong im Prinzip nichts geändert. Die Charaktere sind etwas eckig, die Texturen verwaschen und die Bewegungen der Münder erinnern eher an verrostete Nussknacker als an echte Menschen. Das bedrückende Dschungel-Feeling kommt dank der dichten Vegetation aber dennoch rüber. Akustisch gibt sich das AddOn genau wie das Hauptprogramm keine Blöße und versorgt den Spieler mit glasklaren Soundeffekten, wuchtigen Einschlägen und einem perfekten Surround-Sound.

Fazit

Ich hätte nicht gedacht, dass Fist Alpha mindestens genauso, wenn nicht sogar noch mehr Spaß macht als das Hauptprogramm selbst. Die Missionen sind spannend, der akustische Teil ist phänomenal und die Vietcong sind so hinterlistig und berechnend wie eh und je. Punktabzug gibt´s wegen der nur durchschnittlichen Grafik und der kurzen Spieldauer. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen, auch wenn es sich nur um ein AddOn handelt. Trotzdem sei jedem, der nach Durchspielen des Originals immer noch „Durst“ verspürt, Fist Alpha ans Herz gelegt. Es lohnt sich!

Vietcong: Fist Alpha [PC , Justgamers]

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